Florescu Catalin Dorian

Catalin Dorian Florescu wurde 1967 in Temesvar (Rumänien) geboren. 1976 verliess er mit seinem Vater das Heimatland Richtung Italien und Amerika. Nach der vorläufigen Rückkehr nach Rumänien, emigrierte der Autor 1982 endgültig in die Schweiz. Er absolvierte die Matura und studierte Psychologie. Florescu lebt und arbeitet heute in Zürich. Catalin Dorian Florescu hat in verschiedenen Zeitschriften veröffentlich und mit „Wunderzeit“ seinen ersten Roman vorgelegt für den er zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Die Geschichte besticht durch die gelungene Komik und die grosse Erzählfreude des Autors.

Links
www.florescu.ch
www.srf.ch/play/radio/buchzeichen/audio/catalin-dorian-florescu-schreiben-in-der-zweiten-sprache?id=479e4970-40d0-42d9-914f-b57862573220
www.spiegel.de/kultur/literatur/catalin-dorian-florescu-der-mann-der-das-glueck-bringt-a-1076194.html
www.zeit.de/kultur/literatur/2016-05/catalin-dorian-florescu-der-mann-der-das-glueck-bringt


Opere:
  • Wunderzeit. Roman. Zürich: Pendo-Verlag, 2001
  • Der kurze Weg nach Hause. Zürich: Pendo-Verlag, 2002
  • Der blinde Masseur. Zürich: Pendo-Verlag, 2006
  • Zaira. München: C.H. Beck, 2008
  • Jacob beschliesst zu lieben. Roman. München: C.H. Beck, 2010
  • Der Mann, der das Glück bringt. Roman. München: C.H. Beck, 2016

Premi:
  • Werkjahr der Stadt Zürich (2001) für das Romanprojekt „Ein Platz auf der Welt“
  • Hermann-Lenz-Stipendium (2001)
  • Förderpreis zum Chamisso-Preis (2002)
  • Anna-Seghers-Preis (2003)
  • Dienemann-Literaturpreis (2003)

Parte di testo da "Wunderzeit" [S. 9]

Bis heute morgen haben wir in unserer kleinen Zweizimmerwohnung gelebt. Links und rechts und unterhalb von uns wohnten eine Menge anderer Leute. Einige hielten Katzen, Hunde, Kanarienvögel, Schwiegereltern. Es gab in unserer Nachbarschaft siebzehn Schwiegereltern und zwölf Haustiere.
In diesem unserem Land wohnten wir überhaupt alle eng beieinander. Das stärkte unser sozialistisches Lebensgefühl. Bestimmt. Enger wäre es nur gegangen, wenn wir alle in der gleichen Wohnung gelebt hätten. So aber grenzte der Krach von Vater und Mutter an den Krach der Väter und Mütter meiner Freunde.
Von aussen sahen unsere Wohnungen wie kleine beleuchtete Würfel aus, aufeinandergeschachtelt. In ihrem Inneren stritten Erwachsene über weiss ich was. Wenn man ihnen von der dunklen Strasse aus zuschaute, hörte man nichts. Vater hingegen wusste es besser, denn er war nebenbei unser Hausverwalter und bekam einiges mit.

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