Limacher Roland

Roland Limacher wurde am 3.3.1958 in Lichtensteig (SG) geboren. Von 1974-78 absolvierte er eine Lehre als Schriften- und Glasmaler. Daneben schrieb er schon seit seinem fünfzehnten Lebensjahr. Nach seiner Ausbildung arbeitete Limacher während drei Jahren in der Hergiswiler Glas AG und bildete sich mit dem Besuch der staatlichen Glasfachschule in Zwiesel (D) weiter. Seit 1981 war Roland Limacher in einem Glas-Studio in Littau tätig. Er lebt heute als Werbetexter und Schriftsteller in Gelfingen (Kt.Luzern). Neben dem Schreiben eigener Texte hat er auch diverse Bücher von Markus Limacher illustriert.

Links
text-texter.ch/roland_limacher/

Opere:
  • Oelchen. Kinderbuch. Zürich: Atlantis bei Pro Juventute, 1994
  • Juliluft. Zürich: Diogenes, 1995
  • Meines Vaters Haus. Zürich: Diogenes, 2000

Premi:
  • Eidgenössisches Stipendium für angewandte Kunst (1995)

Parte di testo da "Juliluft" [S. 21-22]

Der feuerrote Cadillac stand glänzend vor mir, und ich spürte, wie ein eigenartiger Zauber von ihm ausging. Ich bemerkte, dass all die anderen Autos unter dem Staub die Farbe verloren hatten. Aber der Cadillac glänzte, als wäre er direkt aus dem Schaufenster irgendeines Autosalons hierhergeflogen, weil es ihm gerade so passte. Ich dachte: Guter Himmel, gleich wird Al Capone aussteigen und mich mit vorgehaltener Maschinenpistole auffordern, ihm Gesellschaft zu leisten. Da fing es an zu giessen. Zuerst nur die grossen, dicken Tropfen, die einem auf den Kopf platschen wie Taubenscheisse. Aber dann goss es wie aus Kübeln. Fluchend versuchte ich, vom Autodach, auf dem ich stand, rückwärts zu klettern, was mir einiges an Kopfzerbrechen bereitete.
Mein T-Shirt tropfte bereits vor Nässe, als plötzlich das vordere Fenster des Cadillacs heruntergekurbelt wurde und er seinen Kopf in den Regen hinausstreckte und mich angrinste. „Hey, Mann, was machst`n da ?“

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