Devi Mitra

Mitra Devi, geb. 1963, wuchs in Zürich als ältere von zwei Schwestern auf. Nach der Sekundarschule begann sie eine KV-Lehre, die sie aber abbrach, da ihr zu wenig Raum für eigene Kreativität blieb. Nach einem zweijährigen Israel-Aufenthalt und einer Indienreise besuchte sie 1985-1986 die F+F Kunstschule in Zürich. Ab 1988 entstanden erste Kurzgeschichten, die sie jedoch nicht veröffentlichte. 2001 erschienen erste Geschichten in Anthologien. Bis 2003 zog sich die Mitra Devi in die Berge zurück, um die Erstfassung ihres Romans "Das Buch Antares" zu schreiben, der 2005 erschienen ist. Seit dann lebt und arbeitet Mitra Devi als Autorin, Journalistin und Malerin in Zürich.

Liens
www.mitradevi.ch
www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/mitra-devi-mordet-malt-und-liebt-das-morbide

Bibliographie :
  • Blütenweiss und Rabenschwarz. Kurzgeschichten und Gedichte. Hamburg: Bod, 2003
  • Das Buch Antares. Winterthur: Edition Spuren, 2005
  • Der Spinner von Leipzig. Leipzig: Edition PaperOne, 2007
  • Die Bienenzüchterin. Leipzig: Edition PaperOne, 2008
  • Galgenvögel. Schräge Gedichte. Leipzig: Edition PaperOne, 2008
  • Stumme Schuld. Nora Taberis erster Fall. Bielefeld: Pendragon, 2008
  • Filmriss. Nora Tabanis zweiter Fall. Herisau: Appenzeller, 2009
  • Giftige Genossen. Mörderische Geschichten. Herisau: Appenzeller, 2010
  • Seelensplitter. Herisau: Appenzeller, 2010
  • Das Kainszeichen. Herisau: Appenzeller, 2011
  • Der Blutsfeind. Herisau: Appenzeller, 2012
  • Der Teufelsangler. Mörderische Geschichten. Herisau: Appenzeller, 2014
  • Schattentanz. Schräge Gedichte. Schwellbrunn: Appenzeller, 2015
  • Galgenvögel. Schräge Gedichte. Schwellbrunn: Appenzeller, 2015
  • Kleiner Mord zwischendurch. Stories. Zürich: Unionsverlag, 2016
  • Henkersmahl. Schräge Gedichte. Schwellbrunn: Appenzeller Verlag, 2017

Distinctions :
  • Krimi-Stipendium der Stadt Wiesbaden (2009)
  • Zürcher Krimipreis (2013)

Extrait de "Filmriss" [S. 239f.]

Um halb sechs trafen sie sich am Bellevue beim Kiosk, der bereits geschlossen war. Ein magerer, ungelenker Mann kam auf sie zu. "Ich bin Jeff." Sein Blick war flatterig, seine Lippen spröde.
"Hallo, Jeff. Nora Tabani, Privatdetektivin. Ich arbeite an einem Fall, in den du möglicherweise verwickelt bist. Lass uns irgendwo in die Wärme gehen, und dann erzählst du mir alles, woran du dich noch erinnerst."
"Okay", sagte er, und sie gingen in ein kleines Restaurant, das über die feuertage geöffnet war.
"Bist du hungrig?", fragte sie.
"Ja."
Sie bestellten Spaghetti. Eine Weile assen sie schweigend, dann begann Jeff zu berichten.
Nachdem er geendet hatte, atmete Nora tief ein. Es klang alles sehr ehrlich, die Sache mit dem Niedergeschlagenwerden, dem Erwachen im Schliessfach und den verlorenen Erinnerungen.
"Und du weisst gar nichts mehr von früher? Familie, Kindheit und so?"
Er schüttelte den Kopf und schluckte die letzte Gabel Spaghetti hinunter. "Nichts. Mein Sozialarbeiter hat mir erzählt, ich sei adoptiert worden und hätte nach meiner echten Mutter gesucht."
"Helen Kaiser", sagte Nora.
Jeff schaute sie gross an. "Du kennst sie?"
Nun erzählte Nora ihm alles. Wie Kaisers zu ihr gekommen waren, wie Helen ihr erst vor kurzem von ihm, Jeff, erzählt hatte, wie Lukas hatte fliehen können und dass die Entführer morgen früh anrufen würden, um den Ort der Lösegeldübergabe durchzugeben.

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