Elmiger Dorothee

Dorothee Elmiger wurde 1985 in Wetzikon geboren und wuchs in Appenzell auf. Bevor sie in Zürich das Studium der Philosophie und der Politikwissenschaft aufnahm, lebte sie für einige Zeit in New Hampshire (USA). Anschliessend studierte sie am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Ihr Studium der Politikwissenschaft führte sie mehr oder weniger zufällig in Berlin weiter. Sie lebt jetzt in Zürich. Nebst ihren Büchern veröffentlichte Elmiger Texte in verschiedenen Anthologien und Zeitschriften. 2008 nahm sie am Festival „Prosanova“ für junge Literatur teil, ein Jahr später war sie Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses. Für ihre Werke erhielt sie mehrere Preise.

Liens
ansichten.srf.ch/autoren/dorothee-elmiger/
www.youtube.com/watch?v=UevVWBeAkFM

Bibliographie :
  • Üblicher Horizont. In: BELLA triste, Nr. 22. Hildesheim, 2008
  • Dorf. Hrsg. von D. Elmiger u. a. Uerste Verlag, 2009
  • Über die Umstände meiner Jugend. In: Edit, Nr. 51, Leipzig, 2010
  • Einladung an die Waghalsigen, Roman. Köln: DuMont, 2010
  • Die Wirklichkeit und nicht die Wirklicheit, Essay. In: BELLA triste, Nr. 28. Hildesheim, 2010
  • Xerxes (Die Anwesenden). In: Edit, Nr. 58, Leipzig, 2012
  • Schlafgänger, Roman. Köln: DuMont, 2014

Distinctions :
  • Kelag-Preis (2. Preis) des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs (2010)
  • «Aspekte»-Literaturpreis des ZDF (2010)
  • Nomination für den Schweizer Buchpreis (2010)
  • Rauriser Literaturpreis für die beste Prosa-Erstveröffentlichung (2011)
  • Hermann-Hesse-Förderpreis (2014)
  • Nomination für den Schweizer Buchpreis (2014)
  • Schweizer Literaturpreis (2015)
  • Erich-Fried-Preis (2015)

Extrait de Schlafgänger

Im Schlaf, sagte die Übersetzerin, sah ich einmal das ganze europäische Gebirge zusammenbrechen, wie von Sinnen lag ich da, aber still, hörte auch Geräusche in diesem Zusammenhang, die Gipfel zerbrachen vor meinen Augen, alles stürzte langsam ein und kam mir als Geröll entgegen, Gestein wurde durch die Luft geschleudert, ich sah, wie die Flanken in Bewegung gerieten, in Stücke zerfielen, alles kam auf mich zu. Später wachte ich auf, der Raum war leer, die Heizung auf höchster Stufe eingestellt. Unverändert lag die Landschaft vor den Fenstern, das ganze nächtliche Panorama, das aufgefaltete, das gestapelte Gestein.

A. L. Erika sagte, der Ort, an den sie denke, sei nicht über eine Strasse zu erreichen, man gelange nur zu Fuss oder mit Pferden dorthin, dieser Ort sei eine Schlucht, durch die ein Fluss führe, relativ viel Geäst und Grün, Versteinerungen in den Felswänden, das Wasser sei ganz klar, wie in der Karibik.

Am Fenster sass Fortunat und las; den Alpstein habe er auf Tageswanderungen kennengelernt, auch die Innerschweiz und Kärnten, sagte er.

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