Brunner Fritz

Fritz Brunner wurde am 12. Februar 1899 im zürcherischen Wald geboren. Nach den Schulen besuchte er das Lehrerseminar in Küsnacht und arbeitete fortan als Primarlehrer. Brunner fasste nach einiger Zeit in der Grundschule den Entschluss, sich zum Sekundarlehrer weiterzubilden. Studien an den Universitäten von Zürich, Grenoble, Paris und Florenz folgten. 1931 war Fritz Brunner Mitbegründer des Schweizerischen Jugendschriftenwerkes (SJW) und begann fortan selber als Autor für die Jugend zu schreiben. Sein Engagement für die Kinder- und Jugendliteratur war damit jedoch noch keineswegs erschöpft: Brunner wirkte zudem aktiv an der Gründung des Schweizerischen Bundes für Jugend- und Volksbibliotheken in Zürich (1953) und des Internationalen Kuratoriums für das Jugendbuch (IBBY) mit. Ausserdem war er auch als Herausgeber und Präsident der kantonalzürcherischen Bibliothekskommission (1946-1968) tätig. Bis wenige Jahre vor seinem Tod, am 3.Januar 1991 in Zürich, schrieb Fritz Brunner Bücher für die jugendliche und erwachsene Leserschaft.

Bibliographie :
  • Bruch und Lied im Züribiet. Theaterstück. Uster: Weilemann, 1926
  • Für die Jugend: Kaspar als Diener. Theaterstück. Zürich: SJW, 1931
  • Zwischen Seeräuberturm und Rettungsbake. Aarau: Sauerländer, 1932
  • Vigi, der Verstossene. Die Geschichte eines tapferen Bubenlebens aus unserer Zeit. Aarau: Sauerländer, 1937
  • Grosse Tage in Goldenberg. Erzählungen für die Jugend. Aarau: Sauerländer, 1940
  • Der Schneiderjunge von Reussberg. Ein fröhliches Spiel in zwei Bildern. Zürich: Zwingli, 1943
  • Wänn zwe wänd güne. Es luschtigs Spiil vom Lötterle. Aarau: Sauerländer, 1943
  • Spielt alle mit! Fröhliche Sprechchorspiele. Aarau: Sauerländer, 1946
  • Wo der Adler kreist. Erlebnisse eines deutschen Jungen in den Schweizer Alpen. Braunschweig: Westermann, 1950
  • Flucht in die Fremde. Eine Erzählung aus der notvollen Zeit nach dem grossen Krieg. Aarau: Sauerländer, 1951
  • Auf, auf zum Stall! Ein Hirtenspiel zu Weihnachten. Aarau: Sauerländer, 1952
  • Das fröhliche Berghaus von Campell. Aarau: Sauerländer, 1954
  • Rätsel um Sibyll. Aarau: Sauerländer, 1957
  • Erika und der Vagabund. Solothurn: Schweizer Jugend, 1958
  • Aufruhr in Brusada. Aarau: Sauerländer, 1960
  • Die Kette zum Ferienglück. Erzählung. Winterthur: Comenius, 1960
  • Miguel und Miga. Eine Erzählung von Teneriffa. Aarau: Sauerländer, 1963
  • Kilima, das Mädchen aus Tansania. Aarau: Sauerländer, 1965
  • Rebellen um Nurina. Aarau: Sauerländer, 1966
  • Felix. Zürich: Orell Füssli, 1970
  • Watanit und ihr Bruder. Zürich: Orell Füssli, 1973
  • Der sonderbare Gast. Zürich: SJW, 1975
  • Wer isch de Dieb und anderi Gschichte. Zürich: Orell Füssli, 1975
  • Wirbel um zwanzig Dollar. Eine Geschichte aus den peruanischen Anden. Zürich: Orell Füssli, 1977
  • Mungg ist weg. Zürich: SJW, 1980
  • Nur Mut, Tiziana. Unsere Bergschule darf nicht sterben. Bern: Blaukreuz, 1981
  • De root Häich und ander Gschichte von Züri Oberländer Originale. Wetzikon: Buchverlag der Druckerei Wetzikon, 1984
  • Wer öppis wooget – günnt. Eernscht und häiter Gschichte us em Züri Oberland. Wetzikon: Buchverlag der Druckerei Wetzikon, 1986
  • Gedachtes und Erlebtes. Kleine Erzählungen, Skizzen. Glarus: Bäschlin, 1985
  • Die Zwillingsschwestern und der Dicke. Amriswil: Amriswiler-Bücherei, 1989

Distinctions :
  • Ehrengabe der Stadt Zürich (1951 / 1960)
  • Jugendbuchpreis des Schweizerischen Lehrervereins (1959)
  • Ehrengabe des Kantons Zürich (1974)

Extrait de "Aufruhr in Brusada" [S. 31-32]

In dieser Nacht konnte Daniel nicht schlafen. Wenn nur der zerstreute Gemeindeschreiber die dumme Urkunde verlegt hätte! dachte er. Oder vielleicht verloren! Dann stünde allein die um einige Jahre jüngere zu Recht, die Gemeindebürgern im Grund die selbständige Verfügung über das untere Waldrevier zusprach.
Lag das Schriftstück wohl noch im gleichen Kasten? Der Gemeindeschreiber liess oft den Schlüssel stecken. Morgen in der Schulpause konnte Daniel nachsehen, ohne Gefahr... Aber jetzt wollte er endlich schlafen, endlich alles vergessen. Doch die Gedanken an die Urkunde krallten sich hartnäckig in ihm fest.
Als Klassenchef hatte Daniel das alleinige Recht, nach der Zimmerordnung in der Pause drin zu bleiben oder zum Spiel hinauszugehen. Heute spazierte wie gewohnt die Lehrerin an die Frühlingssonne. Daniel schlich ins Nebenzimmer: Der Schlüssel steckte im Kasten! Er drehte ihn um, horchte, griff in die Papiere, sorgfältig, damit niemand eine Veränderung wahrnehmen konnte.
Da lag sie, die böse Urkunde von 1806! Wenn die morgen über alles entschied, über seine Zukunft vielleicht?... Die dumpfen Gedanken der schlaflosen Nachtstunden kamen über ihn. Die Hand zitterte... und schob mit einem Ruck das gefaltete Schriftstück in die Brusttasche. Gelassen schlenderte Daniel hinaus zu seinen Kameraden.

précédent