Zimmermann Katharina

Katharina Zimmermann wurde am 28.10.1933 in Bern geboren, wo sie auch aufgewachsen ist. Nach der Sekundarschule besuchte sie das Städtische Lehrerinnenseminar Marzili. Anschliessend absolvierte sie Studien an der Musikakademie Detmold (BRD). Nach ihrer Heirat lebte Zimmermann von 1964 – 1979 in Indonesien und leistete Entwicklungsarbeit: sie arbeietete als Redaktorin für eine Radiostation und eine Frauenzeitschrift. Seit 1980 weilt Katharina Zimmermann wieder in Bern. Sie schreibt Kinderbücher und Romane. Zudem ist sie Mutter von vier eigenen und fünf indonesischen Kindern.

Links
www.literapedia-bern.ch/Zimmermann,_Katharina
www.srf.ch/player/radio/buchzeichen/audio/schweizer-blick-auf-indonesien-roman?id=d1846574-b48e-49d2-bd7f-27bba26c414f
www.srf.ch/player/radio/wortort/audio/der-amisbuehl-herzblut-fuer-ein-hotel?id=41dd40c3-86bc-46ad-802b-1459a11dc821
www.derbund.ch/kultur/buecher/Bluehender-Garten-der-Erinnerung/story/21605760

Opere:
  • Mande lässt die Maske tanzen. Bilderbuch. Erlangen: Evangelischer Missionsverlag, 1981
  • Damek. Eine Geschichte aus Kalimantan. Bern: Blaukreuz, 1982
  • Hibiskus. Roman. Bern: Zytglogge, 1984
  • Murni. Ein Dayakmädchen wagt den Flug. Bern: Blaukreuz, 1984
  • Luh`tu, kleine Tänzerin. Bilderbuch. Zürich: Unicef, 1984
  • Mit den Augen des Nomaden. Bern: Zytglogge, 1986
  • Mande will die Trommel schlagen. Zürich: Unicef, 1987
  • Damek zieht hinaus. Bern: Blaukreuz, 1987
  • Die Furgge. Ein Täuferroman. Bern: Zytglogge, 1989
  • Frau Zu. Bern: Zytglogge, 1992
  • Blaue Mauer. Bern: Zytglogge, 1995
  • Indonesische Albumblätter. Erinnerungen. Bern: Zytglogge, 1997
  • Kein Zurück für Sophie W. Geschichte einer Auswanderung. Bern: Zytglogge, 2000
  • Das Freudenkind. Bern: Zytglogge, 2003
  • Und singe dir ein Lied. Bern: Zytglogge, 2005
  • Der Amisbühl. Bern: Zytglogge, 2012
  • Umbrüche. Aus meinem Leben. Oberhofen: Zytglogge, 2015

Premi:
  • Schweizerischer Jugendbuchpreis (1983)
  • Buchpreis der Stadt Bern (1986)
  • Werkbeitrag der Stadt / des Kantons Bern (1992)
  • Werkbeitrag der Pro Helvetia (1992)
  • Buchpreis der Stadt Bern (1997)

Parte di testo da "Kein Zurück für Sophie W." [S. 213]

Sophie dachte an ihr erlerntes Handwerk. Damit hätte sich an der Jackson Street etwas machen lassen. Aber ihre Nähmaschine stand zu Hause. Oder nicht mehr. Was ihr von zu Hause übrig blieb, war der Niesen, das Stockhorn, der Thunersee...
Sie bekam Arbeit bei Hoeffler, wieder an der Water Street, aber bessere als in der Wäscherei. Bei Hoeffler wurden in einem grossen, elektrisch beleuchteten Saal Music Boxes und Music Machines hergestellt. Sophie arbeitete mit winzigen Schraubenziehern zehn Stunden täglich von Montag bis Samstag an kleinen Musikdosen und horchte auf, wenn zur Probe aus einer der Music Machines ein Walzer erklang.
Morgens ging sie weg, wenn Walder heimkam, abends war es umgekehrt. Ohne die Nacht von Samstag auf Sonntag hätten sie gar kein Doppelbett nötig gehabt. Olga blieb tagsüber allein im Haus. Charly, ihr Mann, der bei seiner Firma rasch aufstieg, verbot ihr, arbeiten zu gehen. Kam er aus irgendeinem Grund erst nachts heim, verbrachten die beiden Frauen den Abend zusammen. Auch sonntags gingen sie miteinander zum Gottesdienst. Dem jungen Klossner bedeutete er nichts, und Walder schlief bis am Mittag.
Sophie aber hatte die Kirche gefehlt. In eine polnische, erzkatholische wäre sie nie gegangen. Hier bei den Deutschen erinnerten wenigstens die Lieder an daheim, obschon sie aufs Mitsingen verzichten musste; ihre Stimme wurde immer von Tränen erstickt.

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