Lappert Rolf

Rolf Lappert wurde am 21. Dezember 1958 in Zürich geboren. Mit 16 Jahren ging er von der Schule ab und trat eine Grafikerlehre in einer Werbeagentur in Aarau an. Bereits mit 18 Jahren begann er zu schreiben und veröffentlichte 1981 sein erstes Buch. Seit Ende der 70-er Jahre arbeitet er als freier Schriftsteller. 1986 unterbrach er für mehrere Jahre das Schreiben, gründete einen Jazzclub und unternahm Reisen auf mehreren Kontinenten. Rolf Lapperts Romane erschienen z.T. in langen Abständen. Zwischen 1996 und 2004 arbeitete er als Drehbuchautor, u.a. für das Schweizer Fernsehen (Sitcom "Mannezimmer", 65 Folgen). Seit 1999 lebt er in Irland. Rolf Lapperts Texte zeichnen sich durch eine unprätentiöse poetische Sprache aus und erzählen von Personen, die sich mit Aufbrüchen aus ihrem bisherigen Dasein konfrontiert sehen und mit unbeirrbarem Willen ihr Leben zu meistern suchen.

Liens
ansichten.srf.ch/autoren/rolf-lappert/
www.srf.ch/player/tv/kulturplatz/video/rolf-lappert-%E2%80%93-mit-dem-schweizer-ueberraschungs-autor-unterwegs?id=97932f37-0601-41b2-a319-aa3f2a317e7b
www.literaturport.de/index.php?id=26&user_autorenlexikonfrontend_pi1%5Bal_opt%5D=2&no_cache=1&user_autorenlexikonfrontend_pi1%5Bal_aid%5D=972
www.nzz.ch/nachrichten/kultur/buchrezensionen/zwei_leben_1.673564.html
www.nzz.ch/feuilleton/buecher/den-lauf-der-dinge-bremsen-1.18623347

Bibliographie :
  • Folgende Tage. Basel: Nachtmaschine, 1982
  • Die Erotik der Hotelzimmer. Lyrik. Basel: Nachtmaschine, 1982
  • Passer. Basel: Nachtmaschine, 1984
  • Im Blickfeld des Schwimmers. Lyrik. Basel: Nachtmaschine, 1986
  • Der Himmel der perfekten Poeten. Zürich: Nagel & Kimche, 1994
  • Die Gesänge der Verlierer. Zürich: Nagel & Kimche, 1995
  • Wiener Walzer. Antologie hrsg. von Hansjörg Schertenleib. Zürich: Nagel & Kimche, 2008
  • Nach Hause schwimmen. München: Hanser, 2008
  • Auf den Inseln des letzten Lichts. München: Hanser, 2010
  • Pampa Blues. München: Hanser, 2012
  • Über den Winter. Roman. München: Hanser, 2015

Distinctions :
  • Preis der Schiller-Stiftung (1995)
  • Werkbeitrag der Stadt Zürich (1995)
  • Schweizer Buchpreis (2008)

Extrait de "Nach Hause schwimmen" [S. 541]

Ich bin nicht ertrunken. Statt tot auf dem dunklen Grund des Grabens im Zoo von New York zu liegen, bin ich in Irland. Neun Stunden Flug vom JFK-Airport nach Dublin. Danach fünf Stunden Busfahrt nach Donegal Town, über Cavan und Enniskillen. Die letzte Strecke mit dem Taxi, zwei Stunden durch Kindheitsland, vorbei an Piratensegeln, Zirkuswiesen, an Ritterburgen, Indianerpferden, an sprechenden Eseln, tanzenden Hunden und dem grössten Baum der Welt. Das Haus sehen, nach so langer Zeit, es nicht betreten, noch nicht. Die rote Tür, die Farbe ausgebleicht wie die Erinnerung. Der Hügel eingesunken, kein Berg mehr, nicht einmal für Kinder. Mit geschlossenen Augen dastehen und das Radio hören zwischen dem Rauschen des Meeres. Colms Land, das Gras zum summenden Wald geworden, verschwundene Wege.

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