Spescha Flurin

Flurin Spescha wurde am 24. August 1958 in Domat/Ems (Graubünden) geboren, wo er zweisprachig aufgewachsen ist. Er besuchte die Kantonsschule in Chur. Spescha lebte danach längere Zeit in den USA und Kanada. Ausgedehnte Reisen führten ihn nach Frankreich, Italien und Israel. Nach der Rückkehr in die Schweiz studierte er Romanistik und Literaturkritik an der Universität Zürich. Anschliessend arbeitete Flurin Spescha als Journalist, Lehrer und Übersetzer. Er starb am 18. Oktober 2000. Spescha, der seine Werke in romanisch und deutsch verfasste, engagierte sich für das „Rumantsch Grischun“ und schrieb unter anderem den ersten Roman in dieser Schriftvariante. Von 1991 bis 1995 war er Präsident der Uniun da scripturas e scripturs rumantschs und von 1991 bis 1998 Redaktor der „Litteratura“ und Mitorganisator der romanischen Literaturtage in Domat/Ems.

Opere:
  • Und sei`s nur ein Traum. Gedichte. Zürich: babayaga, 1981
  • Quasi diesch poesias. Eigenverlag, 1983
  • Das Gewicht der Hügel. Roman. Zürich: Nagel&Kimche, 1986
  • Fieu e flomma. Roman. Chur: Octopus, 1993
  • Gaudenz. Ein romanisch-deutsches Spiel in drei Bildern. Zürich: edescha, 1995
  • Ceremonies, Kurzgesichten in englischer Übersetzung. Zürich: edescha, 1996
  • Wir müssen laut hoffen. 1.-August-Rede in Sils Maria. Zürich: edescha, 1997
  • Der zwölfte Tag danach. Geschichen. Zürich: Pendo, 1998
  • Wie wärs mit etwas Meer? (Mit Biografie und Bibliographie). Zürich: Pendo-Verlag, 2002

Premi:
  • Werkbeitrag des Kantons Zürich (1986)

Parte di testo da "L`entupada / Die Begegnung" (erstmals für romanisches Radio 1994/95)

In um cun chapè passa tras la via
e salida in auter um cun chapè
che passa medemamain tras la via,
ma en direcziun opposta.
Omadus dauzan per in cur mument lur chapels
e mussan ina micla da quai che sa zuppa suten.
Suenter va mintgin puspè sia via.

Els s`entaupan mintga di.
E mintga di salidan els in l`auter
en la medema maniera.
Ma senza perder in pled.

Ils dus umens èn inimis.

Ma danor els na sa quai nagin`olma.
Els salidan in l`auter, surrin ed
Èn loschs dar lus secret.


Ein Mann mit Hut geht durch die Strasse
und grüsst einen anderen Mann mit Hut,
der ebenfalls durch die Strasse geht,
aber in entgegengesetzter Richtung.
Für einen kurzen Augenblick ziehen beide den Hut
und zeigen einander etwas von dem,
was sich darunter verbirgt.
Danach geht ein jeder wieder seines Weges.

Sie begegnen sich jeden Tag.
Und jeden Tag grüssen sie einander
auf die selbe Weise.
Doch ohne ein Wort zu wechseln.

Die beiden Männer sind Feinde.

Doch ausser ihnen weiss dies kein Mensch.
Sie grüssen einander, lächeln und
sind stolz auf ihr Geheimnis.

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