Famos Luisa

Luisa Famos wurde am 7. August 1930 in Ramosch im Unterengadin geboren. Nach Abschluss des Lehrerseminars in Chur unterrichtete sie in Sertig, Vnà, Guarda, Dietikon ZH und Altstätten SG. Sie arbeitete in dieser Zeit auch für das rätoromanische Radio und Fernsehen; die erste romanische Fernsehsendung wurde von ihr moderiert. 1963 heiratete sie den Ingenieur Jürg Pünter. Mit ihm und den zwei Kindern lebte sie von 1969 bis 1972 in Honduras und Venezuela, anschliessend in Bauen UR. Wegen ihrer Krebserkrankung zog sie schliesslich in ihr Heimatdorf Ramosch zurück; dort starb sie am 28. Juni 1974 mit nur 44 Jahren. Luisa Famos veröffentlichte ihre Gedichte zuerst unter dem Pseudonym Flur da Riva in Anthologien sowie in verschiedenen Zeitschriften und Kalendern, unter anderem im Chalender Ladin. Der erste Gedichtband „Mumaints“, 1960 im Selbstverlag erschienen, war in drei Wochen vergriffen. Später wurden Gedichte von Famos in zahlreiche Sprachen übersetzt, mehrere auch von verschiedenen Komponisten vertont. Luisa Famos gilt als Erneuerin der Poesie in der romanischen Literatur.

Opere:
  • Mumaints: Poesias. Chur: Selbstverlag, 1960
  • L’hom sün fanestra. In: Prosa rumantscha. Zürich: Schweizer Verlagshaus, 1967
  • Inscunters: Poesias. St. Moritz: Jürg Pünter, 1974
  • Poesias [romanisch und deutsch]. Übertr. von Anna Kurth und Jürg Amann; Nachwort von Iso Camartin. Zürich: Arche-Verlag, 1995
  • Poésies. Présentation et trad. par Denise et Gabriel Mützenberg. Lausanne: L’Age d’Homme, 1999
  • Ich bin die Schwalbe von einst = Eu sun la randulina d’ünsacura. Aus dem Rätoromanischen und mit einem Nachwort versehen von Mevina Puorger und Franz Cavigelli. Zürich: Limmat-Verlag, 2004

Premi:
  • Schillerpreis (1961)

Parte di testo da Vierv ladin

Di d’inviern

Chomps
Culur da pirantüm
Marvs
Corvs fond gös
Da fanzögna
Laschan sur il glatsch
Sbrajs racs
Il bös-ches üna chà
Chi spetta
E suravi ün tschêl
Abandunà

Sco’l cling d’ün sain
Pierla
Il rier d’ün uffant.



Wintertag

Felder
Eisige Farbe
Starre
Krähen spielen
Im Rausch
Schreien heiser
Über dem Eis
Der Baum
Ein wartendes Haus
Darüber verlassen
Der Himmel

Wie heller Glockenklang
Wirbelt
Ein Kinderlachen.

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