Caspar Franz

Franz Caspar wurde am 17. September 1916 in Rapperswil am Zürichsee geboren. 1936 machte er die Matura und studierte anschliessend Sprachen, Literatur, Geschichte und Soziologie an den Universitäten Fribourg, Bern und Zürich. Während seiner Studienzeit, die er zu diesem Zweck unterbrach, machte Caspar eine Lehre als Verlagsbuchhändler bei Benziger in Zürich und Einsiedeln. 1942 wanderte er nach Argentinien aus und war fortan als Entwicklungshelfer und Kaufmann tätig. Sein Besuch bei einem Indianerstamm im brasilianischen Mattogrosso verarbeitete er sowohl literarisch als auch mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Nach Europa zurückgekehrt setzte Franz Caspar von 1950-53 in Hamburg seine universitäre Laufbahn fort und promovierte in Ethnologie, Psychologie und Politikwissenschaft. Drei Jahre darauf übersiedelte er nach Zürich, wo er als leitender Angestellter in der Meinungsforschung und im Buchverlag arbeitete. 1967 gründete Franz Caspar das Schweizerische Jugendbuch-Institut, dem er das Johanna-Spyri-Archiv angliederte. Daneben hat er sich unter anderem als Gründungsmitglied der Internationalen Forschungsgesellschaft für Kinder- und Jugendliteratur um die Jugendbuchforschung verdient gemacht. Caspar war auch selber als Autor und Übersetzer tätig. Am bekanntesten ist wohl seine Übertragung von U.Williams` „Adventures of the Little Wooden Horse“, welches er unter dem Titel „Das Rössli Hü“ (1938) in deutscher Sprache veröffentlichte und dazu die Fortsetzung „Das Rösslein Hü fährt wieder in die Welt“ schrieb. Auch der Dackel „Fridolin“ stammt aus seiner Feder. Franz Caspar starb am 13. April 1977 in Strobl-St.Wolfgang.

Links
fridolin.juniorwebaward.ch/startseite/ueber_den_autor_/interview_mit_frau_caspar.html

Opere:
  • Allein unter Indios. Meine Einmann-Expedition zu den Tupari-Indianern am Matto-grosso. Zürich: Buchgemeinschaft Ex libris, 1952
  • Ursula Moray Williams: Das Rösslein Hü. Seine lustigen und gefährlichen Abenteuer. Aus dem Englischen übersetzt von Franz Caspar. Einsiedeln: Benziger&Co.A.G., 1938
  • Das Rösslein Hü fährt wieder in die Welt. Zeichnungen von Margrit von Martiny. Einsiedeln: Benziger, 1952
  • Fridolin. Eine lustige Dackelgeschichte für Kinder. Mit Zeichnungen von Hans P. Schaad. Aarau: Sauerländer, 1959

Parte di testo da "Fridolin" [S. 28-29]

Eine Weile blieb Fridolin in der dunklen Ecke des Viehwagens liegen. Die Zunge hing ihm weit aus dem Maul. Er keuchte, und sein Herz schlug zum Zerspringen.
„Du hast Glück gehabt“, sagte eine Kuh und beugte ihren mächtigen Kopf zu ihm hinunter. „Einen Hund habe ich noch selber von der Ladebrücke gestossen, sonst hätte er dich sicher gefunden. Was hast du denn Dummes angestellt, dass sie dir so nachgelaufen sind?“
„Liebe Frau Kuh“, sagte Fridolin, „ich habe gar nichts angestellt, ganz sicher nicht. Es ist einfach wegen dem Halsband. Die andern Hunde mögen es nicht leiden, weil sie selber kein so schönes Band haben. Findest du es nicht auch hübsch, Frau Kuh?“
„Sag nicht `Frau Kuh` zu mir. Sag einfach `Lisa` das ist mein Name“, erwiderte die Kuh. „Und wie heisst eigentlich du?“
„Mein Name ist Fridolin, und mein Meister heisst Willi“, antwortete er. „Er hat mir das Halsband heute morgen geschenkt. Weißt du, heute ist mein Geburtstag.“
Und er erzählte Lisa, dass er seinen jungen Meister zur Schule begleitet hatte, wie gut es ihm auf dem Heimweg zuerst gegangen war und wie dann plötzlich die andern Hunde über ihn herfallen wollten.

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