Bibliomedia prämiert 10 weitere innovative Projekte

Zu ihrem 100. Geburtstag hat die Stiftung Bibliomedia Schweiz einen Projektwettbewerb ausgeschrieben und fördert mit einem Betrag von insgesamt 250 000 Franken innovative Projekte für Öffentliche Bibliotheken. In der ersten Runde im Frühsommer sind bereits zwölf zukunftsweisende Projekte aus allen Teilen der Schweiz ausgezeichnet worden, nun ziehen zehn weitere bemerkenswerte Vorhaben nach.

Die beschleunigte Digitalisierung aller Gesellschaftsfelder und der soziale Wandel verlangen von den Öffentlichen Bibliotheken tiefgreifende Erneuerung. Darauf reagiert die Stiftung Bibliomedia und prämiert Projekte, die beispielhaft vorangehen und Öffentliche Bibliotheken in der Schweiz fit für die Zukunft machen. An der zweiten Runde des Wettbewerbs haben sich 43 Bibliotheken und andere Institutionen mit insgesamt 47 Eingaben beteiligt.

Folgende zehn Projekte wurden ausgezeichnet:

  • Der Verein ebookplus mit Sitz in Aarau AG fördert die Vermittlung von elektronischen Medien in den Bibliotheken seines Netzwerks mit einer eBox – einem Werkzeugkasten, der E-Reader, Tablets und Anleitungen enthält.
  • Die Bibliothek Buchs SG führt im Winter 2020/2021 versuchsweise Sonntagsöffnungszeiten ein.
  • Die Schul- und Gemeindebibliothek Buttisholz LU kann ihr Angebot auf der Basis einer Befragung von Nutzer*innen und Noch-Nicht-Nutzer*innen der Bibliothek weiterentwickeln.
  • Die Stadtbibliothek Chur GR vermittelt ihren erfolgreichen SprachTreff, eine moderierte Gesprächsrunde für Deutsch Lernende und Einheimische, an andere Bibliotheken im Kanton Graubünden.
  • Die Bibliothèque Biremont in Cousset FR nimmt einen beherzten ersten Anlauf für Bibliotheksangebote ausser Haus.
  • An der Haute école de gestion HEG Genf GE wird eine Online-Plattform für Wirkungsindikatoren entwickelt, mit denen Öffentliche Bibliotheken ihren positiven Nutzen für die Gesellschaft mit Daten belegen können, die die bestehenden Statistiken des Bundesamts für Statistik ergänzen.
  • Die Association Base-Court mit Sitz in Lausanne VD baut eine Kurzfilm-Streaming-Plattform für Bibliotheken auf.
  • Die interkulturelle Kinderbibliothek Ricciogiramondo in Lugano TI kann ihre mobile Leseanimation in verschiedenen Sprachen ausbauen.
  • Die Bibliothèque municipale et régionale in Moutier BE führt partizipative Workshops mit ihren Benutzer*innen durch, um die Orientierung in der Bibliothek zu verbessern.
  • Die Bibliothèque de Vevey VD produziert zusammen mit ihren Nutzer*innen kurze Videoclips, in denen diese ihre eigenen Beispiele für nachhaltiges Handeln im Alltag präsentieren.

Franziska Baetcke, Jurypräsidentin und Direktorin der Stiftung Bibliomedia Schweiz: „In der zweiten Runde des Projektwettbewerbs Bibliomedia 2020 wurde die Jury von Eingaben praktisch überrollt. Umso wichtiger war es, sich auf Projekte zu konzentrieren, die in ihrem Bereich exemplarisch wirken und positive Effekte für möglichst viele Bibliotheken haben können. Bibliomedia freut sich, zur Umsetzung von wegweisenden Projekten beitragen zu können.“

Die Jury von Bibliomedia setzt sich zusammen aus: Davide Dosi, Direktor der Universitätsbibliothek Lugano, Gret Kohler, Direktorin der Bibliothek Landquart und Umgebung, sowie der Geschäftsleitung der Stiftung Bibliomedia Schweiz, Franziska Baetcke, Orazio Dotta, Claudia Kovalik und Laurent Voisard.

 Die Stiftung Bibliomedia wurde 1920 gegründet. Sie engagiert sich seit 100 Jahren für das Lesen und unterstützt Schulen und Öffentliche Bibliotheken bei ihrer Arbeit. Leseförderung bleibt auch im digitalen Zeitalter wichtig, weil Menschen sich weiterhin lesend orientieren. 2019 hat Bibliomedia über 1 Million Bücher und andere Medien an Schulen und Bibliotheken verliehen. Zu ihren Kund*innen in der gesamten Schweiz zählen über 600 Bibliotheken und 10 000 Lehrpersonen.