Siegfried Anita

Anita Siegfried wurde am 13. Juni 1948 in Aarau geboren. Aufgewachsen ist sie in ihrer Geburtstadt und in Basel. Siegfried studierte Urgeschichte und klassische Archäologie in Zürich. Nach längeren Auslandsaufenthalten, unter anderem in Rom, wo sie sich wissenschaftlich und journalistisch betätigte, arbeitete sie als Redaktorin und als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Seit 1994 ist Anita Siegfried freie Schriftstellerin und lebt mit ihrer Familie in Zürich. Sie hat bisher vor allem Kinder- und Jugendbücher, sowie Sachbücher zu historischen Themen verfasst. „Die Ufer des Tages“ aus dem Jahr 2000 ist ihr erster Roman.

Liens
www.anitasiegfried.ch
www.linsmayer.ch/autoren/S/SiegfriedAnita.html

Bibliographie :
  • Mond im Kreis. Aarau: Aare, 1993
  • Bis Tag und Nacht sich gleichen. Aarau: Aare, 1994
  • Auf der Gasse und hinter dem Ofen. Eine Stadt im Spätmittelalter. Ill. Jörg Müller. Hrsg. Jörg E. Schneider. Aarau: Sauerländer, 1995
  • Alinors Lied. In den Wind hinaus. Aarau: Aare, 1996
  • Cola-Fröschchen. Kinderroman mit Vignetten von Verena Ballhaus. Zürich: Nagel & Kimche, 1997
  • Der blaue Schal. Zürich: Nagel & Kimche, 1998
  • Höhle, Fass und Wolkenkratzer. Wohnen früher und heute. Mit Anne Guddal. Ill Bruno Bosshard und Martin Senn. Zürich: Zürcher Lehrmittelzentrale, 1998
  • Zapp Zappina ! Eine Zeitreise mit Zürichs Frauen. Mit Katja Rauch. Ill. Sile Vanderoye. Hrsg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Zürich. Bern: eFeF-Verlag, 1998
  • Kleine Schwester der Nacht. Illustrationen von Hannes Binder. Zürich: Nagel & Kimche, 1999
  • Die lautlosen Reiter, Erzählung. In: Von Gestern und Morgen. Anthologie. Hamburg: Verlag Oetinger, 2000
  • Paulas Geheimnis. Eine Geschichte aus der Jungsteinzeit. Zürich: SJW, 2000
  • Die Ufer des Tages. Roman. Zürich: Nagel & Kimche, 2000
  • Max ist los. Im Affentempo durch Zürich. Zürich: Atlantis, 2001
  • Mira - Stella mirabilis. Zürich: Dörlemann-Verlag, 2004
  • Flug in die Nacht. Illustrationen von Hannes Binder. Düsseldorf: Sauerländer, 2005
  • Baschi Zischer. Ein Jahr quer durch Basel. Basel: Spalentor Verlag, 2007
  • Die Schatten ferner Jahre. Zürich: Dörlemann Verlag, 2007
  • Glück gehabt. Zürich: SJW, 2008 (Kinderbuch über Augusta Raurica)
  • Lelech und Nardu. Pfahlbauer am Zugersee. Zürich: SJW, 2013 (Jugendroman über den Alltag in einem Pfahlbauerdorf vor 5000 Jahren)
  • Parzival. Der Rote Ritter. Zürich: SJW, 2014
  • Steigende Pegel. Roman. Zürich: Bilger, 2016

Distinctions :
  • „Mond im Kreis“ auf Auswahlliste zum Schweizer Jugendbuchpreis (1994)
  • Förderungspreis des Aargauer Kuratoriums für „Bis Tag und Nacht sich gleichen“ (1994)
  • „Auf der Gasse und hinter dem Ofen“ auf Auswahlliste zum Schweizer Jugendbuchpreis und auf Auswahlliste Deutscher Jugendbuchpreis (1996)
  • Förderungspreis des Aargauer Kuratoriums für „Cola-Fröschchen“ (1996)
  • „Alinors Lied“ Auswahlliste Schweizer Jugendbuchpreis und unter den sieben Besten des Zürcher Kinderbuchpreises „La vache qui lit“ (1997)
  • "Der blaue Schal" auf der Herbst-Empfehlungsliste des Saarländischen Rundfunks, Radio Bremen und des WDR (1998)
  • "Der blaue Schal" auf der Vorschlagsliste August der JuBu-Crew Göttingen (1998)
  • Schweizer Jugendbuchpreis für "Zap Zappina" (1999)
  • "Der blaue Schal" auf Empfehlungsliste. Hans-im-Glück-Preis (2000)
  • "Kleine Schwester der Nacht". La vache qui lit: Die "sieben Besten" (2000)
  • Ehrengabe der Stadt Zürich für „Die Ufer des Tages“ (2000)
  • Werkbeitrag des Kantons Zürich (2001)

Extrait de "Die Ufer des Tages" [S. 56]

Es war zwei Uhr, als das Päckchen leer war und sie sich endlich hinlegte. Sie sehnte den Schlaf herbei, aber er wollte nicht kommen, wie so oft in letzter Zeit, obwohl die einsamen Nächte die ruhelosen abgelöst haben.
Auch daran gewöhnt man sich, er liege die ganze Nacht schlaflos, sagte er, und wenn sie aufwachte, nahm sie seinen heftigen Atem neben sich wahr, hörte seine Schritte in der Wohnung, wie er die Tür öffnete und wieder schloss. Sie merkte es, seine Wirklichkeit löste sich auf, das zögerliche Auf- und Zugehen der Tür, es war nicht das erste Mal. Er hüllte sich in seinen Mantel, Blicke prallten daran ab wie kleine Bälle, Gummibälle. Dann legte sich allmählich eine Maske über sein Gesicht, hauchdünnes Metall, den Gesichtszügen entlang, fein gehämmert, an den Mundwinkeln und auf der Stirn ziseliert. Sie lag steif im Bett, lauschte seinen Schritten nach und riss sich die Nagelbetten blutig.

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