Bichsel Therese

Therese Anderegg-Bichsel wurde am 17. Februar 1956 in Hasle bei Burgdorf geboren. Nach der Matura studierte sie Germanistik und Anglistik an der Universität Bern. Es folgten Auslandsaufenthalte in Paris und in den USA. Bichsel war während mehr als einem Jahrzehnt als Journalistin und Redaktorin tätig. Seit 1995 arbeitet sie als Autorin und Kursleiterin. Die Mutter von zwei Kindern schreibt Romane mit historischem Hintergrund. Therese Bichsel lebt mit ihrer Familie in Unterseen (Berner Oberland)

Links
www.theresebichsel.ch

Opere:
  • Schöne Schifferin. Auf den Spuren einer aussergewöhnlichen Frau. Roman. Bern: Zytglogge, 1997
  • Die Reise zum Einhorn. Roman. Bern: Zytglogge, 1999
  • Das Haus der Mütter. Bern: Zytglogge, 2001
  • Catherine von Wattenwyl. Amazone, Pfarrfrau und Spionin. Oberhofen: Zytglogge, 2004
  • Ihr Herz braucht einen Mann. Roman. Bern: Zytglogge, 2006
  • Nahe den Eisriesen. Prominenz in der Alpenprovinz von Goethe bis Hodler. Porträts. Oberhofen: Zytglogge, 2008
  • Grossfürstin Anna. Flucht vom Zarenhof in die Elfenau. Roman. Oberhofen: Zytglogge, 2012
  • Die Walserin. Roman. Oberhofen: Zytglogge, 2015

Premi:
  • 1.Preis Berner Kurzgeschichtenwettbewerb (1996)

Parte di testo da "Ihr Herz braucht einen Mann"

Viel lieber als die Nähnadel hielt sie die Feder in der Hand und schrieb Briefe. Aber damit liess sich kein Geld verdienen. In den Briefen an die verstorbene Mutter konnte sie das festhalten, was sie bewegte.
Wie schön war es, wenn sich Worte in ihr formten und auf dem Papier Gestalt annahmen. Fast andächtig folgte sie den Bewegungen der Feder, die Linien zu Buchstaben schlang, Buchstaben zu Wörtern verband und wie von selbst über den Bogen glitt. Das leise Kratzen der Feder hatte es ihr angetan. Beim Schreiben vergass sie die Zeit und alles um sich herum, das Licht brannte herunter und sie merkte es nicht, schrak erst auf, wenn der Docht mit einem leisen Zischen ins letzte Wachsrestchen fiel. Nur ihre Gedanken und die Gefühle zählten, und diese konnte sie auf dem Papier einfangen. Es entstand etwas Eigenes, etwas, das nur ihr gehörte und aus ihrer Feder floss.

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