Mercier Pascal

Pascal Mercier, das ist Peter Bieri, wurde am 23. Juni 1944 in Bern geboren. Nach den Schulen studierte er in London und Heidelberg Philosophie, Anglistik, Klassische Philologie und Indologie.Forschungsaufenthalte führten ihn nach Berkeley und Harvard. Nachdem er doktoriert und seine Habilitation geschrieben hatte, war Pascal Mercier zuerst an der Universität Heidelberg (1983-1990), später in Marburg (1990-1993) Professor für Philosophie. Seit 1993 hat Mercier den Lehrstuhl für Sprachphilosophie und Analytische Philosophie an der FU Berlin inne. Er lebt auch in der deutschen Hauptstadt. In seinen zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen befasst sich Mercier mit der Zeit, der Philosophie des Geistes und untersucht Probleme der Erkenntnis. Neben seinen philosophischen Werken hat sich Peter Bieri unter dem Namen Pascal Mercier einen Namen als Autor von Kriminalromanen gemacht. Schon sein vielbeachteter erster Roman war ein Erfolg.

Links
www.nzz.ch/2007/05/27/fe/articleF7R1L.html
www.zeit.de/2004/49/L-Mercier
www.srf.ch/player/radio/musik-fuer-einen-gast/audio/peter-bieri-alias-pascal-mercier-philosoph-und-romancier?id=dd41a687-351b-4af5-b409-93af10c62fd5
www.srf.ch/sendungen/sternstunde-philosophie/peter-bieri-ueber-ein-wuerdevolles-leben

Opere:
  • Zeit und Zeiterfahrung. Exposition eines Problembereichs. Sachbuch. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1972
  • Perlmanns Schweigen. Roman. München: Albrecht Knaus, 1995
  • Der Klavierstimmer. Roman. München: Albrecht Knaus, 1998
  • Das Handwerk der Freiheit. Über die Entdeckung des eigenen Willens. Sachbuch. München: C.Hanser, 2001
  • Nachtzug nach Lissabon. München: Hanser, 2004
  • Lea. Novelle. München: Hanser, 2007
  • Wie wollen wir leben? St. Pölten/Salzburg: Residenz, 2011 (veröffentl. unter Peter Bieri)
  • Eine Art zu leben. Über die Vielfalt menschlicher Würde. München: Hanser, 2013 (veröffentl. unter Peter Bieri)
  • Eine Erzählung schreiben und verstehen. Erzählt von Peter Bieri (d.i. wirkl. Name von Pascal Mercier). Komplett-Media 2013 (Audio-CD)

Parte di testo da "Der Klavierstimmer" [S. 11]

Jetzt, da alles vorbei ist, wollen wir aufschreiben, wie wir es erlebt haben. Wir werden den Erinnerungen allein gegenübertreten, ohne Verführung durch die Gegenwart des anderen. Die Berichte sollen wahrhaftig sein, ganz gleich, wie gross der Schmerz sein mag beim Lesen. Das haben wir uns versprochen. Nur so, hast du gesagt, vermöchten wir den Kerker unserer Liebe zu zerschlagen, die mit der gemeinsamen Geburt begann und bis zum heutigen Tage gedauert hat. Nur so könnten wir frei werden voneinander.
Du hast es gesagt, als wir in der Küchen standen und die letzten Schlucke Kaffee aus den Zwillingsbechern tranken, die Maman am Abend meiner Ankunft aus dem hintersten Winkel des Buffets hervorgekramt hatte. Ihre Hände zitterten, und es wäre unmöglich gewesen, sie in ihrem verlorenen Lächeln, hinter dem sie einen Sprung in die unversehrte Vergangenheit versuchte, zu enttäuschen. So haben wir einen unsicheren Blick getauscht und die beiden blassgelben Becher in die Hand genommen, du den heilen, ich denjenigen mit dem Sprung; wie früher. Wenn wir uns, weil wir keinen Schlaf fanden, nachts in der Küche trafen, hielten wir die Becher wie damals, und es schien mir, als würden sich unsere Bewegungen mit jedem Mal wieder ähnlicher. Nur angestossen haben wir mit unserem Kaffee nicht wie früher, obwohl wir beide vom anderen wussten, dass er daran dachte. (In diesen Tagen waren wir füreinander wie aus Glas: hart und zerbrechlich zugleich, und in den Gedanken vollkommen durchsichtig.)

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