Schweikert Ruth

Ruth Schweikert wurde 1965 in Lörrach geboren, wuchs in der Schweiz auf und lebt heute mit ihren vier Söhnen und ihrem Partner in Zürich. 1994 erschien ihr erster Erzählband "Erdnüsse. Totschlagen", für welchen ihr das deutschsprachige Literaturpublikum viel Beachtung schenkte. Die Autorin erzählt Geschichten aus dem ganz normalen Leben und beschreibt mit Präzision und Beobachtungsgabe die kleinen und grösseren Katastrophen des Alltags. Ruth Schweikerts erster Roman mit dem Titel "Augen zu" erschien im Juli 1998. In einer sensiblen Sprache, mit einer Prise Ironie bringt sie das Lebensgefühl junger Frauen zum Ausdruck.

Liens
www.woz.ch/artikel/2005/nr18/kultur/11763.html
www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Die-DownloadProblematik-wird-auch-die-Literatur-erfassen/story/27976265
www.srf.ch/sendungen/52-beste-buecher/wie-wir-aelter-werden-von-ruth-schweikert
www.solothurner-literaturpreis.ch/docs/Solothurner_Literaturpreis_2016_Pressemitteilung.pdf
www.literaturpreise.ch/de/schweizer-literaturpreise-2016/ruth-schweikert/

Bibliographie :
  • Erdnüsse. Totschlagen. Erzählungen. Zürich: Rotpunkt, 1994
  • Paris-Paris. Reflexionen. Ein Buchprojekt von Peter Schweizer (Photographien) und Ruth Schweikert (Text). Pratteln: Edition Schweizer, 1996
  • Augen zu. Roman. Zürich: Ammann, 1998
  • Ohio. Roman. Zürich: Ammann, 2005
  • Wie wir älter werden. Roman. Frankfurt/M.: S. Fischer, 2015

Distinctions :
  • Bertelsmann-Stipendium (1994)
  • Suhrkamp-Stipendium (1996)
  • Projektbeitrag für Drehbuch, Aargauer Kuratorium (mit Eric Bergkraut) (2001)
  • Werkbeitrag Pro Helvetia (2003)
  • Stadtschreiberin in Frankfurt am Main (2015)
  • Schweizer Literaturpreis (2016)
  • Solothurner Literaturpreis (2016)
  • Kunstpreis der Stadt Zürich (2016)

Extrait de "Port Bou" in: "Erdnüsse. Totschlagen" [S. 11]

Ihr Vater also, dachte die Tochter, hatte solche Krampfadern genommen, sie geheiratet, und er hatte sich auf sie draufgelegt; er, mit seinen perfekten braunglänzenden Beinen, ebenbürtig denjenigen von griechischen Götterstatuen. Diesen Vater konnte sie nur verachten. Warum hast du bloss diese grässliche Frau geheiratet, die meine Mutter ist, dieses reine Dienstleistungsgeschöpf, hatte sie ihn gefragt, als sie schon über zwanzig war, so ernsthaft, als sei sie noch ein Kind. Er hatte etwas gemurmelt, das sich anhörte wie eine Entschuldigung: Verpflichtung zur Familie als Keimzelle des Staates. Und er hatte hinzugefügt, diesmal mit leisem Vorwurf über die ungebührliche Frage: deine Mutter ist doch wirklich eine gute Mutter.

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