Altermatt Sabina

Sabina Altermatt (geb. 1966) wuchs in Chur auf. Sie studierte an der Hochschule St. Gallen Staatswissenschaften und ist als Kommunikations-Beraterin tätig. Als Autorin schreibt sie auf Papier und publiziert im Netz. Nebenbei engagiert sie sich in mehreren Organisationen. So ist sie u.a. Mitglied des "Syndikats", eines Netzwerks von über 400 Krimi-Autor/innen aus Deutschland, Oesterreich und der Schweiz, oder von "femscript", einem Netzwerk schreibender Frauen. Heute lebt sie als Schriftstellerin in Zürich und im Glarnerland, wohin sie sich zurückzieht, wenn sie Zeit zum Schreiben braucht.

Liens
www.sabina-altermatt.ch

Bibliographie :
  • Verrat in Zürich West. Kriminalroman. Zelg: Orte-Verlag, 2005
  • Nervengift. Ein Zürcher Kriminalroman. Zürich 2006 (als Fortsetzungsroman auf www.tages-anzeiger.ch; interaktiv unter Miteinbezug der Blog-Kommentare auf der Website)
  • Alpenrauschen. Kriminalroman. Zürich: Limmat, 2008
  • Fallhöhe. Zürich: Limmat, 2010
  • Bergwasser. Kriminalroman. München: Piper, 2013
  • Der nächtliche Besucher. Zürich: SJW, 2013
  • Die Suche nach dem Weihnachtsstern. Bilderbuch mit Ill. von Christa Unzner. Zürich: NordSüd, 2013
  • Jagdgeflüster. Kriminalroman. München: Piper, 2015
  • Die Sache mit den gestohlenen Computern. Jugendroman. Glarus: Baeschlin, 2015
  • Ich bin gern ich! Bilderbuch. Hamburg: Carlsen, 2016

Distinctions :
  • Werkbeitrag Kanton Zürich (2003)
  • Werkbeitrag Stiftung Lienhard-Hunger (2003)
  • Atelierstipendium Berlin, Kanton Zürich (2006/07)
  • Werkbeitrag Kanton Graubünden (2007)
  • Werkjahrbeitrag Kanton Solothurn (2007)

Extrait de "Alpenrauschen"

Es regnete. Die Leuchtreklame des Kinokomplexes an der Hardstrasse spiegelte sich im Asphalt. Das Rot verlief im Regenwasser. Vor ihr ging ein Mann mit einem Hund. Bei der Halteverbotstafel hob das Tier das Bein. Der Mann blieb stehen, zündete eine Zigarette an, wartete, bis sein Vierbeiner fertig gepinkelt hatte, und setzte seinen Weg fort. Sie schaute das Gebäude hoch. Oben hing eine erleuchtete Plane, die den nächsten Film ankündigte. «Die Hard 4» mit Bruce Willis. Franziska schmunzelte. Eine gute Werbung für das Hardquartier, wenn man den Namen auf Deutsch aussprach. Und für die Hardbrücke, die als vierspurige Autobahn den Stadtteil von Norden nach Süden durchschnitt und für deren Abbruch es alle paar Jahre aus linken Kreisen Vorstösse gab.

Es regnete kräftiger. Die Tropfen wurden zu Fäden. Ein dunkler Kombi schoss vorbei und spritzte sie nass. Sie beschloss, die Strasse zu überqueren und unter der Brücke bis zur Tramhaltestelle zu gehen. Dabei übersah sie die Bahngeleise, die beim Fussgängerstreifen quer über die Strasse liefen und auf denen immer noch ab und zu Güterzüge mitten durchs Industriequartier rollten. Sie blieb mit dem Absatz ihres Stiefels in der Schiene stecken, konnte sich gerade noch auffangen. Schlüpfte aus dem Schuh, der sich verfangen hatte, balancierte auf dem anderen Bein, bückte sich, indem sie den unbeschuhten Fuss nach hinten hielt, und zerrte mit der einen Hand am Schaft. Doch der Absatz steckte fest. Sie zog mit beiden Händen am Stiefel, stützte sich mit dem grossen Zeh leicht auf dem nassen Boden ab. Der Schuh gab nach, sie richtete sich auf und blickte direkt in einen hellen Scheinwerfer. Sie hatte das Auto nicht heranfahren hören.

précédent