Schwarzenbach Annemarie

Annemarie Schwarzenbach wurde am 23. Mai 1908 in Zürich geboren. Ihr Vater war Textilindustrieller, die Mutter eine Tochter von General Ulrich Wille. Schwarzenbach wuchs in einer der damals reichsten Schweizer Familien auf. Nach der Matura 1927 studierte sie Geschichte in Zürich und Paris. 1931 folgte die Promotioen. Die dreissiger Jahre waren geprägt durch die enge Freundschaft zu Erika und Klaus Mann, durch welche sie in das Berliner Künstlermilieu eingeführt wurde. Wesentliche Bestandteile desselben, Drogen und Homosexualität, führten zu Spannungen mit der Familie. 1933 wurde Schwarzenbach journalistisch tätig. Es folgten ausgedehnte Reisen, eine kurze, unglückliche Ehe und der Aufenthalt in verschiedenen Entzugskliniken. Annemarie Schwarzenbach durchlebte zahlreiche seelische Krisen und hielt sich in verschiedene psychiatrischen Kliniken auf. Sie starb am 15. November 1942 bei einem Fahrradunfall im Engadin.

Links
www.nzz.ch/sie-ruiniert-mich-mit-ihrer-liebe-1.741382
www.zeit.de/2008/21/A-Schwarzenbach
www.art-tv.ch/1822-0-strauhof--annemarie-schwarzenbach.html
www.zag.uni-freiburg.de/fgs/wp-content/uploads/2010/12/Franziska-Bergmann-Neue-Erkenntnisse-f%C3%BCr-die-Annemarie-Schwarzenbach-Forschung-pp.339-341..pdf
ead.nb.admin.ch/html/schwarzenbach.html

Werke:
  • Beiträge zur Geschichte des Oberengadins im Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit. Zürich/Leipzig: A.-G. Lehmann & Co., 1931
  • Freunde um Bernhard. Zürich/Leipzig/Wien: Amalthea, 1931
  • Das Buch der Schweiz. Ost und Süd. München: R. Piper & Co., 1932
  • Lyrische Novelle. Berlin: Rowohlt, 1933
  • Das glückliche Tal. Zürich: Morgarten, 1940
  • Ausgewählte Werke. 7 Bde. Basel: Lenos, 1988-2000
  • 1) Lyrische Novelle [1989]
  • 2) Bei diesem Regen. Erzählungen [1989]
  • 3) Auf der Schattenseite. Reportagen, Feuilletons und Fotografien 1933-1942 [1990]
  • 4) Jenseits von New York. Reportagen, Feuilletons und Fotografien aus den USA 1936-1938 [1992]
  • 5) Tod in Persien [1995]
  • 6) Flucht nach oben. Roman [1999]
  • Alle wege sind offen. Die Reise nach Afghanistan 1939/1940 [2000]
  • "Wir werden es schon zuwege bringen, das Leben." A. Schwarzenbach an Erika und Klaus Mann 1930-1942. Herbolzheim: Centaurus-Verlagsgesellschaft, 1998

Textausschnitt aus "Lyrische Novelle" [S. 24] (zitiert nach der Werkausgabe)

Denke ich sehr viel an Sibylle? Ich würde sagen, dass ich es nicht weiss, ich denke nicht nach, aber ich habe sie noch keine Minute vergessen. Es ist, als hätte ich nie ohne sie gelebt. Nichts verbindet uns, aber ich bin von ihrer Gegenwart durchdrungen, ich erinnerte mich manchmal an den Geruch ihrer Haut oder an ihre Atemzüge, und es ist, als hielte ich sie noch beim Tanzen im Arm oder als sitze sie neben mir und ich brauche nur die Hand auszustrecken um sie zu berühren. Aber was sollte uns denn verbinden: diese langen Abende, diese langen Nächte, dieser Abschied vor ihrer Tür im grauenden Morgen, diese endlosen Einsamkeiten--

Zurück