Uetz Christian

Christian Uetz wurde am 8. August 1963 in Egnach am Bodensee (TG) geboren. Nach der Lehrerausbildung im Seminar Kreuzlingen studierte er Philosophie, Komparatistik und Altgriechisch. Der Lyriker Uetz bestreitet häufige Auftritte bei Literaturveranstaltungen und Festivals für experimentelle Poesie und spoken poetry, unter anderen in New York, Berlin und Medellin. Christian Uetz war Stipendiat der Eymann-Stiftung und lebte als freier Schriftsteller in Langenthal. Zur Zeit ist Romanshorn sein Wohnort.

Links
www.christianutz.net/
www.videoportal.sf.tv/video?id=d11f0f65-a90e-490e-be7e-e1debb251da2
www.nzz.ch/wollust-der-sprache-1.10006890

Werke:
  • Luren. Gedichte. Frauenfeld: Im Waldgut, 1993
  • Reeden. Gedichte. Frauenfeld: Im Waldgut, 1994
  • Nichte. Lyrik. Graz / Wien: Droschl, 1998
  • Zoom Nicht. Prosa. Graz / Wien: Droschl, 1999
  • Nichte und andere Gedichte. CD. Gesprochen vom Autor. Graz, 1999
  • Don San Juan. Monolog. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 2002
  • Das Sternbild versingt. Gedichte. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 2004
  • Nur Du, und nur ich. Roman in sieben Schritten. Zürich: Secession, 2011
  • Sunderwarumbe. Ein Schweizer Requiem. Zürich: Secession Verlag, 2012
  • Es passierte. Zürich: Secession Verlag, 2015

Auszeichnungen:
  • 3sat-Preis am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb (19999
  • Fördergabe der Internationalen Bodensee-Konferenz (2000)
  • Kulturpreis des Kantons Thurgau (2005)
  • Bodensee Literaturpreis der Stadt Überlingen (2010)

Textausschnitt aus "Hirnhelle Heroine" in "Zoom Nicht" [S. 7]

Sie kann nicht das Wort sein. An diesem Wort bleibt sie nicht hängen. Sie kann nicht das Wort sein, das nicht sein kann. In dieses Wort wird sie sich nicht hengeln. Das Wort ist ja nicht. Sie aber ist nicht das Wort. Das ist nicht zum Kopfzerrn. Sie muss sich nicht übergeben, sie muss nicht sein, wie das Wort. Sie kann es nicht erbrechen. Sie kann nicht das Wort sein, und sie will es auch nicht sein, sie will es nicht sein. Nicht sein, sie will das Wort nicht sein, sie will. Sonst will sie niemand mehr und nichts mehr sein, und sie kann niemand mehr und nichts mehr wollen sonst. (Sie will es ausmachen. Mach sie aus! Sie will es auslösen. Lös sie auf!) Sie muss nicht, auch wenn sie will, sie muss das Wort, welches sie mangelt, welches ihren Mangel gangelt, nicht sein können, sie muss sich maschinenhaft in die Mange nehmen, und den Mangel erangeln, eng erhengeln. Sie muss mortselbst das Wort nicht sein, das sie nicht ist; fummkelnd, röchhellnd, sternbend das Wort nicht sein, das sie nicht ist.

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