Viragh Christina

Christina Viragh wurde am 23. Januar 1953 in Budapest geboren. 1960 emigrierte sie mit ihrer Familie in die Schweiz. Viragh wuchs in Luzern auf, wo sie auch die Schulen besuchte. Nach der Matura studierte sie Philosophie, Französische und Deutsche Literatur in Fribourg und Lausanne. Von 1985-1987 war Viragh Teaching Assistant für Französisch an der University of Manitoba. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit hat sich Viragh vor allem als kongeniale Übersetzerin aus dem Französischen, Englischen und Ungarischen einen Namen gemacht. (u.a. Werke von Imre Kertész und Sándor Márai). Ihr eigenes Schreiben umfasst bisher vier Romane und Beiträge für diverse literarische Zeitschriften. Christina Viragh lebt und arbeitet in Rom.

Liens
www.srf.ch/player/radio/reflexe/audio/mit-preisen-ueberhaeuft-uebersetzerin-christina-viragh?id=3b4a4123-90fa-42f9-8f8d-571079bc0c9b
www.srf.ch/sendungen/menschen-und-horizonte/christina-viragh-uebersetzerin-mit-leib-und-seele
www.videoportal.sf.tv/video?id=615d6b5b-c70a-4ec8-9212-dba3f8f1466b
www.migrosmagazin.ch/kochen/kochen-mit/artikel/zutaten-eines-gerichtes-muessen-zu-mir-passen

Bibliographie :
  • Unstete Leute. Roman. Stuttgart: Klett-Cotta, 1992
  • Rufe von jenseits des Hügels. Roman. Stuttgart: Klett-Cotta, 1994
  • Mutters Buch. Roman. Stuttgart: Klett-Cotta, 1997
  • Pilatus. Roman. Zürich: Ammann, 2003
  • Im April. Zürich: Ammann Verlag, 2006

Distinctions :
  • Werkjahr Kanton und Stadt Luzern (1992)
  • Gastpreis Kanton Bern (1992)
  • Förderpreis Schweizerische Schillerstiftung, Zürich (1992)
  • Hermann-Ganz-Preis SSV (1993)
  • Werkbeitrag Pro Helvetia, Aufenthalt am Schweiz. Institut in Rom (1993/94)
  • Förderpreis STEO-Stiftung (1994)
  • Anerkennungspreis Stadt Luzern (1998)
  • Arbeitsstipendium Ilse-Langner-Dramatikerwettbewerb,Darmstadt (1999)
  • Werkpreis Innerschweizer Literaturförderung (2000)
  • Werkbeitrag Pro Helvetia (2000 / 2003)
  • Einzelwerkpreis der Schillerstiftung (2003)
  • Zuger Übersetzerstipendium (2009)
  • Europäischer Übersetzerpreis (2012)
  • Preis der Leipziger Buchmesse für Übersetzung (2012)
  • Werkbeitrag Pro Helvetia (2013)

Extrait de "Pilatus" [S. 23-24]

Dann suchten wir eine Schachtel für die Katze. Jolan zeichnete mit der Kreide ein Gitter auf den Deckel und bohrte an den Schnittstellen der Linien mit der Schere Löcher hinein. Die Katze machte die Augen zu, weil die Schere stark glänzte.
Ich habe die Puppe hier herübergebracht und den Taft daran festgesteckt, aber auch so verzieht er sich auf einer Seite. Ich verstehe nicht, wie Jolan mit ihrem Halbwissen leben kann. Es ist ein über die Zeit verteiltes halbes Wissen: Manchmal erinnert sie sich gut an den Tag, dann wieder weiss sie nichts mehr. Sie hat die Schachtel in beide Hände genommen und zur Katze geredet, während sie die Treppe hinunterstieg.

précédent