Blume Bruno

Bruno Blume kommt 1972 in Zug auf die Welt und wächst in einer sehr grossen Familie im Kanton Zug auf. Er studiert in Zürich, Leipzig und Århus Germanistik, Kunstgeschichte und Geschichte. Das Schreiben war ihm schon als Kind wichtig, trotzdem hätte er fast Mathematik und Psychologie studiert. Zwischendurch arbeitet er in allen möglichen Berufen, auch als Lehrer. Zwei Mal versucht er sogar, eine freie Grundschule zu gründen. Von 1997 bis 2012 ist er als Literaturkritiker mit Schwerpunkt Illustration, u.a. für "Die Zeit", tätig. 2001 absolviert er den Fernkurs Kinder- und Jugendliteratur der STUBE Wien. Sein erstes Bilderbuch „Ein richtig schöner Tag“, zu dem Jacky Gleich die Bilder beisteuerte, erscheint 2001. Mit der Illustratorin veröffentlicht er seither zahlreiche lustige und kritische Bilderbücher. Mit „Tamara und die Liebe“ legt Bruno Blume 2005 seinen ersten Kinderroman vor. Seit 2006 leitet er als Regisseur auch Laientheater, für die oder mit denen er die Stücke schreibt. Seine Lesungen in Schulklassen sind interaktiv, sei es als Puppenspiel, begleitet von Zeichnungen oder Diskussionen. Wenn Bruno Blume schreibt, sieht er die Welt mit einem Kinder- und einem Schriftstellerauge. Dies kann sehr poetisch sein, wenn er sich ganz auf die Sprache einlässt. Sehr witzig ist es, wenn er quasi aus dieser Doppelperspektive heraus das Verhalten von Eltern beschreibt. Nach einigen Jahren in Italien und Deutschland lebt Bruno Blume heute mit seiner Familie in Solothurn. (Fotografie: Jacky Gleich)

Liens
www.blumengleich.de

Bibliographie :
  • Ein richtig schöner Tag. Bilderbuch (Ill.: Jacky Gleich). Hamburg: Carlsen, 2001
  • Mitten in der Nacht. Bilderbuch (Ill.: Jacky Gleich). Frankfurt/M.: Fischer Schatzinsel, 2002
  • Der gestiefelte Kater. Bilderbuch, neu erzählt nach Ludwig Tieck (Ill.: Jacky Gleich). Berlin: Kindermann, 2003
  • Zehn kleine Fledermäuse. Bilderbuch (Ill.: Jacky Gleich). Hamburg: Carlsen, 2003
  • Die kleine Piratin und die neuen 13. Bilderbuch (Ill.: Jacky Gleich). Frankfurt/M.: Fischer Schatzinsel, 2004
  • Tamara und die Liebe. Kinderroman (Ill.: Franziska Biermann). Leipzig/München: Altberliner, 2005
  • Wie? Ein Jahreszeitenbuch. Bilderbuch (Ill.: Jacky Gleich). St. Pölten: Residenz, 2005
  • Der Bart ist ab. Bilderbuch (Ill.: Jacky Gleich). Hamburg: Carlsen, 2005
  • Wer liest, ist. Bilderbuch (Ill. von Jacky Gleich, Verena Ballhaus, Quint Buchholz, Nadia Budde, Susanne Janssen). Rostock: Hinstorff, 2006
  • Tamara und der Teufel. Kinderroman (Ill.: Franziska Biermann). Leipzig/München: Altberliner, 2006
  • Gufidaun. Martin und der Ausserirdische. Kinderroman (Ill.: Jacky Gleich). Berlin: Tulipan, 2007
  • Ein richtig schöner Geburtstag. Bilderbuch (Ill.: Jacky Gleich). Berlin: Tulipan, 2009
  • Einmal im Monat Indianergeheul. Kinderroman (Ill.: Vera Eggermann). Zürich: SJW, 2010
  • Im Broccoliwald. Bilderbuch (Ill.: Jacky Gleich). Bern: newTree, 2011
  • Gufidaun. Der Ausserirdische kehrt zurück. Kinderroman (Ill.: Jacky Gleich). Berlin: Tulipan, 2012
  • Meretlein. Kinderroman, neu erzählt nach Gottfried Keller (Ill.: Laura Jurt). Zürich: SJW, 2012
  • TamaTom und die Hühner. Ill.: Jacky Gleich. Solothurn: kwasi, 2013 (Band 3)
  • Elva und die Römer. Zürich: SJW, 2014
  • Theater:
  • Die goldene Gans. Nach den Brüdern Grimm (Uraufführung: Wangelin, 2006)
  • Aus dem Fenster gelehnt. Geschichten aus dem Dorf (Uraufführung: Gnevsdorf, 2008)
  • Rotkäppchen. Nach den Brüdern Grimm (Uraufführung: Vietlübbe, 2009)
  • Dumme Hühner (Uraufführung: Parchim 2011)

