Balmer Dres

Andreas (Dres) Balmer wurde am 28. März 1949 in Grindelwald geboren. Nach der Matura studierte er Romanistik in Basel und Lausanne und war vorübergehend als Lehrer in Lausanne tätig.Seit 1979 arbeitete Balmer für das Internationale Komitee von Roten Kreuz; er übernahm Missionen in Zaire, Thailand/Kambodscha und El Salvador. Balmer lebt heute als Reisereporter, Übersetzer aus dem Spanischen und Französischen und Fotograf in Zürich. Dres Balmer begann seine literarische Laufbahn mit der Veröffentlichung von Lyrik in diversen Anthologien. Anfang der Achtziger Jahre gelang ihm mit den Romanen Eisdorf und Kupferstunde der Durchbruch. In "Kupferstunde" berichtete Balmer über seine Tätigkeit als Rotkreuz-Delegierter in El Salvador. Das IKRK liess das Buch vorerst auf gerichtlichem Weg verbieten, was der Verbreitung des Textes eher förderlich war. Im 1984 erschienenen Buch "Grünspan" erzählte Balmer den Wirbel um die Publikation von "Kupferstunde" ausführlich aus seiner Sicht.

Bibliographie :
  • Das Erwachen des Max Ilg. Theatertext. Basel: Lenos, 1979
  • Eisdorf. Roman. Zürich: Benziger, 1981
  • Kupferstunde. Roman. Zürich: Benziger, 1982
  • Grünspan. Mensch und Humanität. Essay. Zürich: Abedul Herausgeberei, 1984
  • Mitteilungen aus den Anden. Zürich: Ammann: 1985
  • Die letzten Abenteuer des zwanzigsten Jahrhunderts. Sechs Geschichten. Zürich: Ammann, 1991
  • Route 66. Mit dem Fahrrad von Chicago nach Los Angeles. Zürich: Rotpunkt, 2012
  • Rund um das Schwarze Meer. Eine Radreise. Zürich: Rotpunkt, 2016

Distinctions :
  • Förderpreis der Stadt Bern (1971 / 1976)
  • Buchpreis der Stadt Bern (1984, Abgelehnt)
  • Werksemester der Stadt Zürich (1985)
  • Verschiedene Preise und Werkjahre

Extrait de "Liebe Frau Nachbarin" in "Die letzten Abenteuer des zwanzigsten Jahrhunderts" [S. 95-96]

Liebe Frau Nachbarin

Sie kommen vom Büro nach Hause. Ich höre die Eingangstüre quietschen, und ich weiss im selben Augenblick, dass Sie es sind, die heimkehrt. Ich kenne den Schritt eines jeden Menschen in diesem Haus, Sie aber haben keinen Schritt, Sie machen bloss ein leises Geräusch, wenn Sie eintreten, es ist, als käme ein leichter Luftstoss zur Türe herein. Ich kann nicht hinauskommen, um Sie zu begrüssen, wie ich das sonst manchmal mache, weil ich gerade daran bin, Öl in ein Eigelb zu tröpfeln und mit dem Schneebesen in einer Schüssel zu verrühren, um, wenn alles gut geht, den Grundstock zu einer Mayonnaise zu legen.

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