Heizmann Gertrud

Gertrud Heizmann, offiziell Gertrud Heimann-Heizmann, wurde am 10. Februar 1905 als Tochter eines Mechanikers in Bern geboren. Nach der Sekundarschule absolvierte sie eine Buchhändlerlehre bei Francke in Bern. Heimann arbeitete in den folgenden Jahren im südenglischen Exeter, in Pisa und Paris in ihrem Beruf. In der französischen Hauptstadt lernte sie ihren Mann, den Dichter Erwin Heimann, kennen und folgte ihm zurück in die Schweiz, wo das Paar 1936 heiratete. 1937 wurde der Sohn Alexander Heimann geboren, der sich einen Namen als Krimiautor machen sollte. Ab Ende der Dreissiger Jahre verfasste Gertrud Heizmann viele erfolgreiche Kinder- und Jugendbücher, die teilweise mehrfach aufgelegt wurden. Im Gegensatz zu ihrem Mann schrieb sie ausschliesslich für die Jugend. Am 9. Dezember 1992 starb Gertrud Heizmann in Murten.

Links
www.literapedia-bern.ch/Heizmann,_Gertrud

Opere:
  • Sechs am Stockhorn. Bern: Francke, 1939
  • Die Sechs am Niesen. Eine Feriengeschichte. Bern: Francke, 1941
  • Xandi und das Wunderkraut. Eine Geschichte für Kinder. Bern: Francke, 1943
  • Christjohann und Kesslergret. Eine Kindergeschichte aus den Bündnerbergen.. Bern: Francke, 1946
  • Sechs in den Bergen. Erzählung. Bern: Francke, 1947
  • Munggi. Eine Geschichte von Murmeltieren und einem kleinen Mädchen. Bern: Francke, 1950
  • Fünf Kinder und drei Geissen. Jugendbuch Zollikon: Evangelischer Verlag, 1953
  • Enrico. Die Geschichte eines Italienerbuben in der Schweiz. Bern: Francke, 1954
  • Unter der Brücke. Bern: Francke, 1958
  • Wir haben noch Wind in den Haaren. Bern: Francke, 1960
  • Um zehn Uhr auf der Concorde. Bern: Francke, 1963
  • Das vorwitzige Rötelein. Eine Geschichte von zwei grossen und fünf kleinen Füchsen. Bern: Francke, 1966
  • Zwischen Firn und Asphalt. Bern: Francke, 1970
  • E Spatz flügt i Himmel. Bärndütschi Gschichte zum Vorläse. Bern: Francke, 1972
  • Mutter Jolie. Bern: Francke, 1976
  • D`Josephine und ihri Töchter. E bärndütschi Chatzegschicht. Ostermundigen: Viktoria, 1980

Premi:
  • Preis des Kantons Bern (1947)
  • Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1948)
  • Literaturpreis der Stadt Bern (1951 / 1959)
  • Schweizerischer Jugendbuchpreis (1975)

Parte di testo da "Sechs in den Bergen" [S. 78-79]

Obschon es erst Nachmittag war, lagerte doch eine unheimliche Dämmerung über der Alp, als ob es gleich Nacht werden wollte. Ein greller, gelber Schein zeichnete seine Zacken sekundenlang in die Wolkenwand, dass sich die Kinder unwillkürlich die Augen mit den Händen bedeckten. Mächtig knallte der Donner, der lange ringsherum an den Felswänden nachhallte. Von den Bergen im Westen sah man auf einmal nichts mehr. Aber über dem See schienen die Wolken schmutziggelb verfärbt. Und wo kam nur dieses Rauschen her? – Es musste irgendwo in der Luft liegen.
„Ich will nicht Bühler Hans heissen, wenn das nicht Hagel gibt“, sagte Vater Bühler bekümmert und steckte seine Pfeife in die Hosentasche.
Jetzt platzten Tropfen auf das Hüttendach, so schwer, als fielen Steine darauf. Noch konnte man die Tropfen fast zählen, so vereinzelt fielen sie. Nur das Rauschen in der Luft schwoll immer bedrohlicher an. Und jetzt hüpften weisse Steine vom Hüttendach hinunter ins Gras.
„Seht, seht, Hagelkörner!“ schrien die Kinder und wollte hinauseilen, um sie zusammenzulesen. Aber in diesem Moment brach das Unwetter los. Auf einmal gab es einen Lärm, als ob ein Dutzend tollgewordener Tambouren auf dem Dach sässen. Das Rauschen in der Luft schwoll zum Tosen an, das nur noch von machtvollen Donnerschlägen übertönt wurde.

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