Danieli Enrico

Enrico Danieli wurde am 2.9.1952 in Zürich geboren. Nach dem Studium der Medizin war er seit 1978 an verschiedensten Orten als praktizierender Arzt tätig (Ferrara, div. Regionen der Schweiz). Heute übt Danieli seinen Beruf in Zürich aus. Enrico Danieli schreib seit vielen Jahren. Seine erste veröffentlichte Erzählung „Reisen nach Striland“ entstand in den Jahren 1991-1992 in der zeitweiligen Abgeschiedenheit des Appenzellerlandes. Atmosphärische Dichte und lebensernste Prosa charakterisieren Danielis Werk. In seinen Büchern setzt er sich mit den Wucherungen der Zeit, der Ideen und dem Scheitern auseinander.

Opere:
  • Reisen nach Striland. Erzählung. Salzburg / Wien: O.Müller, 1993
  • Schatten der Nacht. Prosa. Salzburg / Wien: O.Müller, 1994
  • Die Ruhe der Welt am Gäbris. Novelle. Salzburg / Wien: O.Müller, 1997
  • Wie durch ein Prisma. Novelle. Zürich: Rotpunktverlag, 1998
  • Die Rapp. Eine Erinnerung. Erzählung. Salzburg / Wien: O.Müller, 1998
  • Kalendergeschichten. Herisau: Appenzeller-Verlag, 1998
  • Konzert für einen Engel. Roman. Herisau: Appenzeller-Verlag, 2000
  • Michaele oder Der Himmel ist ein grosses Loch. Erzählung. Herisau: Appenzeller-Verlag, 2001
  • Villa Leon. Roman. Herisau: Appenzeller Verlag, 2004
  • Meret. München: Utz, 2008
  • Splitter I. München: Utz, 2008
  • Die Toten von Mergoscia. München: Literareon, 2009
  • Splitter II. München: Utz, 2010
  • Jahrbuch der Melancholi. München: Utz, 2011
  • Esplanade. Novelle. München: Utz, 2013
  • Mein lieber Moshe! Erzählung. München: Utz, 2013
  • Präparieren. Präparat. Präparation. (Medizin)Geschichten. München: Utz, 2014
  • Splitter III. Maxima Minimalia. Notate 2010-2014. München: Utz, 2015
  • In Dämmerungen - Nachtporträts. München: Utz, 2016

Premi:
  • Gerhard-Fritsch-Preis (1993)
  • Erster Preis des Freiburger Literaturwettbewerbs (1994)
  • Anerkennungspreis der Stadt Zürich (1994)
  • Literaturpreis der deutschen Wirtschaft im deutschen Industrieverband (1996)
  • Erster Literaturpreis "Arbeit und Alltag" der gewerkschaftlichen Bildungszentrale Schweiz (1996)

Parte di testo da "Michaele oder Der Himmel ist ein grosses Loch" [S. 49-50]

Noch war die gelbliche Beule auf Michaeles Stirn zu erkennen und noch klagte er über Kopfschmerzen. „Die Bilder laufen“ – diesen Ausdruck gebrauchte er mehrmals an diesem Abend, es komme ihm vor, als könne er sie nicht festhalten. Luisa hatte ihren Freund verwundert angeschaut und ihn nicht verstanden. Was wollte er sagen? Als er beifügte, dass schwarz manchmal weiss und weiss manchmal schwarz sei, und sie ihn fragte, ob er die Farben im farbigen Teil des Films meine oder die im dokumentarischen, schüttelte er den Kopf und warf sich – endlich, dachte Luisa, er ists doch! - mit der für ihn typischen Geste die Locken aus der Stirne.

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