Hegner Ulrich

Der am 7. Februar 1759 in Winterthur geborene Ulrich Hegner stammte aus gutem Hause. Nach der Schulzeit widmete er sich dem Studium der Rechtswissenschaft und arbeitete fortan als Jurist. In Zürich und Winterthur hatte Hegner verschieden richterliche Ämter inne. Hegner interessierte sich besonders für kulturelle Gegensätze und Umbrüche, was sich auch in seinem bekanntesten Buch niederschlägt. „Die Molkenkur“ enthält fiktive Briefe witzigen Inhalts: ein querköpfiger norddeutscher Offizier berichtet von seinem Kuraufenthalt mit seiner von allen neuen Moden gehetzten Nichte im appenzellischen Gais. Ulrich Hegner macht sich damit lustig über die billige Naturbegeisterung der Touristen in den Alpen, entlarvt aber zugleich manches Klischee von der Schweizer Bodenständigkeit. Obwohl Hegner nur wenig geschrieben hat, gilt er als einer der wichtigsten Schweizer Volksschriftsteller seiner Zeit. Er starb am 3. Januar 1840 in seiner Heimatstadt Winterthur.

Bibliographie :
  • Auch ich in Paris. Reisebericht. 3 Bde. Winterthur: 1803-04
  • Die Molkenkur. Roman. 3 Bde. Zürich: 1812-19
  • Salys Revolutionstage. Roman. Winterthur: 1814
  • Gesammelte Schriften. 5 Bde. Berlin: 1828-30

Extrait de "Die Molkenkur"

Es ereignete sich, als sie des Nachmittags bei einer Sennhütte Rast hielten und Suschen sich mit einem jungen Alpensohne besprach, dass eine Ziege ihr einen grossen Blumenstrauss, voll der seltensten Pflanzen, den sie in der Hand trug, unvermerkt abfrass, so dass sie nur noch den leeren Besen behielt, ein Verlust, der allen sehr nahe gieng.

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