Gfeller Simon

Der Emmentaler Mundartdichter Simon Gfeller wurde am 8. April 1868 im Zuguet, einem Einzelhof der zu der Gemeinde Trachselwald gehörte, geboren. Er verlebte eine karge, doch glückliche Kindheit. Nach den ordentlichen Schuljahren besuchte er ab 1884 das Lehrerseminar in Münchenbuchsee und Hofwil. Gut drei Jahre später trat Gfeller dann seine erste Stelle als Lehrer in Grünenmatt an. 1896 übernahm er zusammen mit seiner Ehefrau Meta Gfeller die Schule auf der Egg in Lützelflüh und wirkte dort während mehr als dreissig Jahren als Lehrer. 1910 erschien Gfellers erstes Werk: der Roman „Heimisbach“ wurde bei Kritikern und Publikum zum grossen Erfolg und etablierte das Unteremmentalische neben dem Stadtbernischen Rudolf von Tavels als zweiten literaturfähigen Berner Dialekt. Vier Jahre später erschien mit „Geschichten aus dem Emmental“ Gfellers erstes schriftdeutsches Buch. Auch seinen weiteren Werken war grosser Publikumserfolg beschieden. 1929 liess er sich vorzeitig pensionieren, um sich ganz der Schriftstellerei widmen zu können. Bis zu seinem Tod verfasste der Autor mehr als sechzig meist kürzere Erzählungen. Simon Gfeller starb am 8. Januar 1943 in Sumiswald. Zum hundersten Geburtstag des Dichters, 25 Jahre nach seinem Tod, taufte sich die Talschaft Dürrgraben als Hommage an Gfeller nach dessen Erstling in Heimisbach um.

Links
www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D11826.php
www.trachselwald.ch/simon-gfeller-stiftung.html
www.srf.ch/radio-srf-musikwelle/hoerspiel-klassiker/hoerspiel-klassiker-im-januar-heimisbach-von-simon-gfeller

Opere:
  • Heimisbach. Bilder u Bigäbenheiten us em Bureläbe. Roman. 1910
  • Geschichten aus dem Emmental. 1914
  • Am Hag noh. 1918
  • Steinige Wege. Geschichten aus dem Bernbiet. 1920
  • Ämmegrund. Mundartgschichte. 1927
  • Drätti, Müetti u dr Chlyn. Bilder us myr Buebezyt. 1931
  • Seminarzyt. Chrütli u Uchrütli us eme Jugetgarte. 1937
  • Eichbüehlersch. E Wägstrecki Bureläbtig. 1941
  • Landbärner. 1942

Premi:
  • Ehrendoktorwürde der Universität Bern (1934)

Parte di testo da "Suggestion"

Vor eme Möntschenalter isch es gscheh, dennzemol, wo albe no der Seilerkobi us em Nesslegrabe mit syne Hälslige, Geisle, Chuehhalfteren u Wöschseiline a Langnoumärit gwägelet ischt. Er het dert e guete Stang gha u vil Ruschtig verhüzt. D`Bure hein ihm öppen ou vo ihrem Gspünscht dra tuuschet u gärn mit ihm ghandlet. Er ischt e gwirbige Männdel gsi u het s`Muul am lächerligen Ort gha. Sym Wärli isch nid vil gsi vürz`ha, u z`Treichgäld het er synen alte Chunde gäng öppen es luschtigs Gspässli gwüsst az`bänggle. Drum het er`sch de Lüte chönne, u wen er am Obe sys Bagaschi uf em Wägeli gha het, säuft dörfe go nes Schöppli u Brotwürschtli vertilge, der Gäldseckel het`s erloubt. U drum hein ihm die Märitfahrten ou bsungerbar agschlage: Sys Büüchli isch chugelirunds vüregstange, u syner Bäckli he e Farb gha wie nes ryfs Ärdbeeri.
So ischt er ou wider einischt amene Herbschtmärit vor sym Stang umeträtschet u het eme guete Bikannte, wo vorby welle het, es Wurfseel uber e Chopf gleit u ne mit Lache zuehezoge, er öppis cho choufe. Du chunnt im Ougeblick der Rosshändler Leupi derzue u lärmidiert:
„Schlüüf ihm uus, schlüüf ihm uus, lue, das ischt e Hundswätter! Wen er ein am Hälfterli het u cha i d`Ohre brümele, ertrünnt men ihm nümme!“

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