Monioudis Perikles

Perikles Monioudis wurde am 8.9.1966 als Sohn griechischer Eltern in Glarus geboren. Nach dem Besuch der Schulen in Glarus und der Matura 1987 studierte er Soziologie und Politologie an der Universität Zürich. 1993 schloss Monioudis seine Studien ab und arbeitete fortan für verschiedene Zeitungen. Seine journalistische Tätigkeit wechselte sich mit Schreibaufenthalten im Ausland ab. Seit 1995 lebt und arbeitet Perikles Monioudis in Berlin.

Links
www.monioudis.ch
www.faz.net/aktuell/sport/interview-perikles-monioudis-ich-kenne-keine-sportler-die-ueber-so-ein-wissen-verfuegen-11266247.html
www.nzz.ch/feuilleton/buecher/perikles-monioudis-roman-frederick-eleganz-der-praezision-ld.17549

Opere:
  • Der Günstling der Gegenstände. Eine Zuspitzung. Glarus: Trompete, 1991
  • Die Verwechslung. Zürich: Rotpunktverlag, 1993
  • Das Passagierschiff. Zürich: Nagel & Kimche, 1995
  • So weit das Auge reicht. Eine Erzählung aus den Bergen. Berlin: Aufbau-Verlag, 1996
  • Die Forstarbeiter, die Lichtung. Erzählungen. Zürich: Nagel & Kimche, 1996
  • Eis. Berlin: Berlin-Verlag, 1997
  • Deutschlandflug. Ein Traum. Berlin: Berlin-Verlag, 1998
  • Die Trüffelsucherin. Erzählungen. Stuttgart: Akademie Schloss Solitude, 1999
  • Palladium. Berlin: Berlin-Verlag, 2000
  • In New York. 24. September 2001 - 12. Oktober 2001. Berlin: Atalante-Verlag, 2003
  • Die Stadt an den Golfen. Thessaloniki, Berlin, Zürich, Alexandria. Aachen: Rimbaud, 2004
  • Freulers Rückkehr. Kriminalroman. München: Nymphenburger, 2005
  • Land. Ammann, 2007
  • Anna Carnifex. Ein Stück in fünf Bildern. Baeschlin Verl., 2010
  • Junge mit kurzer Hose. Olten: Knapp, 2011
  • Frederick. Roman. München: dtv, 2016

Premi:
  • Werkbeitrag des Kantons Glarus (1991)
  • Ehrengabe der Stadt Zürich (1993)
  • Halbes Werkjahr des Kantons Glarus (1993)
  • Werkjahr der Stadt Zürich (1995)
  • Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1995)
  • Stipendium des Berliner Senats im Literarischen Colloquium, Berlin (1995)
  • Preis für Prosa der Stadt Ancona (Italien) (1995)
  • Stipendium des SDR im Stuttgarter Schriftstellerhaus (1996)
  • Stipendium des Berliner Senats im Schloss Wiepersdorf (1997)
  • Hermann-Ganz-Preis des Schweizerischen Schriftstellerverbandes (1997)
  • Werkjahr der Schindler-Stiftung Glarus (1997)
  • Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis (1997)
  • Stipendium des Landes Baden-Württemberg in der Akademie Schloss Solitude (1998)
  • Ehrengabe der Stadt Zürich (1999)
  • Werkauftrag der Pro Helvetia (2001)
  • Stipendium im Ledig House, New York (2001)
  • Stipendium des Istituto Svizzero die Roma a Venezia (2002)

Parte di testo da "Palladium" [S. 19]

Er kaut in seinem neuen Büro am rechten Zeigefinger, an dem sich vom Aufziehen der Uhr über die Jahre eine dünne Hornschicht gebildet hat. Er hat den Eindruck, dass diese Verhornung vom leisen Auf und Ab, Hin und Her der nassen Angelschnur gefördert wird. Die Uhr, denkt er, sie müsste eigentlich andersherum gehen, im Gegenuhrzeigersinn: Lebenszeit wird nicht aufgezogen, sie läuft ab. Hilbert zieht die Uhr auf, vor ein paar Jahren hat Marianne sie ihm zu Weihnachten geschenkt.

Auf dem Glasschreibtisch steht das Palladium, auf den ersten Blick sieht es wie ein handsames Klappbild oder wie ein Taschenspiegel aus. Katharina steckte es ihm in die Tasche des Jacketts, vor drei Tagen, nach dem Spaziergang am nahen, ein paar Gehminuten entfernten Lietzenseepark. Sie schenkte ihm den kleinen aufklappbaren hölzernen Gegenstand, in dessen Innern eine Statue aufgemalt ist. Darunter ist zu lesen: Pallas Athene. Ein schützendes Heiligtum, sagte Katharina und lachte.
Hilberts Blick folgt einem jugendlichen Paar, das die Kantstrasse überquert. Von einer jungen Obdachlosen mit zwei Hunden wird es kurz aufgehalten. Der Taxifahrer bei der Rufsäule streift mit einem Lappen die Antenne entlang, wirft ihn in den Kofferraum. Ein Sommerabend kündigt sich an. Der unruhige Savignyplatz, noch lange nicht im Dämmerlicht.

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