Lienert Meinrad

Meinrad Lienert wurde am 21.5.1865 in Einsiedeln geboren. Er verlebte eine glückliche Kindheit und besuchte nach der Primarschule das Gymnasium der Klosterschule. 1884 begann Lienert an der Universität Lausanne das Rechtsstudium, welches er in Heildelberg und München fortsetzte und in Zürich abschloss. Anschliessend war er als Notar und Redaktor tätig. Ab 1900 war Lienert freier Schriftsteller und verfasste neben Theaterstücken und Romanen auch naturverbundene Lyrik im Schwyzer Dialekt. Mit letzterer wurde er zu einem der Begründer der Schweizer Mundartdichtung. Meinrad Lienert starb am 26. Dezember 1933 in Küsnacht (Kt. Zürich).

Links
www.fram-einsiedeln.ch/sammlung/sammlung-meinrad-lienert/
www.srf.ch/sendungen/schnabelweid/einsiedeln-feiert-den-mundartdichter-meinrad-lienert
www.srf.ch/news/regional/zentralschweiz/meinrad-lienert-hatte-wohl-ab-und-zu-liebeskummer

Opere:
  • Flüehblüemli. Erzehlige us dä Schwyzerbärge. 1891
  • Geschichten aus den Schwyzerbergen. Erzählungen. Frauenfeld / Leipzig: 1894
  • Das war eine goldene Zeit! Kindheitserinnerungen. 1906
  • S`Juzlienis Schwäbelpfyffli. Mundart-Gedichte. 1906
  • Der Pfeiferkönig. Eine Zürchergeschichte. Roman. Aarau: 1909
  • Schweizer Sagen und Heldengeschichten. Der Jugend erzählt. 1914
  • Bergdorfgeschichten. 1914
  • Der doppelte Matthias und seine Töchter. Roman. 1929
  • Das Glöcklein auf Rain. Erzählung. 1933

Premi:
  • Doktor honoris causa, Universität Zürich (1919)

Parte di testo da "Der doppelte Matthias und seine Töchter" [S. 8-9]

Als nun dieser Matthathias Stump ausreifte und in die Mannsjahre kam, zeigte es sich, dass er ein zählebiger, wehrhafter Bursche, ja, ein ganzer Mann auf kurzen Beinen geworden war, der sich vor nichts und niemandem fürchtete und der immer wieder aufstand wie ein harthölzerner König im Kegelring, sooft ihm auch das Leben ein Bein stellte und ihn zu Fall brachte.
So kam er zu guten Jahren und einem gefreuten Heimwesen. Und je älter er ward, desto aufrechter schien er sich zu tragen, so dass die Leute sagten, es sei ihnen alleweil, dieser kleine Herrgottsdonner, der doppelte Matthias, sei das Wüchsigste, was es geben könne. Es wolle einem vorkommen, wenn man ihn so gradauf ausrücken sehe, er wachse in einem fort und eines Tages werde doch noch ein Riese aus ihm.

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