Distinctions :
  • Nominierung Deutscher Jugendliteraturpreis (2003)
  • Die 10 Bremer Besten, Kinderjury (2005)
  • Shortlist Schweizer Kinder- und Jugendmedienpreis (2007)
  • Autorenstipendium des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern (2009)
  • Shortlist Schweizer Kinder- und Jugendmedienpreis (2009)
  • IBBY-Ehrenliste (2010)

Extrait de „Tamara und die Liebe“ [S. 15-18]

Martin senkt den Blick. „Wir machen nur, was alle Verliebten machen. Küssen und streicheln und so.“
„Wie beim Kaninchen“, platzt es auch Tamara heraus.
Dafür gibt ihr Martin einen Tritt unter dem Tisch. Papa schüttelt den Kopf, bemüht, nicht zu lachen. „Du hast es doch auch gern, wenn ich dich streichle.“
„Ja, aber wir sind nicht verliebt!“, gibt Tamara zurück. So schnell gibt sie nicht auf.
Papa nickt. „Das stimmt. Aber ich hab dich lieb. Und du mich. Auch ihr beide habt euch lieb.“
Es ist wahr. Tamara liebt Papa und Mama und, ja, auch Martin. Deswegen vergisst sie einfach den Tritt von vorhin und gibt ihrem Bruder schnell ein Küsschen auf die Wange. Dann streichelt sie seinen Arm, auf dem schon ziemlich viele Haare wachsen. „Sag ich doch: wie ein Kaninchen! Ein richtiges Fell.“
Papa und Mama verschlucken sich vor Lachen. Die Kinder gucken sich an und lachen mit. Als Mama immer noch hustet, steht Papa auf und klopft ihr auf den Rücken.
„Wie ist das mit euch?“, fragt Tamara. „Ich meine, seid ihr nicht verliebt? Ihr benehmt euch nicht so komisch wie Martin, wenn Susa kommt.“
„Kriegst gleich den nächsten Tritt“, zischt der.
„Na, Papa und ich waren erst verliebt und seither lieben wir uns.“
„Hä? Und was ist der Unterschied?“, will Tamara wissen.
„Hm, gar nicht so einfach“, überlegt Mama. „Auf jeden Fall ist Liebe ein gewachsenes Gefühl, während Verliebtsein etwas Frisches ist.“
„Das seh ich auch so: Liebe bleibt, Verliebtsein muss immer wieder neu dazukommen“, erklärt Papa. „Liebe ist mehr im Untergrund …“
„… und das Verliebte immer ganz vorn“, ergänzt Martin. „Ich könnte die ganze Zeit an Susa denken.“
„Das hab ich schon gemerkt“, sagt Tamara und zieht schnell ihr Bein von Martin weg. „Aber was ist schöner?“
„Verliebtsein“, antwortet Martin sofort, aber Mama und Papa feixen: „Ne, Liebe.“
„Ja, was denn nun?“
„Ach weißt du“, sagt Mama sanft, „das wirst du bald selbst merken. Und jetzt iss noch Salat.“

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