Brambach Rainer

Rainer Brambach wurde am 22. Januar 1917 in Basel als Sohn eines deutschen Klavierstimmers aus Köln geboren. Nach dem Besuch der Primar- und Sekundarschule begann Brambach mit 14 Jahren eine Lehre als Flachmaler, aus der er dreimal davonlief. Nach längerer Arbeitslosigkeit, nach Gelegenheitsarbeit als Laufbursche, als Landarbeiter, Möbelpacker, Torfstecher, Werbetexter und Steinmetz war er schliesslich im Landschaftsbau tätig. Vor dem Zweiten Weltkrieg unternahm er ausgedehnte Wanderungen durch Frankreich, Deutschland und Österreich. 1939 wurde er als deutscher Staatsangehöriger in die Wehrmacht eingezogen; nach drei Wochen entzog er sich dem Dienst durch Desertion in die Schweiz, wo er vorübergehend interniert wurde. Seit Anfang der sechziger Jahre lebte er als freier Schriftsteller in der Basler St.-Alban-Vorstadt. Rainer Brambach starb am 14.Juni 1983. Erste literarische Versuche machte Brambach ab 1947; seit ungefähr 1953 trat Brambach mit seinen Texten an die Öffentlichkeit. Das schmale Werk des Lyrikers ist ein Glücksfall. Die Regel, dass in modernen Gedichten Dunkelheit der Preis einer authentischen Dichtersprache sei, ist hier ausser Kraft. Das scheinbar Einfache ist immer voll von Ungereimtheiten und Gegensinn. Als Gärtner-Dichter wurde Brambach zur Legende.

Links
www.ub.unibas.ch/cmsdata/spezialkataloge/bla/brambach_rainer.html

Opere:
  • Sieben Gedichte. Privatdruck, 1947
  • Tagwerk. Gedichte. Zürich: Fretz und Wasmuth, 1959
  • Wahrnehmungen. Prosa. Zürich: Fretz und Wasmuth, 1961
  • Marco Polos Koffer. Gedichte, zus. mit Jürg Federspiel. Zürich: Diogenes, 1968
  • Ich fand keinen Namen dafür. Gedichte. Zürich: Diogenes, 1969
  • Für sechs Tassen Kaffee und andere Geschichten. Prosa. Zürich: Diogenes, 1972
  • Kneipenlieder. Gedichte. Zürich: Diogenes, 1974
  • Wirf eine Münze auf. Gedichte. Zürich: Diogenes, 1977
  • Auch im April. Gedichte. Zürich: Diogenes, 1983
  • Zeit wär’s. Gedichte und Prosa aus dem Nachlass. Karlsruhe: von Loeper, 1985
  • Heiterkeit im Garten. Das gesamte Werk. Zürich: Diogenes, 1989

Premi:
  • Hugo-Jacobi-Preis (1955)
  • Literaturpreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie (1958)
  • Kunstpreis der Stadt Basel (1982)

Parte di testo da "Heiterkeit im Garten. Das gesamte Werk" [S. 163]

Alltag
Gehen, wohin ich muss
Einen jungen Baum pflanzen
Den Garten loben, auch wenn es lange regnet
Das Rad ölen
und die Bremse prüfen
Die Zeitung lesen, ohne den Wunsch auszuwandern
Freunde empfangen
Vergessen können
Rosen oder Hühner?
Gedichte schreiben
und nicht auf die Musik der Bassgeigen
am Himmel hören
der blau oder bewölkt ist.

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