Zahno Daniel

Daniel Zahno wurde am 18.November 1963 in Basel geboren. Nach der Matura studierte er Germanistik und Anglistik und schloss sein Studium mit dem Lizenziat ab. Daniel Zahno lebt und schreibt in Basel und New York. Sein Erstling, der Erzählband "Doktor Turban", wurde mit zahlreichen Preisen bedacht. Der Durchbruch gelang ihm 2009 mit seinem Romandebüt "Die Geliebte des Gelatiere", der Geschichte eines venezianischen Eismachers, die verfilmt wird. Bei weissbooks.w erschienen ausserdem "Rot wie die Nacht" (2010), die Chronik einer Amour fou, und "Alle lieben Alexia" (2011), ein Reigen um acht Männer, die alle dieselbe Frau lieben. Daniel Zahno war Stipendiat des Ledig House in New York (2002), Gast des Istituto Svizzero in Venedig (2003) und Writer-in-Residence am Deutschen Haus der New York University (2010).

Links
www.danielzahno.ch
www.srf.ch/sendungen/reflexe/daniel-zahno-die-geliebte-des-gelatiere

Opere:
  • Doktor Turban. Erzählungen. Köln: Bruckner & Thünker, 1996
  • Im Hundumdrehen. Köln: Tisch7-Verlag, 2006
  • Die Geliebte des Gelatiere. Roman. Frankfurt/M.: weissbooks.w, 2010
  • Rot wie die Nacht. Frankfurt/M.: weissbooks.w, 2010
  • Alle lieben Alexia. Ein Reigen. Frankfurt/M.: weissbooks.w, 2011
  • Manhattan Rose. Roman. Frankfurt/M.: weissbooks.w, 2013
  • Wanderverführer. Die schönsten Touren rund um Basel 1 + 2. Basel: F. Reinhardt, 2015/2016
  • Mama Mafia. Roman. Frankfurt/M.: Schöffling, 2017

Premi:
  • Tübinger Poetik-Preis (1996)
  • Clemens-Brentano-Preis Heidelberg (1997)
  • Förderpreis der deutschen Wirtschaft im BDI (1997)
  • Werkbeitrag der Dienemann-Stiftung Luzern (1997)
  • Preis der Dienemann-Stiftung (1999)
  • Freiburger Literaturpreis (1999)
  • Harder Literaturpreis (2003)

Parte di testo da "Tuscheln in Doktor Turban" [S. 9-10]

Zu erzählen gibt es eigentlich wenig, Mademoiselle, sehr wenig. Mein Vater war Fleischer. Wir hatten eine kleine Metzgerei in der Wedingstrasse, vielleicht können Sie sich an das Geschäft erinnern. Ich war damals neun oder zehn. Der Laden war rundum mit weissen Kacheln verkleidet. Vaters Ware war nicht besser und nicht schlechter als die Ware anderer Fleischer. Im Hinterraum hatte es eine kleine Schlachtbank, mehrere Stahlhaken, aufgehängte Tierkörper, Beile und Messer in allen Grössen. An der Wand hingen einige blutbefleckte Schürzen, neben der Tür standen Vaters grosse schwarze Stiefel.
Das Geschäft lief leidlich. Meine Mutter bediente die Kundschaft, meist einfache Leute aus dem Quartier, Hausfrauen, Alte, Arbeiter. Gekauft wurde vor allem Wurst, Blut-, Leber- und Bratwurst, ab und an auch Schinken, Speck, Haxen oder, eher selten, Steaks. Wir wohnten im selben Haus über dem Laden. So haben mich die Geräusche des Schlachtens, der Geruch von Fleisch und Blut seit frühester Zeit begleitet, haben mein Wesen in diesen schweren, roten Ton getaucht. Das Brüllen der Kälber, das Spritzen des Blutes, das Abstechen der Körper, all dies ist mir vertraut, ist der dunkle Klang meiner Kindheit.

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