Brechbühl Beat

Beat Brechbühl wurde am 28.7.1939 in Oppligen bei Bern geboren. Nach der Schule absolvierte er eine Schriftsetzerlehre in Bern. Von 1961 bis 1964 war er Redaktor in Egnach/Bodensee, 1964/65 Setzer in Berlin und Zürich. In den Jahren 1966 bis 1971 arbeitete Brechbühl als Herstellungsleiter in einem Zürcher Verlag. Seit 1971 ist er "freier Schreiber und Bildermacher", anfänglich in Wald (Kanton Zürich), wo er 1980 den Verlag "Im Waldgut" gründete, den er 1988 nach Frauenfeld umsiedelte. Brechbühl ist im Literaturbereich nach wie vor aktiv, ist er doch Mitorganisator der Frauenfelder Lyriktage (seit 1991) und Organisator der Frauenfelder Handpressen Messe (seit 1992). Beat Brechbühl lebt heute in Pfyn (Kanton Thurgau). Einen wesentlichen Platz in Brechbühls Werk nimmt die Lyrik ein. Von den zehn Gedichtbändchen, die er veröffentlicht hat, bezeugen allein schon die Titel die poetische Erfindungskraft und Originalität ihres Autors. Das Spiel zwischen Phantasie und Realität ist ein wesentliches Merkmal von Brechbühls Werken. "Traumhämmer. Gedichte aus zehn Jahren" (1977) ist eine Zusammenfassung der lyrischen Werke des Autors. Daneben hat Brechbühl Erzählungen ("Die Glasfrau", 1985), Kindergeschichten ("Geschichten vom Schnüff",1976), Romane ("Liebes Ungeheuer Sara", 1991) und Drehbücher geschrieben.

Links
www.waldgut.ch
www.art-tv.ch/4398-0-beat-brechbuehl--atelier-bodoni.html

Opere:
  • Spiele um Pan. Egnach: Clou, 1962
  • Auf der Suche nach den Enden des Regenbogens. Zürich: Diogenes, 1970
  • Kneuss. Zwei Wochen aus dem Leben eines Träumers und Querulanten, von ihm selber aufgeschrieben. Zürich: Diogenes, 1970
  • Der geschlagene Hund pisst an die Säulen des Tempels. Zürich: Diogenes, 1972
  • Branchenbuch. Zürich / Köln: Benziger, 1974
  • Nora und der Kümmerer. Düsseldorf: Claassen, 1974
  • Draussen ein ähnlicher Mond wie in China. Pfaffenweiler: Pfaffenweiler Presse, 1975
  • Geschichten vom Schnüff. Zürich / Köln: Benziger, 1976
  • Traumhämmer. Gedichte aus zehn Jahren. Zürich / Köln: Benziger, 1977
  • Schnüff, Herr Knopf und andere Freunde. Zürich: Benziger, 1977
  • Das Plumpsfieber. Zürich: Schweizer Jugendschriftenwerk, 1978
  • Lady raucht Gras und betrachtet ihre Beine. Pforzheim: Hertenstein Presse, 1979
  • Schnüff, Maria, 10 Paar Bratwürste. Zürich / Köln: Benziger, 1982
  • Temperatursturz. Bern: Erpf, 1984
  • Die Glasfrau und andere merkwürdige Geschichten. Zürich: Nagel & Kimche, 1985
  • Dschingis, Bommel und Tobias. Zürich: Nagel & Kimche, 1986
  • Katzenspur, hohe Pfote. Pforzheim: Hertenstein Presse, 1988
  • Liebes Ungeheuer Sara. Zürich: Nagel & Kimche, 1991
  • Josef und Elisa. Bern: Zytglogge, 1991
  • Fussreise mit Adolf Dietrich. Erzählung. Zürich: Nagel & Kimche, 1999
  • Vom Absägen der Berge. Gedichte. Zürich: Nagel & Kimche, 2001
  • Die Tanne brennt ! Geschichten zur Vorweihnachtszeit. Frauenfeld: Huber, 2007
  • Der Treueprüfer. Geschichten. Frauenfeld: Huber, 2008
  • Wo die Bilder wohnen. Der Maler Jürg Wylemann besucht sein Werk. Erstfeld: Edition Pudelundpinscher, 2011
  • Wir sind Weihnachten. Ihr auch? 13 Weihnachtsgeschichten für alle Jahreszeiten. Zürich: Offizin, 2013
  • Farben, Farben! Gedichte. Frauenfeld: Waldgut, 2016

Premi:
  • Werkjahr des Kantons Zürich (1973)
  • Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis (1975)
  • Zürcher Kinderbuchpreis (1978)
  • Literaturpreis der Stadt Bern (1985)
  • Österreichischer Kinderbuchpreis (1987)
  • Bodensee-Literaturpreis (1999)
  • Ehrengabe der Stadt Zürich (1999)
  • Thurgauer Kulturpreis für das Gesamtwerk (1999)
  • Preis der Schweizerischen Schillerstiftung für das Gesamtwerk (1999)
  • Internationaler Bodensee Literaturpreis (1999)

Parte di testo da "Meinst du mich?" in "Die Glasfrau und andere merkwürdige Geschichten" [S. 23-24]

Es war einmal ein Mann, der hiess Ernest Charron, und er war vor fünfzig Jahren in diese Stadt gekommen, in der man das zweite e in seinem Vornamen vergass. In den letzten Jahren sagten die wenigen Leute, die Ernest noch kannten: "Der Scharro macht's nicht mehr lange, dem blättert die Haut von den Knochen, wie das Gebrabbel von seinem Kinn tropft." Aber Ernest dachte nicht daran, es noch kürzer oder länger zu machen - er machte es einfach, fand jedoch auch, dass seine Aussprache nicht so nass sein müsste, wie sie war; daran hatten, vermutete Ernest, einige Zahnärzte, die zum Teil schon tot waren, ihre Schuld. Es war Sonntag, und an Sonntagen stand Ernest zwei Stunden später auf als an Werktagen, das hatte er sich mit den Jahren so angewöhnt, denn auch die "Harmonie", seine Stammbeiz, öffnete sonntags erst um zwei. Ernest kramte ein bisschen in seiner grauen Wohnung herum und band sich eine Krawatte um. Seit zehn Jahren war es dieselbe Krawatte, sie glänzte an einigen Stellen ein bisschen zu schwarz, und an einigen Stellen war sie ein bisschen zu matt, aber für Ernest war es eine Krawatte, und wenn er sie umband, war es Sonntag.

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