Arx Cäsar von

Cäsar von Arx wurde am 23.5.1895 in Basel geboren. Er wuchs als Sohn eines Schriftsetzers in ärmlichen Verhältnissen auf. Von Arx besuchte in seiner Heimatstadt die Volksschule und das Realgymnasium. Ein erster früher Erfolg als Festspielautor gelang dem 19-Jährigen Maturanden 1914 als sein Stück „Laupen“ an der Berner Landesausstellung gezeigt wurde. Bis 1919 studierte Cäsar von Arx an der Universität in Basel Geschichte und Deutsche Literatur, brach sein Studium aber vor dem Abschluss ab, um Theater in der Praxis zu erleben. Er arbeitete als Inspizient am Basler Stadttheater und ab 1920 als Regieassistent in Leipzig, wo mit der „Rot Schwizerin“ auch ein eigenes Werk zur Aufführung gelangte. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz entwickelte sich von Arx zum führenden Autor der patriotischen Festspielkultur. Der internationale Durchbruch gelang ihm, der seit 1925 als freier Bühnenschriftsteller wirkte, mit seinem Stück „Der Verrat von Novara“ (1934), welches in neun Sprachen übersetzt wurde und gegen dreitausend Aufführungen erlebte. Ein weiterer Höhepunkt war die Auftragsarbeit „Bundesfeierspiel“ zur 650. Wiederkehr der Gründung der Eidgenossenschaft 1941, welche er im Zeichen der „geistigen Landesverteidigung“ verfasste. Neben seinen Stücken für das Festspiel arbeitete Cäsar von Arx auch weiterhin für die Berufsbühne und galt als der berühmteste Schweizer Dramatiker seiner Zeit. Nach 1945, zu der Zeit als die Dramen von Max Frisch erste Erfolge feierten, empfand von Arx seine Stücke zunehmend als nicht mehr zeitgemäss und engte sein Schaffen auf historisch-schweizerische Stoffe ein. Am 14. Juli 1949, dem Todestag seiner Frau, wählte Cäsar von Arx in Niedererlinsbach (Kt.Solothurn) den Freitod.

Liens
www.caesarvonarx.ch

Bibliographie :
  • Laupen. Bühnenspiel aus der Schweizer Geschichte. 1914
  • Rot Schwizerin. Leipzig: 1921
  • Moritat. Komödie. 1927 (Erstdruck in der Werkausgabe)
  • Die Geschichte vom General Johann August Suter. 1929
  • Vogel friss oder stirb. Komödie. 1932
  • Opernball 13. 1931
  • Der Verrat von Novara. Aarau: Sauerländer, 1934, UA: Zürich, 1934
  • Der heilige Held. Nikolaus-von-Flüe-Drama. UA: Zürich, 1936
  • Dreikampf. 1938
  • Der kleine Sündenfall. 1938
  • Romanze in Plüsch. 1941
  • Bundesfeierspiel. 1941
  • Land ohne Himmel. UA: Zürich, 1944
  • Brüder in Christo. UA: Zürich, 1947
  • Das Solothurner Gedenkspiel. 1949

Distinctions :
  • Berner Dramenpreis (1930)

Extrait de "Der Verrat von Novara" [S. 49-50]

Amei (steht unter der Tür, als die Mutter die Klinke fassen will. Sie hat noch die zerfetzten Überreste der fremden Kleider am Leib – die Haare durchwühlt und in losen Strähnen herunterhängend, das Gesicht in unheimlichem Trotz versteint. Ihr flackernder Blick sucht am Boden nach der Kette – plötzlich läuft sie zum Herd, stochert in der Asche, findet die zu einem unförmigen Klumpen zerschmolzenen Überreste, hält den Klumpen in der Hand, schleudert ihn in die Asche zurück, atmet in wilden Stössen, starrt blind in die Asche).

Die Mutter (steht an den Türpfosten gelehnt im Rücken Amei`s, wagt es vorerst nicht, sie anzusprechen).

Reisläufer (ziehen singend die Strasse zum Gotthard hinauf – ihr Gesang ist in der Stille deutlich zu hören und wird immer lauter):
„Ei, wird mir dann geschossen
Ein Schenkel von meinem Leib,
So tu ich nachher kriechen,
Es schadt mir nit ein Meit:
Ein hölzerne Stelzen ist mir gerecht,
Ja, eh das Jahr herumme kummt,
Gib ich ein Spittelknecht.“

Die Mutter...(tritt scheu und behutsam hinter Amei, mit tränenerstickter Stimme): Der Erni geht reislaufen – zum Franzos –

Amei (rührt sich nicht).

Die Mutter – Du sollst ihm sein Schwert mit Unschlitt einfetten, hat der Erni gesagt – und ein wenig aufschleifen, wenn`s nötig sei – aber Acht geben, dass die Klinge nicht schartig wird` - -

Amei (gibt keine Antwort).

Die Mutter...(wartet vergeblich – geht mit bleiernen Füssen in die Schlafstube).

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