Lang Ana

Ana Lang wurde am 25. Juni 1946 in Zürich geboren. Sie besuchte die Schule für Gestaltung in Luzern und absolvierte eine Kindergärtnerinnenausbildung. Die Autorin lebt in Uezwil im Freiamt (Kanton Aargau).

Liens
www.nzz.ch/feuilleton/buecher/und-ploetzlich-diese-sehnsucht-nach-dem-leben-1.18684705

Bibliographie :
  • Der rote Gärtner. Spielbilder. Gümligen: Zytglogge, 1989
  • Rauhnacht. Erzählung. Innsbruck: Haymon, 1996
  • Nebel Leben. Erzählung. Bern: Edition H.Erpf, 1997
  • Ein Käfig der Träume. Eggingen: K. Isele Verlag, 2010
  • Helle Zeichen Dunkle. Gedichte und Fotografien. Eggingen: K. Isele Verlag, 2012
  • Geschichten im Gesicht. Eggingen: K. Isele Verlag, 2013
  • Fische im Mond. Roman: Hitzkirch: Ed. Bücherlese, 2015

Distinctions :
  • Werkjahr der Luzerner Literaturförderung (1986)
  • Förderbeitrag Aargauer Kuratorium (1988)
  • Werkbeitrag des Migros-Genossenschaftsbundes (1990)
  • Werkbeitrag Aargauer Kuratorium (1996)
  • Ehrengabe der Stadt Zürich (1997)

Extrait de "Nebel Leben" [S. 16-17]

Mit den kindern ging sie dem strand entlang wie all die tage zuvor. Sie liessen sich von den wellen die füsse lecken, schrieben mit den fingern zeichen in den sand. Dann namen, viele namen. Die der kinder und welche wie Cendrillon und Chaperon rouge.
Die nächsten wellen kamen stürmisch, frassen die linien und punkte auf.
Sie tröstete die kinder. Das meer trüge die namen weg, weit fort an eine ferne küste. Jeder wellenschlag hinterlasse dort einen schriftzug, furche den sand.
Nichts störte das speil. Die brandung nicht, auch nicht die möwen mit ihren kühnen flügen, ihrem gekreisch.
Die zeichen liessen den kindern keine ruhe. Ob denn das meer wisse, was es zu notieren habe, wie es das wisse, und ob die ganze botschaft ans gegenüberliegende ufer gelange.
Vielleicht hinterliesse das meer nur den anfang der geschichten, damit man sich das ende selber erzählen müsste, oder es fände sich nur noch der schluss.
Und so schrieben sie fort unter der sommersonne, zeile um zeile fürs meer, bis der stetige wind immer mehr wolken herantrieb, das wasser peitschte, dass die wogen atemlos auf den strand zustürzten, eine linie hinterliessen, eine linie aus schaum.

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