Burkart Erika

Erika Burkart wurde 8.2.1922 in Aarau geboren. Sie besuchte das Lehrerseminar und unterrichtete bis 1952 als Primarlehrerin. Nach Aufenthalten in Frankreich, Italien, Spanien und Irland liess sie sich als freie Schriftstellerin zusammen mit Ernst Halter in ihrem Elternhaus in Aristau (Kanton Aargau)nieder, wo sie am 14. April 2010 starb. Burkart gilt als eine der wichtigsten Lyrikerinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Mythische Märchenwelten in der Vorzeit in denen die Einheit von Natur und Individuum noch gewährleistet war, sind ein wichtiger Topos in ihrem Werk. Eine gewisse schwermütige, kontemplative Stimmung herrscht vor. Umso mehr als mit dem Tod der Mutter der Autorin der Tod und die Trennung als literarische Motive neue Bedeutung erlangen. Mit "Moräne" (1970) erschien Burkarts erster Roman.

Liens
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Bibliographie :
  • Der dunkle Vogel. Gedichte. St.Gallen: Tschudy, 1953
  • Sterngefährten. Gedichte. St.Gallen: Tschudy, 1955
  • Bann und Flug. Gedichte. St.Gallen: Tschudy, 1956
  • Geist der Fluren. Gedichte. St.Gallen: Tschudy, 1958
  • Die gerettete Erde. Gedichte. St.Gallen: Tschudy, 1960
  • Mit den Augen der Kore. Gedichte. St.Gallen: Tschudy, 1962
  • Ich lebe. Gedichte. Zürich: Artemis, 1964
  • Die weichenden Ufer. Gedichte. Zürich: Artemis, 1967
  • Moräne. Der Roman von Lilith und Laurin. Olten: Walter, 1970
  • Fernkristall. Ausgewählte Gedichte. Tobel: Verlag an der Hartnau, 1972
  • Jemand entfernt sich. Zürich: Benziger, 1973
  • Die Transparenz der Scherben. Gedichte. Zürich: Benziger, 1973
  • Rufweite. Prosa. Zürich: Artemis, 1975
  • Das Licht im Kahlschlag. Gedichte. Zürich: Artemis, 1977
  • Augenzeuge. Ausgewählte Gedichte. Zürich: Artemis, 1978
  • Der Weg zu den Schafen. Zürich: Artemis, 1979
  • Die Freiheit der Nacht. Gedichte. Zürich: Artemis, 1982
  • Sternbild des Kindes. Gedichte. Zürich: Artemis, 1984
  • Die Spiele der Erkenntnis. Zürich: Artemis, 1985
  • Schweigeminute. Gedichte. Zürich: Artemis, 1988
  • Die Zärtlichkeit der Schatten. Gedichte. Zürich: Ammann, 1991
  • Das Schimmern der Flügel. Jugendmythen. Zürich: Ammann, 1994
  • Stille fernster Rückruf. Gedichte. Zürich: Ammann, 1997
  • Grundwasserstrom. Aufzeichnung. Zürich: Ammann, 2000
  • Langsamer Satz. Gedichte. Zürich: Ammann, 2002
  • Ortlose Nähe. Gedichte. Zürich: Ammann, 2005
  • Die Vikarin. Zürich. Ammann, 2006
  • Das verborene Haus - Zeit und Augenblick. In Zusammenarbeit mit Ernst Halter. Zürich: Ammann, 2008
  • Geheimbrief. Gedichte. Zürich: Ammann, 2009
  • Das späte Erkennen der Zeichen. Frankfurt/M.: Weissbooks-Verlag, 2010
  • Nachtschicht. Gedichte / Schattenzone. Gedichte von Ernst Halter. Frankfurt/M.: Weissbooks-Verlag, 2011

Distinctions :
  • Preis des Lions Club International (1956)
  • Erster Meersburger Droste-Preis (1957)
  • Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1959)
  • Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis der Stadt Zürich (1961)
  • Pro Argovia-Preis (1964)
  • Ehrengabe der Stadt Zürich (1970)
  • Ida-Dehmel-Preis des GEDOK (1971)
  • Werkjahr für Aargauische Kunstschaffende (1972)
  • Johann-Peter-Hebbel-Preis (1978)
  • Werkbeitrag des Kantons Zürich (1979)
  • Literaturpreis des Kantons Aargau (1980)
  • Werkauftrag Pro Helvetia (1986 / 1999)
  • Mozart-Preis der FvS-Stiftung in Hamburg (1990)
  • Gottfried-Keller-Preis der Bodmer-Stiftung in Zürich (1992)
  • Ehrengabe der Stadt Zürich (2000)
  • Joseph-Breitbach-Preis (2002)
  • Grosser Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (2005)

Extrait de "Das Schimmern der Flügel"

Am nächsten schulfreien Nachmittag teilte ich der Mutter mit, dass ich zum Fluss hinunter müsse. "Du musst?" In ihren Augen war die Traurigkeit, die ich so sehr fürchtete, weil sie Mitleid erweckte. Ich wollte die Mutter nicht kränken, ertrug es jedoch schlecht, auf Unternehmungen zu verzichten, zu denen Lust und Neigung mich trieben. Ich hegte heftige Sympathien und weinte mich krank, wenn meine Pläne durchkreuzt, Treffen verhindert und geliebte Personen oder Dinge kritisch beurteilt wurden. Das anhängliche Kind, für das ich galt, wünschte so ungebunden zu sein wie eine Katze, treu in Freiheit. "Mama, sie blühen, ich will die blauen Lilien sehn." Die Mutter verstand und liess mich gehen, schweren Herzens, wie immer, wenn ich mich allein aus dem Umkreis des Hauses entfernte.

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