Wurm Franz

Franz Wurm (1926-2010)wurde am 16. März 1926 in Prag geboren. Er besuchte das Gymnase réal francais Prague, ehe er 1939 nach England emigrierte. Dort führte Wurm seine Schulbildung mit dem Besuch des Cheltenham College fort, ehe er am Queen`s College in Oxford studierte. 1949 kam Franz Wurm nach Zürich. Von 1966-69 war er Leiter des Kulturprogramms von Radio DRS. Nach einigen Jahren Aufenthalt in Prag und Tel-Aviv gründete er 1974 mit Moshé Feldenkrais das Feldenkrais Institut Zürich, dessen Leitung er während vielen Jahren innehatte. Als Schriftsteller ist Franz Wurm vor allem im Bereich der Lyrik hervorgetreten und hat mehrere Bände mit Gedichten surrealistischer Art verfasst. Nicht unwesentlichen Einfluss auf sein Werk hatte die Freundschaft zu Paul Celan, den er zu Radio-Lesungen nach Zürich einlud und mit dem er einen angeregten Briefwechsel führte. Wurm hat auch als Übersetzer gearbeitet und zahlreiche Werke aus dem Französischen und dem Englischen übertragen. Seit 1949 lebte in Zürich, die letzten Jahre in Ascona im Tessin, wo er am 29. September starb.

Links
m.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/rezension-belletristik-dienst-am-dichter-11319166.html
www.langhart-feldenkrais.ch/Images/Press-Inf_100-Geb_moe2000.pdf

Opere:
  • Anmeldung. Lyrik. Zürich: Arche, 1959
  • Vorgang. Lyrik. Stuttgart: Cantz, 1962
  • Anker und Unruh. Lyrik. Frankfurt/M.: Insel, 1964
  • Hundstage. Lyrik. Zürich: Edition Howeg, 1986
  • In diesem Fall. Lyrik. Zürich: Pendo, 1989
  • Dirzulande. Lyrik. Wien: Zsolnay, 1990
  • Unter Anderen. Spiel. Schauspielhaus Zürich, 1992
  • Nachbemerkungen zu Feldenkrais. Essay. Frankfurt/M.: Insel&Suhrkamp, 1995
  • 53 Gedichte. Zürich: Edition Howeg, 1996
  • Der König auf dem Dach. Eine Auslassung. Frauenfeld: Im Waldgut, 1997
  • Orangenblau. Lyrik. Denklingen: Babel, 1998

Premi:
  • diverse Ehrengaben der Stadt und des Kantons Zürich

Parte di testo da "In diesem Fall" [S. 57/75]

WETTERECKE

Der Neubau von gestern bleckt
seinen armierenden Rost:
alles besetzt. Wer wohnt,
ist ausgestiegen und glaubt
nicht an die nächste Station.

Was haltet ihr mit Vorhängen
die Nacht aus den Zimmern? Wir
speien uns das Dunkel
eins in des andern Mund.



LICHTUNG

Vom Graswinkel geht es aus
in Städten, auf Inseln
die Glatze im Damalsgarten.

Schwemme die Beete ein
die trotzigen: ein Aderlass
für pralle Samenstränge.

Die Rippen rücken zusammen.
Was sich gegen sie stemmt
wäre der Rede wert:
ein Windstoss Grünes.

Als ich zu ihm erwachte
war mein Sturm schon
Wintermärchen.

Ach, wir, geprellt
um unsre Hinterhöfe, suchen
vergeblich die Narbe Gras.

Zurück