Reber Sabine

Sabine Reber wurde am 2. Februar 1970 in Bern geboren. Nach dem Maturaabschluss in Biel 1989 begann sie ihr Studium an der Universität Fribourg. 1991 erhielt sie das Diplom der Journalistik und Kommunikationswissenschaften. Es folgte ein Stage und die Ausbildung zur Redaktorin BR 1991 bis 1992. Dann arbeitete sie als Redaktorin, Reporterin und Autorin für verschiedene Schweizer Zeitungen wie „Blick“, „Tagesanzeiger“ und „Weltwoche“. 1996 wanderte sie nach Irland aus und legte dort einen grossen Garten an. Während vier Jahren war sie Gartenkolumnistin der „Schweizer Illustrierten“. Im Juni 2004 erfolgte die Rückkehr in die Schweiz, worauf sie als freischaffende Autorin und Gartenberaterin tätig ist. Seit 2005 ist sie Gartenkolumnistin bei „Annabelle“. Die elf Erzählungen in „Unter dem Kissen“ (2006) handeln von der Liebe und ihren Schwierigkeiten. Es sind erstaunlich, offene, unprätentiöse Texte von überraschender, frischfröhlicher Sinnlichkeit.

Links
www.sabinesgarten.ch
www.srf.ch/play/tv/glanz-amp-gloria/video/gaertnernd-sabine-reber-ist-mit-gruenem-daumen-geboren?id=dc07e5d2-a4f0-495a-8a48-9c8ce283aad8
www.youtube.com/watch?v=QafCNPpCfdc

Werke:
  • Die Schwester des Schattenkönigs. Roman. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1998
  • Blau. Roman. Leipzig: Reclam, 2001
  • Flug Zeug. Gedichtband. Alpnach: Wallimann Verlag, 2001
  • Die gefalteten Meere oder: Das Bellen der Rehe. Gedichtband. Alpnach: Willimann Verlag, 2005
  • Ein Gartenzimmer für mich allein. Gartenbuch. München: Callwey Verlag, 2006
  • Unter dem Kissen. Erzählungen. Bern: Cosmos Verlag, 2006
  • Ins Feld geworfen. Beromünster: Wallimann, 2011
  • Die Falken und das Glück. Roman. München: Langen Müller, 2012
  • Meine Gärten zum Glück. Eine Liebeserklärung. München: Callwey, 2012
  • Gärtnern - die neue Freiheit. München: BLV, 2013
  • Fortplanzen! 1000 Tipps, damit es im Garten wirklich klappt. Langnau: Landverlag, 2014
  • Veranda Junkies. Aarau: AT, 2015
  • Im Garten der Wale. Roman. Zürich: Elster, 2015
  • Spitzfederich und Rosenspott. Zürich: Elster, 2016

Auszeichnungen:
  • Zündschrift-Förderpreis, (1989)
  • Foglio-Preis für junge Literatur, (1997)
  • International Poetry Award, Dun Laoghaire (1998)
  • Zentralschweizer Publikumspreis für Literatur, (1999)
  • Werkjahr Pro Helvetia (2000)
  • Deutscher Gartenbuchpreis (2013)

Textausschnitt aus "Die Schwester des Schattenkönigs" [S. 19]

Es ist erst vier Wochen her, seit wir Tante Hélène zu Grabe getragen haben. Onkel Sebastian war nach Bern zurückgekehrt, zum ersten Mal, seit er die Schweiz im Sommer 1992 verlassen hatte. Er bestand darauf, dass ich ihn so bald wie möglich in Lomé besuche. Ich müsse auf andere Gedanken kommen, meinte er. Noch auf dem Friedhof drückte er mir die Flugtickets in die Hand und versicherte mir, Timmy und ich könnten auf seine Rechnung im besten Hotel der Stadt wohnen, solange wir wollten. Meine Eltern waren zur Beerdigung von Tante Hélène zwar mit einer Einladung, aber natürlich ohne Flugtickets angereist. Trotzdem beschloss ich, dass wir zuerst zu ihnen in die marokkanische Wüste reisen würden, um dann über die Feiertage das Strandleben in Lomé zu geniessen. Weihnachten unter Palmen! Timmy freute sich wie ein Maikäfer, und er konnte nicht verstehen, warum wir so überstürzt heimreisen mussten.

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