Schär Brigitte

Brigitte Schär wurde am 1.2.1958 in Zürich geboren. Nach dem Besuch der Schulen studierte sie Germanistik und Europäische Volksliteratur und absolvierte daneben eine Gesangs- und Sprechausbildung. Nach dem Abschluss ihrer universitären Ausbildung war sie vorübergehend als Deutschlehrerin tätig. Seit 1988 arbeitet die in Zürich lebende Schär freiberuflich als Autorin und Sängerin: Sie schreibt Bücher für Erwachsene und Kinder, hat zahlreiche Beiträge in Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht und schreibt gelegentlich Geschichten für das Radio. Als Sängerin befasst sie sich besonders mit experimentellem Jazz und improvisierter Musik. In jüngerer Zeit verbindet sie Musik und Literatur und tritt mit Lesungs-Konzerten und Konzert-Lesungen auf.

Links
www.brigitte-schaer.ch
www.youtube.com/watch?v=G6Pn4uNU5I0

Werke:
  • Das Schubladenkind. Gute-Nacht-Geschichten für wache und verträumte Kinder. Mit Bildern von Inge Steineke. Zürich: Nagel & Kimche, 1988
  • Auf dem hohen Seil. Kleine Prosa. Bern: eFeF, 1991
  • Das geht doch nicht! Mit Bildern von Jacky Gleich. München: C.Hanser,1995
  • Monsterbesuch! Mit Bildern von Jacky Gleich. München: C.Hanser, 1996
  • Die blinde Fee. Ein Märchen. Mit Bildern von Julia Gukowa. Hamburg: Nord-Süd, 1998
  • Das Haus auf dem Hügel. Mit Bildern von Jacky Gleich. München: C.Hanser, 1998
  • Liebesbriefe sind keine Rechnungen. Stories. München: C.Hanser, 1998
  • Die Entführung der Welt. München: C.Hanser, 2000
  • Mama ist gross wie ein Turm. München: C.Hanser, 2001
  • Rundherum. CD für Kinder, 2001
  • Die Weihnachts-Show. Mit Bildern von Jörg Müller. Düsseldorf: Sauerländer, 2005
  • Geschichten vom Roll und vom Ruh. Zürich: Bajazzo Verlag, 2006
  • Anker lichten, Segel setzen. 21 witzige und erstaundliche Geschichten-Lieder. Straelen: Grenzland-Produktion, 2011
  • 5 winzig kleine Zwerge. Zürich: SJW, 2011
  • Dominos Geheimnis. Zürich: SJW, 2015
  • Lisa, Paul und Frau Fisch. Wuppertal: Hammer, 2016
  • Unwetter. Unheilvolle Geschichten. Olten: Knapp, 2016

Auszeichnungen:
  • Werkauftrag Pro Helvetia (1993)
  • Schweizer Jugendbuchpreis (1993)
  • Preisträgerin des Wettbewerbes „Lese-Buch“ der Jugendschriftenkommission des LCH (1993)
  • „Schnabelsteherpreis“ des Arbeitskreises norddeutscher Kinderbuchläden für das beste Kinderbuch (1997)
  • Kinderbuchpreis des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen (1997)
  • „Monsterbesuch!“ IBBY-Ehrenliste (1998)
  • "Die rote Zora" (Kinderbuchpreis) (1999)
  • Werkbeitrag des Kantons Zürich (1999)
  • Nominierung Deutscher Jugendbuchpreis (2002)
  • Stipendium Pro Helvetia (2006)
  • Stipendium USB Kultur-Stiftung (2006)
  • Nominierung Schweizer Kinder- und Jugendmedienpreis (2011)

Textausschnitt aus "Die Heizerin" in "Liebesbriefe sind keine Rechnungen" [S. 14]

Die ganze Sache kam ihr unrealistisch vor. Die Heizerin stand mit nackten Beinen in hohen Stiefeln zwischen Kohlehaufen, die trotz aller Arbeit nicht kleiner zu werden schienen. Kathrin bückte sich und hob ein Kohlestück auf. Sie schloss ihre Hände darum. In diesem Raum war alles schwarz, inklusive der Heizerin. Im übrigen Keller war Kathrin kein Anflug von Kohlestaub aufgefallen. Allerdings war das Licht nur sehr schwach. Trotzdem musste die Tür zum Heizungsraum sehr gut abdichten, sonst hätte sich der Staub schon lange im ganzen Keller und womöglich bis ins oberste Stockwerk des Hauses ausgebreitet. Kathrin überkam plötzlich das Verlangen, von hinten die Arme um den üppigen Körper der Heizerin zu schlingen, um die Frau einen Moment am Schaufeln zu hindern. Sie wollte einen Moment absoluter Ruhe, in dem vielleicht nur das Atmen der Heizerin zu hören gewesen wäre, vielleicht sogar ihr Herzschlag. Doch dazu hätte auch das lodernde und prasselnde Feuer im Heizkessel gelöscht werden müssen.

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