Zollinger Albin

Albin Zollinger wurde am 24. Januar 1895 in Rüti ZH geboren. Die frühen Kindheits- und ersten Schuljahre verbrachte er im Zürcher Oberland, ehe die Familie im Jahr 1903, wegen einer Lungenkrankheit des Vaters, die einen Klimawechsel nötig machte, nach Argentinien auswanderte. Vier Jahre später kam es zur Rückkehr in die Schweiz und Zollinger beendete die Sekundarschule um 1912 an das Lehrerseminar Küsnacht zu wechseln. In diese Zeit fielen auch seine literarischen Anfänge. Albin Zollinger begann zu schreiben und organisierte literarische Abende. Ab 1914 wurde seine Ausbildung zum Lehrer mehrmals durch den Militärdienst unterbrochen. Im Frühjahr 1916 schliesslich verliess Zollinger das Seminar und arbeitete fortan im Lehrerberuf. Zwischen den Weltkriegen wurde er zur führenden Persönlichkeit in der Wiederbelebung der Schweizer Literatur. Seine Tätigkeit zwischen Schulstube und Schreibmaschine wurde in den späteren Dreissiger Jahren durch den Aktivdienst unterbrochen. Zollinger stellte sich unerschrocken den drängenden Gegenwartsfragen: der bedrohten Geistesfreiheit, den Auswüchsen des Kapitalismus, der Geistigen Landesverteidigung, dem spanischen Bürgerkrieg und der schweizerischen Neutralität. Er verfasste kulturkritische und politische Schriften in denen er sich gegen die nach seiner Meinung zu nachgiebigen Haltung der Schweiz gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland wandte. Albin Zollinger gehörte zu den weitsichtigsten und integersten Intellektuellen seiner Generation. Gegen Ende seines Lebens wurde der Dichter von einem Schaffensdrang gequält, der ihn auch körperlich schädigte. Albin Zollinger starb am 7. November 1941 in Zürich. Zollinger gilt als einer der bedeutendsten Lyriker der Schweizer Literaturgeschichte. Seine Werke in Prosa dagegen wurden von der Kritik weitgehend mit Zurückhaltung aufgenommen, spiegeln aber auf unmittelbare Weise die Seele eines Dichters, der mit Hilfe des Schreibens seinen Zustand ertragen konnte. Zollingers Romane sind durch leidvolle persönliche Erfahrungen bestimmt und auch belastet.

Liens
www.zb.unizh.ch/Medien/spezialsammlungen/handschriften/nachlaesse/zollingeralbin.pdf
www.linsmayer.ch/autoren/Z/ZollingerAlbin.html
www.srf.ch/sendungen/sinerzyt/begegnung-mit-albin-zollinger
pfanniblog.blogspot.ch/2013/04/auf-den-spuren-von-max-frisch-und-albin.html

Bibliographie :
  • Die Gärten des Königs. Roman. Leipzig: Grethlein&Co., 1921.
  • Die verlorene Krone. Märchen. Leipzig: Grethlein+Co., 1922.
  • Der halbe Mensch. Roman. Leipzig: Grethlein+Co, 1929.
  • Gedichte. Zürich: Rascher+Co., 1933.
  • Sternfrühe. Neue Gedichte. Zürich: Morgarten-Verlag A.G., 1936.
  • Stille des Herbstes. Gedichte. Zürich: Morgarten-Verlag A.G., 1939.
  • Haus des Lebens. Gedichte. Zürich: Atlantis, 1939.
  • Die grosse Unruhe. Roman. Zürich: Atlantis, 1939.
  • Pfannenstiel. Die Geschichte eines Bildhauers. Roman. Zürich: Atlantis, 1940.
  • Der Fröschlacher Kuckuck. Leben und Taten einer Stadt in zwanzig Abenteuern. Zürich: Atlantis, 1941.
  • Bohnenblust oder Die Erzieher. Pfannenstiel Zweiter Teil. Zürich: Atlantis, 1942.
  • Das Gewitter. Novelle. Zürich: Atlantis, 1943.
  • Werkausgabe. Hrsg. von Silvia Weimar. 6 Bände. Zürich: Artemis, 1981-1984.

Extrait de "Herbstland" in "Stille des Herbstes"

Die Wälder sind wie goldgepresstes Leder
Venedigs, Tupfen Blau und Grün darin,
Erinnerung an Adria und Zeder,
Reissen das Herz zu späten Träumen hin.

Einmal wird`s kommen, dass ich von der Höhe
Des Herbstes auf die letzte Landschaft seh.
In Prunk gebunden, liegt die Epopöe
Des Erdenwandels vor Gebirgen Schnee.

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