Salis-Seewis Johann Gaudenz von

Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis wurde am 26. Dezember 1762 auf Schloss Bothmar bei Malans GR geboren. Seine Ausbildung erhielt er vor allem von Hauslehrern; die Jahre 1778 und 1779 verbrachte er in einem Institut in Lausanne. Von 1779 bis 1793 war er in verschiedenen Funktionen in französischen Diensten, zuletzt als Adjutant im Generalstab der französischen Südarmee. Zurück in der Schweiz, heiratete er Ursina von Pestalozzi. Er setzte sich in verschiedenen militärischen, politischen und zivilen Gremien für den Freistaat Graubünden, für die Helvetische Republik, und schliesslich für den neu gegründeten Kanton Graubünden ein. Er gehörte zu den Gründern der Churer Freimaurerloge. 1798 trat er der Helvetischen Gesellschaft bei. Neben all den genannten Tätigkeiten beschäftigte sich von Salis als Lyriker. Er ist in dieser Hinsicht von Klopstock, Hölty und von Matthisson beeinflusst und dem Göttinger Hainbund zuzurechnen. Ab 1783 veröffentlichte er lyrische Beiträge in deutschen und schweizerischen Almanachen und Zeitschriften. Salis‘ Hauptthemen waren Natur, Vaterland, oder Heimweh; viele seiner Gedichte wurden vertont, zwanzig davon von Franz Schubert. Neben den Beiträgen in Periodika wurde lediglich ein Gedichtband veröffentlicht, der in mehreren Auflagen erschien. Johann Gaudenz von Salis-Seewis starb am 29. Januar 1834 in Malans.

Links
www.letc.ch/vonsalis.html
www.malans.ch/de/tourismus/sehenswuerdigkeiten/welcome.php?action=showobject&object_id=7046

Opere:
  • Gedichte. gesammelt von Friedrich Matthisson. Leipzig: Reclam jun., 1793
  • Gedichte / Poésies. Franz. Übers. von Alice de Chambrier. Biel: Elvisia, 2013

Premi:
  • Gedenkstein in Seewis: „Sänger der Heimat, Diener des Volkes“
  • Denkmal im Stadtgarten in Chur

Parte di testo da Gedichte

Herbstlied

Bunt sind schon die Wälder,
Gelb die Stoppelfelder,
Und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
Graue Nebel wallen,
Kühler weht der Wind.

Sieh! Wie hier die Dirne
Emsig Pflaum und Birne
In ihr Körbchen legt,
Dort mit leichten Schritten
Jene goldnen Quitten
In den Landhof trägt

Wie die volle Traube
Aus der Rebenlaube
Purpurfarbig strahlt!
Am Geländer reifen
Pfirsiche mit Streifen
Rot und weiss bemalt.

Flinke Träger springen,
Und die Mädchen singen,
Alles jubelt froh!
Bunte Blätter schweben
Zwischen hohen Reben
Auf dem Hut von Stroh.

Geige tönt und Flöte
Bei der Abendröte
Und im Mondesglanz;
Junge Winzerinnen
Winken und beginnen
Deutschen Ringeltanz.

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