Waldis Angelika

Angelika Bucher Waldis wurde am 3. März 1940 in Luzern geboren. Sie besuchte das Lehrerseminar in Luzern und studierte anschliessend Anglistik und Germanistik an der Universität Zürich. Für kurze Zeit arbeitete sie als Lehrerin, danach als Journalistin. Mit ihrem Mann, dem Grafiker Otmar Bucher, gründete sie 1982 die mehrfach ausgezeichnete Schülerzeitschrift „Spick“. Achtzehn Jahre lang, bis 1999, leitete sie zusammen mit ihrem Mann das Jugendmagazin als Chefredakteurin. Der Schritt von der Journalistin zur Autorin glückte Angelika Waldis mit ihrer Erzählung „Tita und Leo – eine Feriengeschichte“. Dafür erhielt sie 2000 den Schweizer Jugendbuchpreis. Seither lebt sie als freie Autorin in Gockhausen bei Zürich und hat weitere Bücher geschrieben - mittlerweile nicht mehr nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene.

Links
www.angelikawaldis.ch/
www.srf.ch/player/radio/reflexe/audio/angelika-waldis-die-geheimen-leben-der-schneiderin?id=afa9241c-59ec-46cc-ab5e-8c160b27f387

Werke:
  • Tita und Leo. Eine Feriengeschichte. Zürich: Haffmans Verlag, 1999
  • Tu nicht so. Geschichten. Zürich: Kein & Aber, 2004
  • Rocco und Jele. Jele und Rocco. Eine Liebe, zwei Geschichten. Berlin: Schwarzkopff Buchwerke, 2005
  • Verschwinden. Zwei Geschichten. Zürich: Kein & Aber, 2006
  • Die geheimen Leben der Schneiderin. Roman. Zürich: Kein & Aber, 2008
  • Einer zu viel. Zürich: Kein & Aber, 2010
  • Gschnätzlets. Kürzestgeschichten. Zürich: Europa Verlag, 2011
  • Aufräumen. Zürich: Europa Verlag, 2013
  • Marktplatz der Heimlichkeiten. Zürich: Europa Verlag, 2015

Auszeichnungen:
  • Diverse Auszeichnungen für das Jugendmagazin „Spick“
  • Schweizerischer Jugendbuchpreis (2000)
  • Auszeichnung Kanton Zürich (2006)
  • Auszeichnung Kanton Zürich (2010)

Textausschnitt aus "Tita und Leo" [S. 11]

Tita fühlt sich plötzlich unbehaglich. Seit sie sich durch das kleine Kellerfenster gezwängt hat, ist die Welt irgendwie seltsam. Warum starrt der Junge sie so an? Und warum riecht es hier eigentlich so nach Kuhstall? Das war heute morgen nicht so.
Der Junge ist aufgestanden. Er stopft sich das blaue Leinenhemd in die Hose und zupft die Hosenträger zurecht. Tita reicht ihm grad bis zur Schulter.
„Wie alt bist du?“ fragt Tita.
„Ich werd vierzehn. Und du?“
„Ich wird zwölf. Am zwölften zwölften. Dann krieg ich vielleicht einen PC.“
„Was für einen Zeh?“ Leo blickt wieder auf Titas Füsse.
„Einen PC, einen Computer! Du bist ja wohl nicht aus dem letzten Jahrhundert, oder?“

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