Bachmann Guido

Der Schriftsteller, Schauspieler und Pianist Guido Bachmann wurde am 28. Januar 1940 in Luzern geboren. 1945 zog die Familie nach Bern um, wo Bachmann die Mittelschule besuchte und anschliessend am Konservatorium und an der Universität (Musikgeschichte, Theaterwissenschaften) studierte. Mit 20 Jahren begann Bachmann zu schreiben. Nach seiner Tätigkeit als Musiklehrer war er von 1972-1976 als Musikrezensent und Essayist bei den "Basler Nachrichten" tätig. Seit 1972 lebte er als freier Schriftsteller und Schauspieler in Basel, ab 1997 in St.Gallen. Guido Bachmann starb am 21. Oktober 2003. Mit dem ersten Teil seiner schlussendlich 1600 Seiten langen Romantrilogie "Zeit und Ewigkeit" legte er als Schriftsteller bereits 1966 den Grundstein zu seinem Hauptwerk. Im Musikerroman, der zugleich auch Kriminal- und Entwicklungsroman ist, werden die beiden Protagonisten trotz langen Phasen der Lähmung, Alpträumen und obskuren Gegenspielern immer wieder von rauschhafter Kreativität gepackt. Der erste Band der Trilogie "Gilgamesch" verursachte bei seinem Erscheinen wegen der darin thematisierten Homosexualität einen Skandal. In Band 2 ("Die Parabel", 1978) und Band 3 ("Echnaton", 1982) versucht der Autor, schreibend und erzählend sein eigenes Leben zu begreifen. Zu Beginn erscheint die Lektüre der drei Romane einem Gang durch ein Labyrinth. Verschiedenste Mythen werden in den Text verarbeitet und zeitlich und räumlich Getrenntes wird ineinandergeflochten. Die Erzählweise wird immer kühner und spielerischer. Variation und Wiederholung strukturieren musikalisch den Lesetaumel.

Liens
www.gigeregg.ch/index.php?rubrik=guidobachmann

Bibliographie :
  • Gilgamesch. Wiesbaden: Limes, 1966; Neuauflage: Basel: Lenos, 1987
  • Wannsee. Erzählung. Düsseldorf: Eremiten-Presse, 1967
  • Ad astra. Ein kosmischer Sonettenkranz. Bern: Ed. Rüedi, 1969
  • Die Klarinette. Eine Kriminalnovelle. Bern: Lukianos, 1969
  • Gloria. Wannsee. Erzählungen. Zürich: Benziger, 1970
  • Madeira. Erzählung. Basel: Pharos, 1976
  • Die Parabel. Basel: Lenos, 1978
  • Echnaton. Basel: Lenos, 1982
  • Die Kriminalnovellen. Basel: Lenos, 1984
  • Der Basilisk. Novelle. Basel: Lenos, 1987
  • Selbander. Stück für zwei Personen. Basel: Lenos, 1988
  • Zeit und Ewigkeit. Trilogie (Gilgamesch, Die Parabel, Echnaton). Basel: Lenos, 1989
  • Dionysos. Basel: Lenos, 1990
  • Kehrseiten. Aufsätze und Reden. Basel: Lenos, 1991
  • Die Wirklichkeitsmaschine.Basel: Lenos, 1994
  • Lebenslänglich. Eine Jugend. Basel: Lenos, 1997
  • Annus horribilis / Schwarze Vögel. St.Gallen: Verlag zur letzten Latern, 1998
  • Bedingt entlassen. Basel: Lenos, 2000
  • Sommerweide. Basel: Lenos, 2002

Distinctions :
  • Grosser Literaturpreis des Kantons Bern (1971)
  • Buchpreis der Stadt Bern für "Die Parabel" (1979)
  • Buchpreis der Stadt Bern für "Echnaton" (1983)
  • Werkpreis von Stadt und Kanton Luzern für "Der Basilisk" (1987)
  • Buchpreis der Stadt Bern für "Der Basilisk" (1987)
  • Basler Literaturpreis für das Gesamtwerk (1990)
  • Buchpreis des Kantons Bern für "Dionysos" (1990)
  • Literaturpreis Basel (1991)
  • Literaturkredit Basel-Stadt (1992)
  • Werkjahr Pro Helvetia (1993 / 2000)
  • Werkjahr Aargauer Kuratorium (1993)
  • Jahresstipendium Landis & Gyr, London (1995)
  • Literaturpreis des Kantons Bern für "lebenslänglich" (1997)
  • Buchpreis der Stadt Bern (1998)
  • Buchpreis des Kantons Bern (2003)

Extrait de "Der Basilisk" [S. 8]

Der Basilisk, ihm, Claudio, ständig nachhüpfend, verkörpere die Zeit; denn er fresse, begatte, schwängere, gebäre und töte sich selbst: ein Monstrum aus dem Prinzip der Schlange und des Vogels. So stelle er ein widerwärtiges Erscheinungsbild in irdischer Manifestation dar. Als solches Unwesen verfolge ihn der Basilisk unerbittlich und mit bösem Blick der Schlange Ouroboros, die sich selbst in den Schwanz beisse. Mit bösem Blick überschaue er die Dinge. Und nichts entgehe ihm, dem aus der Schwärze Geborenen.

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