Lavizzari Alexandra

Alexandra Lavizzari wurde am 11. August 1953 in Binningen BL geboren. An der Universität Basel studierte sie Ethnologie und Islamwissenschaft. Sie hielt sich längere Zeit in Nepal, Pakistan und Thailand auf. Alexandra Lavizzari arbeitet als Journalistin für die NZZ und den Bund. Als Autorin verfasst sie Gedichte sowie belletristische, kunstgeschichtliche und literaturkritische Werke. Des weiteren übersetzte sie aus dem Persischen. Die Autorin ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Rom und in der Schweiz.

Links
www.linsmayer.ch/autoren/L/LavizzariAlexandra.html
www.revue.ch/ausgaben/2016/01/detail/news/detail/News/von-kathmandu-ueber-rom-nach-somerset/
www.ndr.de/kultur/buch/Alexandra-Lavizzari-Harper-Lee-und-Truman-Capote,lavizzari102.html

Opere:
  • Thangkas. Rollbilder aus dem Himalaya. Kunst und mythische Bedeutung. Köln: DuMont, 1984
  • Der Belutsche und andere Kurzgeschichten. Basel: GS-Verlag, 1990
  • Warqa und Gulschah. Liebesepos von Ayyuqi. Übertragung aus dem Persischen und mit einem Nachwort versehen von Alexandra Lavizzari. Zürich: Manesse, 1992
  • Am Tag des ungebrochenen Zaubers. Gedichte. Chabrey: Dendron, 1993
  • Ein Sommer. Novelle. Gümligen: Zytglogge, 1999
  • Gwen John. Rodins kleine Muse. Gümligen: Zytglogge, 2001
  • Schattensprung. Gedichte. München, Friedmann, 2004
  • Lulu, Lolita und Alice. Das Leben berühmter Kindsmusen. Berlin: Edition Ebersbach, 2005
  • Nach Kenadsa. Roman. München: Friedmann, 2005
  • Wenn ich wüsste wohin. Roman. Oberhofen: Zytglogge, 2007
  • Fast eine Liebe. Annemarie Schwarzenbach und Carson McCullers. Berlin: Edition Ebersbach, 2008
  • Glanz und Schatten. Truman Capote und Harper Lee – eine Freundschaft. Berlin: Edition Ebersbach, 2009
  • Flucht aus dem Irisgarten. Erzählungen. Oberhofen: Zytglogge, 2010
  • Dream. Zürich: SJW, 2012
  • Mädchen IV mit Leguan. Berlin: Ed. Ebersbach, 2012
  • Somerset. Roman. Oberhofen: Zytglogge, 2013
  • Vesals Vermächtnis. Roman. Oberhofen: Zytglogge, 2015
  • Harper Lee und Truman Capote. Berlin: Ebersbach & Simon, 2016

Premi:
  • Bieler Literaturpreis (1987)
  • Anerkennungspreis der Heinz-Weder-Stiftung (2001)
  • 1. Preis des Kurzgeschichtenwettbewerbs des AutorInnenverlags, Berlin (2001)
  • Literaturpreis der Poetik-Dozentur der Universität Tübingen (2002)
  • Feldkircher Lyrikpreis, 3. Platz (2007)

Parte di testo da "Wenn ich wüsste wohin" [S. 7]

Ich lache nur und gehe neben ihm her, ohne ihn zu berühren. Ich getraue mich nicht, mich bei ihm einzuhaken oder seine freie Hand zu nehmen, sondern schaue ihn nur heimlich von der Seite an und versuche, die aufkeimende Frage zu verscheuchen, was zum Teufel mich zu diesem Mann hinziehen mag, dass ich bereit bin, so viel für ihn aufs Spiel zu setzen. Sein Beruf ist mir fremd, er ist Vizedirektor einer Berner Versicherung, und die Region, in der er verwurzelt ist, das Entlebuch, ebenfalls. Er trägt ein weisses Hemd zu seinem massgeschneiderten Anzug und hat erst noch einen Siegelring am kleinen Finger. Ich hasse Siegelringe, und für weisse Hemden kann ich mich auch nicht erwärmen. Eigentlich gefällt mir an ihm heute nur das After Shave, ein herber Meerduft, der Erinnerungen an Strandferien weckt. Bin ich verrückt? Oder hat mich bereits die Midlifecrisis ereilt, dass ich, Sarah T., neunundvierzig und gar nicht unglücklich verheiratet, mit einem andern Mann für ein Wochenende verreise?

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