Fehr Michael

Michael Fehr wurde 1982 geboren und wuchs in Gümligen auf. Er studierte am Schweizerischen Literaturinstitut Biel und am Y-Institut der Hochschule der Künste Bern. Er ist Erzähler und lebt in Bern. Eine Sehschwäche zwingt ihn, seine Werke durch Diktat zu erstellen. Über sein Schreiben und über weitere Akivitäten berichtet Fehr laufend auf seiner Internetseite michaelfehr.ch. 2013 erschien die erste Buchpublikation. Michael Fehr wurde mehrfach ausgezeichnet mit Stipendien, Werkbeiträgen und Literaturpreisen.

Liens
www.michaelfehr.ch

Bibliographie :
  • Kurz vor der Erlösung: Siebzehn Sätze. Luzern: Verlag Der gesunde Menschenverstand, 2013
  • Simeliberg. Luzern: Verlag Der gesunde Menschenverstand, 2015
  • Glanz und Schatten: Erzählungen. Luzern: Verlag Der gesunde Menschenverstand, 2017

Distinctions :
  • Literatur-Mentoring des Kantons Bern (2012)
  • Werkbeitrag der Abteilung Kulturelles der Stadt Bern (2012)
  • BEST – Trächsel-Stipendium zum Berufseinstieg (2012)
  • Projektbeitrag des Amts für Kultur des Kantons Bern (2013)
  • Literaturpreis des Kantons Bern (2013)
  • Federwelt-Preis der Automatischen Literaturkritik (2014)
  • Kelag-Preis, Tage der deutschsprachigen Literatur (2014)
  • Bayern 2-Wortspiele-Preis (2015)
  • Literaturpreis des Kantons Bern (2015)
  • Weiterschreiben Stipendium der Stadt Bern (2016)
  • Atelierstipendium Villa Aurora, Los Angeles, USA (2016)
  • Atelierstipendium Sangam House, Bangalore, Indien (2017)
  • Atelierstipendium Landis & Gyr Stiftung, London (2018/2019)
  • Schweizer Literaturpreis (2018)

Extrait de Glanz und Schatten
Nichts und Niemand

Es war Sommerzeit
und er hatte keine Frau
es war Sommer
und er war ohne Frau
er hatte ein Häuslein am Strome
es wurde Winter und wieder Sommer
er hatte ein Häuslein am Strome und war ohne Frau
in der Sommerzeit war der Strom blau
die Felder gelb
das Häuslein dunkelbraun
in der Winterzeit war der Strom grau
die Felder weiss
das Häuslein dunkelbraun
und es stieg vom Häuslein ein Räuchlein auf
und verlor sich im grauen Himmel
und es wurde wieder Sommer und wieder Winter
und er hatte keine Frau
da wurde es wieder Sommer
blauer Strom
blauer Himmel
gelbe Felder
da kam über die gelben Felder
durch all das Gelb
eine Frau auf das Häuslein zu
das Häuslein war dunkelbraun
durch all das Gelb kam eine Frau auf ihn zu
er nahm sie
diese Frau
zu seiner Frau
da hatte er ein Häuslein am Strome
und er hatte eine Frau
er und sie
diese Frau
sie kümmerten sich um nichts
und niemand kümmerte sich um sie
im Sommer war das Häuslein dunkelbraun
und im Winter stieg vom Häuslein ein Räuchlein auf
und verlor sich im grauen Himmel

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