Imfeld Al

Al Imfeld wurde am 14. Januar 1935 im luzernischen Ezenerlen geboren und starb am 14. Februar in Zürich. Er studierte Theologie, Philosophie, Journalistik, Entwicklungssoziologie und Agrarwissenschaft (Tropenlandwirtschaft). Al Imfeld war bekannt als einer der besten Afrika-Kenner, als engagierter Aufklärer zwischen Schwarzafrika und Europa. Nach vielen Reisen kehrte er anfangs der siebziger Jahre bewusst als Vermittler zwischen Welten, Kulturen, Religionen, Denkweisen und Lebensstilen in die Schweiz zurück. Sein diesbezügliches Engagement schlug sich in zahlreichen Artikeln, Auftritten und Diskussionen in öffentlichen Medien nieder. Dadurch kam oft sein eigenes Schaffen (Gedichte und Erzählungen) zu kurz. Imfeld war Mitbegründer und Autor der "LiteraturNachrichten"(Ffm). Er lebte als freischaffender Journalist in Zürich im Kreis 5. Für viele gestrandete Afrikaner war er eine wichtige Anlaufstelle in der für sie fremden Welt.

Liens
www.alimfeld.ch
www.woz.ch/artikel/2010/nr02/wissen/18805.html
www.srf.ch/sendungen/sternstunde-religion/al-imfeld-priester-journalist-freigeist
www.nzz.ch/feuilleton/buecher/vermessung-eines-kontinents-1.18573950

Bibliographie :
  • Ende des Dialogs? Schweiz-Südafrika. Genf: CETIM, 1973
  • Schwarze Antwort. Christentum und Religion in Afrikas Literatur. Basel: Missionsverlag, 1979
  • Verlernen, was mich stumm macht. Lesebuch zur afrikanischen Literatur. Zürich: Unionsverlag, 1980
  • Vision und Waffe. Afrikanische Autoren, Themen, Traditionen. Zürich: Unionsverlag, 1981
  • Afrika - Der langsame Marsch der Entkolonialisierung. 22 Gedichte. Bern: Dendron, 1984
  • zerstreut liegen die steine des heiligtums. Gedichte. Bern: Dendron, 1984
  • Die Wüste erobert uns. Gedichte. Bern: Dendron, 1984
  • Hunger und Hilfe. Provokationen. Zürich: Unionsverlag, 1985
  • Zorn und Traurigkeit. Dichterische Anstösse zu einer Medien- Philosophie. Bern: Dendron, 1985
  • Lebenszeichen. Saure Lyrik. 33 Gedichte. Bern: Dendron, 1986
  • Wenn Fledermäuse aufschrecken, liegt etwas in der Luft, das kein Mensch zu ändern vermag. Erzählungen. Frauenfeld. Im Waldgarten, 1994
  • Chamäleon und Chimäre. Afrikanische Standpunkte. Zürich: Unionsverlag, 1994
  • Mandala, Boucliers, Schilder. Kreisgedichte/cercle de poèmes. Bern: Dendron, 1995
  • Al dente. Geschichten aus den Küchen der Welt. Zürich: Rotpunktverlag, 1997
  • Da kam eines Tages im Frühsommer, kurz vor dem Melken, ein Mann leicht und fast tänzelnd vom Wald daher. Neue Geschichten. Frauenfeld: Im Waldgut, 1997
  • Ein Gesang zur Sonnenwende. Lyrik. Alpnach: M.Wallimann, 1997
  • Brotlos. Nahrung aus der schönen neuen Welt. Zürich: Unionsverlag, 1998
  • Berge führen nicht zum Himmel. Geschichten von Knechten und anderen Menschen. Frauenfeld: Im Waldgut, 1999
  • Berge wachsen nicht in den Himmel sondern in die Tiefe. Frauenfeld: Im Waldgut, 2001
  • Blitz und Liebe. Geschichten aus vier Kontinenten. Zürich: Rotpunktverlag, 2005 (Mai)
  • Die Entwicklung. Marburg: Metropolis-Verlag (Die Gesellschaft. Neue Folge 3)
  • Elefanten in der Sahara. Agrar-Geschichten aus Afrika. Zürich: Rotpunktverlag, 2009
  • Transit Memorials. Bern: Dendron, 2010
  • Wie die Arche Noah auf den Napf kam. Kindheitsgeschichten aus dem Luzerner Hinterland. Zürich: Rotpunktverlag, 2011
  • Mission beendet. Nachdenkliches zur religiösen Eroberung der Welt. Bern. Stämpfli, 2012
  • Wassergedichte. Zu Ereignissen und Erinnerungen 2011. Chabrey: Dendron, 2012
  • Auf den Strassen zum Himmel. Missionsgeschichten aus der Schweiz und aus Afrika. Zürich: Rotpunktverlag, 2013
  • Jemand wischt eine Sandstrasse mit Kieseln jeden Tag um diese Zeit. Kreuzwegstationen in Nairobis Slums. Chabrey: Dendron, 2014
  • AgroCity - die Stadt für Afrika. Zürich: Rotpunktverlag, 2016

Distinctions :
  • Ehrengabe des Kantons Zürich (1983)
  • 1. Preis der Christoph-Eckenstein-Stiftung (1984)
  • Innerschweizer Publikumspreis der Literatur (1995)
  • Pro-Litteris-Preis (2014)

Extrait de "Der Regenmacher" in "Da kam eines Tages im Frühsommer kurz vor dem Melken, ein Mann leicht und fast tänzelnd vom Wald daher" [S. 25ff.]

Zur Zeit der grossen Dürre fuhren Gerd und ich durch den Sahel. Die Route vom Tschadsee zum Atlantischen Ozean war noch nicht geteert. So blieben wir ab und zu mit unserem Peugeot im Sand stecken. [...] Einer der drei verschwitzten Männer sprach etwas Französisch. Er war sehr nervös und liess uns wissen, dass seine Leute uns bräuchten. Sie seien bei einer Regenzeremonie, nicht weit von hier, versammelt. Der Regenmacher unter ihnen benötige für diesen Zweck mindestens zwei Europäer. Uns kam das Ganze ziemlich verrückt vor. Doch aus Neugier spielten wir mit. [...] Etwa um halb zwei Uhr rief uns der Regenmacher auf die andere Seite des leeren Flussbettes. Der Moment sei nun gekommen. [...] Während er diese Zeremonie vollzog und dabei ganz, ganz langsam, fast tropfenweise sein letztes Wasser ins Bett des Baches goss, stiegen am Horizont drei kleine Wolkenschiffchen auf. [...] Die Wölkchen blieben stehen und dehnten sich aus. Es wurden langsam Regenwolken geboren. Bin ich in eine Halluzination hineingeraten ? Als ich Gerd über meinen Zustand befrage, tut der dasselbe. Da schrie eine Frau: "Eine echte Wolke ! Haltet sie fest ! Haltet sie fest !" [...] Dann geschah das Unglaubliche. Kurz vor drei begann es zu tröpfeln. Und alle, wie aus einem Mund: Ein Wunder, ein Wunder !

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