Steiger Bruno

Bruno Steiger wurde am 3. Juni 1946 in Zürich geboren. Nach seiner Ausbildung zum Hilfszeichner arbeitete er bis 1986 als Zeichner-Konstrukteur. Seither ist Steiger freier Schriftsteller, Kritiker und Essayist. Er lebt und schreibt in Zürich.

Links
www.woz.ch/artikel/inhalt/2006/nr43/Kultur/14036.html
www.nzz.ch/feuilleton/buecher/bruno-steigers-spaete-notizen-ums-ganze-ld.115034
ead.nb.admin.ch/html/bruno-steiger_B.html

Werke:
  • Jagdpark. Gedichte. Luzern: , 1978
  • Warum wir kämpften. Essay. Mit Markus Giovanoli. Baldegg: 1979
  • Der Panamakanal und der Panamakanal. Zürich: Benziger, 1983
  • Gurdjieffs Argument. Reinbek: Rowohlt, 1985
  • Notton Tunkelbald. Essay. Mit Ursula Herber. Zürich: Howeg, 1988
  • Melodie und Irrtum. Erzählungen. Zürich: Howeg, 1989
  • Jackson Pollock in Amerika. Reinbek: Rowohlt, 1993
  • Unter sich. Briefwechsel mit F.P. Ingold. Graz: Droschl, 1996
  • Bernhardinerinnen. Reportage. Mit Ulrich Binder. Zürich: Howeg, 1997
  • Der vierte Spiegel. Salzburg: Residenz, 1998
  • Der Billardtisch. Erzählung. Zürich: Frey/Scalo, 2001
  • Erhöhter Blauanteil. Zürich: Nagel&Kimche, 2004
  • Das Fenster in der Luft. Aufzeichnungen. Basel: Urs Engeler Ed., 2008
  • Zwischen Unorten. Basel: Engeler, 2009
  • Palmeninsel. Zürich: Howeg, 2012
  • Der Trick mit dem Sprung aus dem Stuhl. Zürich/Solothurn: Engeler, 2012
  • Späte Notizen. Zürich: Ed. Howeg, 2016

Auszeichnungen:
  • Werkjahr Stadt und Kanton Luzern (1981)
  • Werkpreis Stadt und Kanton Luzern (1985)
  • Buchpreis des Kantons Bern (1985 / 2002)
  • Essay-Preis des Landes Niedersachsen (1998)
  • Preis der Innerschweiz. Literaturförderung (1999)
  • Anerkennungspreis Marianne-und-Curt-Dienemann-Stiftung (2000)
  • Werkbeitrag Zentralschweizer Literaturförderung (2005)
  • Werkbeitrag Kanton Zürich (2008)

Textausschnitt aus "Der Billardtisch" [S. 21-22]

Der Fünfjährige, rief ich gestern abend aus, lebt in seiner eigenen Welt. Von dieser Welt wissen wir nichts. Es ist ja merkwürdig genug, dass es in der ganzen mir und möglicherweise auch dir bekannten Literatur so wenig Kindheitserinnerungen gibt, die über das fünfte Jahr zurückreichen. Erinnerungen an die Zeit vor dem fünften Lebensjahr sind Erinnerungen an die Zeit, in der kein Bewusstsein existierte. Es sind Erinnerungen eines Bewusstseins an die Zeit vor dem Entstehen dieses Bewusstseins, es sind Lügenmärchen, sagte ich, und dass die grössten Lügen die schönsten Märchen seien, ja, ich rede von den gerade heute in gewissen Kreisen hochgejubelten Erinnerungen an den Aufenthalt im Bauch der Mutter. – Und doch ist das Leben im Bauch der Mutter das, was unser ganzes späteres Leben prägt, sagte meine Frau und betrachtete ihren nackten Bauch in der Spiegeltür des Schlafzimmerschranks. Gibt es etwas Schöneres als einen weissen, weichen, warmen Frauenbauch, fragte sie, woher soll ich das wissen, sagte ich.

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