Wiesner Heinrich

Heinrich Wiesner wurde am ersten Juli im Jahre 1925 in Zeglingen (BL) geboren. Er besuchte das Lehrerseminar in Schiers und war als Heimerzieher und Lehrer tätig. Seit 1981 lebt Wiesner als freier Schriftsteller in Reinach (Kanton Baselland). Neben Prosa- und Lyrikbänden verfasst Heinrich Wiesner auch Kinder- und Jugendbücher.

Links
www.aargauerzeitung.ch/kultur/buch-buehne-kunst/heinrich-wiesner-schreibt-immer-nur-was-er-selbst-erlebt-129295458
www.wochenblatt.ch/wob/aktuell/reinach/artikelseite-reinach/?tx_ttnews[tt_news]=76770&cHash=0eb63d4bbfd82a038b54445a96077b6c

Werke:
  • Der innere Wanderer. Gedichte. Basel: Verlag Bücherfreunde, 1951
  • Leichte Boote. Gedichte 1954-1957. Zürich: Eirene, 1958
  • Lakonische Zeilen. München: Piper, 1965
  • Lapidare Geschichten. München: Piper, 1967
  • Schauplätze. Eine Chronik. Zürich: Diogenes, 1969
  • Rico. Ein Fall. Bericht. Basel: Lenos, 1970
  • Die Kehrseite der Medaille. Neue lakonische Zeilen. München: Piper, 1972
  • Notennot. Schulgeschichten. Basel: Lenos, 1973
  • Das Dankschreiben. Basel: Lenos, 1975
  • Das verwandelte Land. Ein Lesebuch. Hrsg. von der Literaturkommission des Kantons Baselland in Verbindung mit dem kantonalen Kunstkredit. Liestal: Kommission Lüdin, 1977
  • Der Riese am Tisch. Basel: Lenos, 1979
  • Heinrich Wiesners Kürzestgeschichten. Basel: Lenos, 1980
  • Der Mann vom Mond. Zürich: SJW, 1980
  • Welcher Gott denn ist tot. Basel: Lenos, 1984
  • Neue Kürzestgeschichten. Rorschach: Nebelspalter, 1985
  • Jaromir bei den Rittern. Schülerroman. Gümligen: Zytglogge, 1987
  • Iseblitz. Der Waldfuchs der zum Stadtfuchs wurde. Schülerroman. Gümligen: Zytglogge, 1989
  • Jaromir in einer mittelalterlichen Stadt. Schülerroman. Gümligen: Zytglogge, 1990
  • Die würdige Greisin. Basel: Lenos, 1992
  • Der längste Karfreitag. Geschichten vom Lande. Basel: Lenos, 1995
  • Leichte Boote. Gedichte. Liestal: Heinzelmann & Kunz, 1996
  • Wolfmädchen. Kinder-Roman. Gümligen: Zytglogge, 1998
  • Die Menschen, die Dinge. Lesebuchgeschichten. Basel: Lenos, 2000
  • Jaromir bei den Mammutjägern. Schülerroman. Gümligen: Zytglogge, 2000
  • Das Schnabeltier. Expeditionen in die Tierwelt. Basel: Zytglogge, 2016

Auszeichnungen:
  • Lyrikpreis Radio Beromünster (1957)
  • Förderungspreis der Stiftung Pro Helvetia (1968)
  • Stipendium des Amtes für Kulturförderung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (1969/70)
  • Erzählpreis der Stadt Zürich (1970)
  • Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1973)
  • Literaturpreis des Kantons Baselland (1980)
  • Reinacher Kulturpreis (1986)
  • Auswahl für den Schweizerischen Jugendbuchpreis (1989)

Textausschnitt aus "Die würdige Greisin" [S. 24-25]

Als Anna mitten in der Nacht erwachte, hatte sie ein Unglücksgefühl, das sie nicht sogleich orten konnte. Etwas war geschehen, aber was? Plötzlich wurde ihr klar: Ich bin nicht mehr daheim, ich bin im Altersheim. Man hat mich ins Altersheim getan, wo das Leben für mich keinen Sinn mehr hat, weil mir die Arbeit fehlt. Jeden Montagvormittag drei Stunden lang Wäsche zusammenlegen ist zwar eine Arbeit, aber ich tu sie für andere, nicht für mich, und mein verdienter Lohn, die AHV, geht Tag für Tag drauf. Sie deckt nicht einmal die Kosten, so dass ich meine Ersparnisse angreifen muss, die paar Tausender im Büchlein. Daheim hätte ich noch lange mein Leben gehabt auch ohne Tageshilfe und ohne diese Essbeutel, die der Essdienst bringt. Ich bin nun einmal anderes Essen gewohnt. Warum man das nicht begreift? Eine Rösti bring ich allemal zustande. Aber du hast doch ein schönes Zimmer, sogar ein Eckzimmer, hörte sie Edith sagen. Und das neue Sofa? Und der Sessel, Stil Voltaire? Und und und? Was ist ein schönes Zimmer, haderte Anna, im Vergleich zum eigenen Haus, auch wenn es alt und verlebt ist.

Zurück