Humm Rudolf Jakob

Humm wurde am 13. Januar 1895 als ältester Sohn eines Aargauer Kaufmanns in Modena (Italien) geboren. Am selben Ort besuchte er auch die Schule. Nachdem er ein Studienjahr im Kanton Graubünden absolviert hatte, beschloss Humm seine Schulzeit im Jahre 1914 mit der Matura an der Kantonsschule in Aarau. Anschliessend studierte er Physik und Mathematik in München, Göttingen und Berlin. Nach der Rückkehr in die Schweiz folgen 1918 die ersten literarischen Versuche. Ab 1922 lebt Humm als freier Schriftsteller, Übersetzer und Rezensent. 1923 heiratete er die schottische Künstlerin Lili Crawford. Humms Roman-Erstling erschien im Jahre 1928. In den dreissiger Jahren engagierte sich der Autor für die Linken und schuff mit seiner Wohnung im „Rabenhaus" am Zürcher Hechtplatz einen Treffpunkt für Schriftsteller und Künstler. In den folgenden Jahrzehnten war Rudolf Jakob Humm sehr produktiv. Zahlreiche Werke festigten seine Reputation als wichtigen Schweizer Autor des 20. Jahrhunderts. Humm starb am 27. Januar 1977 an den Folgen eines Verkehrsunfalles.

Liens
linsmayer.ch/autoren/H/HummRudolfJakob.html
www.zb.uzh.ch/Medien/spezialsammlungen/handschriften/nachlaesse/hummrudolfjakob.pdf

Bibliographie :
  • Das Linsengericht. Analysen eines Empfindsamen. Freiburg i.Br.: Urban, 1928
  • Der kranke Mann aus Exotien. Novelle. Zürich: Wirtschaftsbund bildender Künstler, 1933
  • Die Inseln. Zürich: Oprecht, 1936
  • Don Quijote und der Traum vom goldenen Zeitalter. Olten: Vereinigung Oltner Bücherfreunde, 1939
  • Theseus und der Minotaurus. Puppenspiel. Zürich: Büchergilde Gutenberg, 1943
  • Carolin. Zwei Geschichten aus seinem Leben. Literarischer Wettbewerb der Büchergilde Gutenberg 1943. Zürich: Büchergilde Gutenberg, 1944
  • Brief über die Novelle. Herrliberg-Zürich: Bühl, 1945
  • Glimmer und Blüten. Erzählungen. Herrliberg-Zürich: Bühl, 1945
  • Der Gesellschaftsroman. Essay. Zürich: Origo, 1947
  • Tristan de Cunha. Schauspiel. Zürich : Eigenverlag, 1950
  • Der Pfau muss gehen. Schauspiel in zwei Akten. Zürich: Eigenverlag, 1950 [Uraufführung: Zürich 1951]
  • Die vergoldete Nuss. Novelle. Basel: Vineta, 1951
  • Sieben Märchen der Elisa Barbanti. Zürich: Büchergilde Gutenberg, 1953
  • Der Vogel Greif. Ein Roman. Zürich: Steinberg, 1953
  • Die Schuhe des Herrn Lamy. Szenen aus der Pariser Kommune. Ein Schauspiel in neun Bildern. Zürich / München: Dreiflammen, 1953
  • Springinsfeld und Sauerkloss oder Das Freudenfest. Ein Märchen. Aarau / Frankfurt/M.: H.R.Sauerländer Co., 1954
  • Kleine Komödie. Ein heiterer Zürcher Roman. Zürich: Buchclub Ex libris, 1958
  • Die Nelke oder Freut euch des Lebens. Zürcher Novelle. Zürich / Stuttgart: Fretz / Wasmuth, 1962
  • Bei uns im Rabenhaus. Aus dem literarischen Zürich der Dreissigerjahre. Zürich / Stuttgart: Fretz / Wasmuth, 1963
  • Spiel mit Valdivia. Zürich / Stuttgart: Fretz / Wasmuth, 1964
  • Der Wicht. Zürich / Stuttgart: W.Classen, 1976
  • Briefwechsel. Hermann Hesse - Rudolf Jakob Humm. Hrsg. von Ursula Michels und Volker Michels. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1976
  • Universität oder Ein Jahr im Leben des Daniel Seul. Zürich / Stuttgart: W.Classen, 1977
  • Lady Godiva. Ein Zirkusroman. Zürich: W.Classen, 1980
  • „Ich bin ein Humm". Reminiszenzen. Zürich-Erlenbach: Gute Schriften, 1982

Distinctions :
  • Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1946)
  • 1. Preis im Dramenwettbewerb der Stadt Zürich (1950)

Extrait de "Das Linsengericht" [S. 19] (zitiert nach der Neuauflage bei Ex libris 1981)

Nun durfte ich also mit ihr ins Gebirge reisen, nachdem ich einigemal mit ihr getanzt und gefestet und mir durch Klärli die Kunde geworden, man habe doch immer geglaubt, ich sei so professorisch pedantisch, und nun sei ich gar nett und ganz möglich. Ich höre Lesis singende Stimme und ihr lustiges Schweizerdeutsch die erstaunte Feststellung machen. Ich gab mir sehr Mühe, Lesi, Ihnen nett und möglich zu erscheinen, und ich fürchtete schon, ich hätte es gerade darum verscherzt. Nun kam also die Kunde, dass der lange und seltsame Mann als Kamerad für die Ferien genehm sei, weiss Gott aus welchem Grunde, lange forschte ich nicht nach. Ich war eingeladen, und das genügte mir, als sei mir damit gar grosse Ehre widerfahren. Denn ich kannte doch keinen. All das waren Freunde unter sich.

précédent