Tavel Rudolf von

Rudolf von Tavel wurde am 21. Dezember 1866 in Bern geboren. Er stammte aus einer Berner Patrizierfamilie. Er besuchte die Schulen in seiner Heimatstadt und studierte später Jurisprudenz und Kamerawissenschaft in Deutschland. Nach seiner universitären Ausbildung war er als Redaktor und Direktionssekretär tätig. Sein Prosaerstling „Ja gäll, so geit`s!“ wurde gleich zum Erfolg. Es folgten weitere Mundartwerke, mit denen der Dichter den Dialektroman als eigenständige Gattung etablierte. Von Tavel gilt neben Simon Gfeller als der meistgelesene Mundartdichter seiner Zeit. Das Hauptthema seiner Schriften war, ganz seiner Herkunft entsprechend, die Darstellung einer geschlossenen aristokratischen Welt, die nur eine äussere Beziehung zu Bauern- und Bürgertum pflegt. Rudolf von Tavel starb am 18. Oktober 1934 in Bern.

Liens
www.rudolfvontavel.ch/
www.srf.ch/player/radio/schnabelweid/audio/waer-isch-dr-rudolf-vo-tavel-gsii?id=8918d665-117a-439e-826c-423830e713d1
denkmalpflege-schweiz.ch/2015/12/28/rudolf-von-tavel-und-der-schoenste-ort-im-bernerland/

Bibliographie :
  • Jä gäll so geit`s! E luschtigi Gschicht uus truuriger Zyt. Bern: Francke, 1901
  • Der Houpme Lombach. Berndeutsche Novelle. Bern: Francke, 1903
  • Götti und Gotteli. Berndeutsche Novelle. Bern: Francke, 1906
  • E Gschicht us de trübste Tage vom alte Bärn. Bern: Francke, 1907
  • Stärn vo Buebebärg. Bern: Francke, 1907
  • D`Frau Kätheli und ihri Buebe. Berndeutsche Erzählung. Bern: Francke, 1910
  • Gueti Gschpane. Berndeutsche Erzählung. Bern: Francke, 1913
  • Heinz Tillmann. Roman. Bern: Francke, 1920
  • D`Haselmuus. E Gschicht us em Undergang vom alte Bärn. Bern: Francke, 1922
  • Ds verlorne Lied. Berndeutscher Roman. Bern: Francke, 1926
  • Veterane-Zyt. Roman. Bern: Francke, 1927
  • Der Frondeur. Berndeutscher Roman aus dem 17.Jahrhundert. Bern: Francke, 1929
  • Ring i der Chetti. Ä Läbesgschicht. Bern: Francke, 1931
  • Meischter und Ritter. Roman. Bern: Francke, 1933

Extrait de der Kurzgeschichte "E Häxechuchi"

Ds Salon vo der Frou Schultheissi Daxelhofer a der obere Junkeregass het geng chly für ne Häxechuchi gulte. Nid wägem Usgseh. Es isch gäge ds Land use glägen und het hütt Sunneschyn gha bis wyt hindere, so dass di solennelle Familienporträts rächt fründlech us ihrne Rahme gluegt hei. Dir möchtet wüsse, wenn das gsi sygi? He nu, grad sächs Jahr nam Tod vom Herr Schultheiss und es halbs Jahr vor der Schlacht bi Malplaquet.
Der Major Romulus vo Graviseth, wo jitz uf das Huus zue cho isch, het drygluegt, wi wenn er uf der Zunge hätti, z`frage: was choschtet dä ganz Bättel? Und dermit isch d`Stadt Bärn mit allnen ihrne Rächtsame gmeint gsi. Er het das Salon gkennt vo der Buebezyt här und zum voruus gwüsst, dass da ungfähr no alles am gyche Platz würdi stah, wi vor zwänzg Jahr. Scho meh wundergno het`s ne, wi d`Frou Luise Daxelhofer wärdi usgseh, di jungi Witwe.

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