Vögeli Max

Max Vögeli, das ist Michael West, wurde am 2. Mai 1921 im aargauischen Oberentfelden geboren. Er besuchte die Bezirksschule und studierte anschliessend an der Kunstgewerbeschule in Zürich. In der Folge übte er verschiedenartige Berufstätigkeiten aus. Von 1948 bis 1961 war Vögeli mit der Kinder- und Jugendbuchautorin Gertrud Häusermann verheiratet. 1952 erschien mit dem Jugendbuch „Die wunderbare Lampe“ Vögelis erfolgreichstes Werk, welches, in zahlreiche Sprachen übersetzt, internationalen Erfolg hatte und mit Preisen ausgezeichnet wurde. Mit „Der Prinz von Hindustan“ (1958) liess der Autor einen zweiten Teil der Geschichte folgen. Max Vögeli lebt heute als Schriftsteller in Wettingen.

Links
www.christianhaller.ch/downloads/Interview_Christa_Baumberger.pdf

Opere:
  • Die abenteuerlichen Geschichten des Robin Hood. Aarau: Sauerländer, 1947
  • Amapali und der Erhabene. Eine indische Erzählung. Olten: Vereinigung Oltner Bücherfreunde, 1948
  • Borneo-Tim. Erzählung. Aarau: Sauerländer, 1950
  • Die wunderbare Lampe. Aarau: Sauerländer, 1952
  • Der hölzerne Kurt. Eine Geschichte für kleine und grosse Leute. Aarau: Sauerländer, 1954
  • Nawadaha erzählt. Zollikon: Evangelischer Verlag AG., 1955
  • Prinz von Hindustan. Aarau: Sauerländer, 1958
  • Ali, der kleine Dieb von Bagdad. Aarau: Sauerländer, 1969

Premi:
  • Ehrengabe der Schweizerischen Schillerstiftung (1953)
  • Schweizerischer Jugendbuchpreis (1953)

Parte di testo da "Prinz von Hindustan" [S. 175-176]

„Du träumst – o Prinz!“
Die Stimme kratzte in den Ohren.
Er blinzelte ein wenig, mit gekreuzten Beinen mitten auf einem rotgemusterten Teppich hockend. Sein Kinn berührte die Brust. So dachte er an Fatima. Daumen und Zeigefinger spielten im Ausschnitt des Wamses – er wusste es nicht – am Kettchen mit der schwarzen Perle der Prinzessin von Peshawarun.
„Wir sind beim Militärwesen, o Prinz!“ mahnte krächzend der alte Herr, der ebenso kreuzbeinig wie Ahmad, jedoch am Ende des roten Teppichs sass.
Ein Männchen war es: dürr und brüchig, das seinen Oberkörper dauernd hin und her bewegte, einer Vogelscheuche im Sommerwinde gleich. Sein Turban war grau, gar ungeschickt gewunden und arg verrutscht während einer mühseligen Stunde. Und sein Gewand glich einem Nachthemd ohne Farbe, zerknittert, fadenscheinig vor Gelehrsamkeit.
Es war nur einer von den Lehrern, die Harun Al Raschid zur Erziehung eines Prinzen, der just noch ein Bettler gewesen, zwischen Krieger und Kamele in die Karawane gepresst hatte. Allah weiss: Zu jener Zeit liess der Befehl eines Kalifen die gelehrtesten Köpfe wackeln.
„Militärwesen – „ gähnte Ahmad; er nahm sich nicht die Mühe, eine flache Hand vor den Mund zu halten.

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