Lille Roger

Roger Lille (1956-2014) wurde am 17. August 1956 in Zofingen geboren. Nach dem Besuch der Schulen machte er das Sekundarlehrpatent Aargau. Anschliessend belegte er Theaterpädagogik an der Schauspiel-Akademie in Zürich. Lille arbeitete in den folgenden Jahren als Regisseur und Theaterpädagoge. Von 1989 an leitete er die Beratungsstelle Theaterpädagogik des Kantons Aargau, heute Teil der Fachhochschule Nordwestschweiz. Auch das literarische Schaffen von Lille konzentrierte sich mehrheitlich auf den Theaterbereich, so verfasste der Autor diverse Dramen. Roger Lille lebte bis zu seinem Tod am 10. Juni 2014 in Aarau.

Liens
www.assitej.ch/fileadmin/images/Texte_Diverses_d/Nachruf_Roger_Lille.pdf
www.textatelier.com/index.php?id=996&blognr=5156

Bibliographie :
  • Himmel auf Erden. Theaterstück. Schauspielhaus Zürich, 1992
  • Schuhwerk. Theaterstück. Bally Dottikon, 1994
  • Fundstücke. Erzählungen. Zürich: Ammann, 1995
  • Land`s End. Aarau: Sauerländer, 1997
  • Nocturne. Theaterstück. Theater Tuchlaube Aarau, 1997
  • Stauffer & Söhne. Theaterstück. Tabaklager Menzingen AG, 1998
  • Schattegäng. Theaterstück. Kellertheater Bremgarten, 1999
  • Südwärts. Schauspiel. Essen (D), 2000

Distinctions :
  • Förderpreis Literatur Aargauer Kuratorium (1989)
  • Werkbeitrag Aargauer Kuratorium (1991 / 1999)
  • Teilnahme am Ingeborg Bachmann Wettlesen, Klagenfurt (1992)
  • Buch d. Schweiz. Schillerstiftung (1995)
  • Atelierstipendium Berlin Aargauer Kuratorium (1996/97)
  • Werkbeitrag Pro Helvetia (1997)

Extrait de "Ein Magnolienbaum vor dem Fenster" in "Fundstücke" [S. 130-131]

Die Wochen und Monate flossen dahin, es war ein sehnsüchtiges Warten auf das nächste Frühjahr, immer stiller wurde sie, kämmte sich die langen Haare, strich sich die Lippen und puderte ihr Gesicht. Es half nicht, ungeduldig zu sein, die Zeit musste erst vergehen, bis das Glück wieder vor dem Fenster stand. Nur wenn sie sich in Gedanken das Bild der Magnolienblüten malte, glitt ein Lächeln über ihr Gesicht.
An den ersten warmen Tagen suchte sie den Baum wieder nach den Knospen ab. Doch auch in der folgenden Zeit blieben die Äste kahl. Hitze- und Kältewellen durchströmten ihren Körper, voller Angst blickte sie immer wieder hinaus, unruhig ging sie im Zimmer auf und ab. Von Stunde zu Stunde fühlte sie sich fiebriger, legte sich nicht mehr ins Bett, sondern stand hinter dem Vorhang und schob ihn immer wieder zur Seite.

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