Pauli Lorenz

Lorenz Pauli wurde am 26. Februar 1967 in Bern geboren, wo er aufwuchs und die Schule besuchte. Nach einer kaufmännischen Lehre, die nicht seinen Vorstellungen entsprach, machte er eine Ausbildung zum Kindergärtner. Seit 1989 arbeitet er in diesem Bereich, heute mit einer Teilzeitanstellung. Dies erlaubt ihm, seine „Geschichten für Kinder zwischen 4 und 11 Jahren und ihre Erwachsenen“ zu schreiben, wie Lorenz Pauli selbst formuliert. Zum Schreiben kam Lorenz Pauli auf dem Weg über seine Berufsarbeit: Da er in Buchhandlungen für seine Kindergartenkinder oft nicht fündig wurde, erfand er viele Geschichten, die thematisch und inhaltlich seinen Wünschen entsprachen, selber. Einige dieser Geschichten reichte er bei einem Wettbewerb ein und hatte damit auch sogleich Erfolg. Lorenz Pauli erfindet Geschichten, die zum Mittun, zum Fabulieren und zum Denken anregen, aber auch Geschichten, die ganz einfach unterhalten wollen. Ein spezielles Augenmerk gilt dabei Texten für Bilderbücher, die für Kinder zum „Heimatort der Gefühle“ werden sollen. Lorenz Paulis Kinderverse und Kinderlieder in Mundart sollen Spass machen und zu spielerischem Umgang mit Sprache einladen. Für sein Schaffen und speziell für den Text zu „Oma, Emma, Mama“ (Atlantis Verlag) ist er 2012 in die IBBY-Ehrenliste (International Books for Young People) aufgenommen worden.

Links
www.mupf.ch
www.literapedia-bern.ch/Pauli,_Lorenz

Werke:
  • Wienachte mit der Frou Schnousi. Münsingen: Fischer, 1993 (als Kassette 1999)
  • E chlyni Chue mit Wanderschue. Bern: Lokwort, 1995 (als Kassette „E chlyni Chue, wo redt im Bett“, 1996)
  • Dotterothea Meier, Eierspezialistin für Spezial-Eier. Gümligen: Zytglogge, 1997 (Kassette)
  • Luege, was der Mond so macht. 21 Kinderlieder. In Zusammenarbeit mit Linard Bardill. Gümligen: Soundservice, 1997 (CD/Kassette/Liederheft)
  • Die Flausenmaus auf Katzenjagd. Bilderbuch. Münsingen: Fischer, 1997
  • Potztuusig, sächs Zwärge. Gümligen: Zytglogge, 1997 (Kassette DRS)
  • Ich kenne öpper, wo … Ill. von Ernst Feurer-Mettler. Bern: Lokwort, 1998
  • Tram und Trampel. Bilderbuch mit Ill. von Angela Zwahlen und Simon Müller. Münsingen: Fischer, 1998 (als CD und Kassette 1998)
  • Der Cocolino fiiret Dings-Tag. Bern: Jäggi, 1999 (CD und Kassette)
  • Nico geht zum Nikolaus. Bilderbuch mit Ill. von Anita Dettwiler, Daniela Hoesli und Dani Pelegatti. Aarau: Sauerländer, 2000
  • Was i nid weiss, weiss mini Geiss. 23 Kinderlieder. In Zusammenarbeit mit Linard Bardill. Gümligen: Soundservice, 2000 (CD/Kassette/Liederheft)
  • Wie weihnachtelt man? Bilderbuch mit Ill. von Kathrin Schärer. Aarau: Sauerländer, 2001
  • E Kokosnuss mit Ryssverschluss. 99 und e halbe Chindervärs. Mit Ill. von André Hirtbrunner. Bern: Lokwort, 2002 (CD, zus. mit Balts Nill, 2011)
  • Wohin mit dem Wunder. Mit Ill. von Matthias Winkler. Bätterkinden: Edition Ratatouille, 2002
  • Ich schmück den Baum. Bilderbuch mit Ill. von Kathrin Schärer. Zürich: Atlantis, 2003
  • Die Kiste. Bilderbuch mit Ill. von Kathrin Schärer. Düsseldorf: Sauerländer, 2004
  • Sternschnuppesuppe. 20 Kinderlieder. In Zusammenarbeit mit Linard Bardill. Gümligen: Soundservice, 2005 (CD/Kassette/Liederheft)
  • Bill und Fabienne: Zwei Wasserratten und viel Wasserkraft/Bill et Fabienne: Deux rats d’eau et beaucoup d’energie. Bilderbuch mit Ill. von Kathrin Schärer und Experimenten von Karolin Weber. Zürich: Atlantis, 2006
  • Mutig, mutig. Bilderbuch mit Ill. von Kathrin Schärer. Zürich: Atlantis, 2006
  • Still, still, still. 24 Lieder, Geschichten und Verse. Mit Ill. von Matthias Winkler. Biel: Verlag die Brotsuppe, 2007
  • Monster zu Besuch. Ill. von Gabriela Maier. Zürich: LCH, 2007 (Lesebücher zur Förderung der Leseflüssigkeit)
  • Ich mit dir, du mit mir. Bilderbuch mit Ill. von Kathrin Schärer. Zürich: Atlantis, 2008
  • Lulu zaubert. Ill. von Kathrin Schärer. Zürich: SJW, 2009
  • Oma, Emma, Mama. Bilderbuch mit Ill. von Kathrin Schärer. Zürich: Atlantis 2010
  • Jetzt kommt Frau Wipf! Das Kinderspital in der grossen Tasche. Ill. von Silvia Vananderoye. Zürich: Atlantis, 2010
  • Harzig, Kipplig, Fälltum. Mit Ill. von Miriam Zedelius. Mannheim: Bibliographisches Institut, 2010
  • 3 freche Mäuse. Ill. von Kathrin Schärer. Zürich: SJW, 2010
  • Pippilothek??? Eine Bibliothek wirkt Wunder. Bilderbuch mit Ill. von Kathrin Schärer. Zürich: Atlantis, 2011
  • Goldfreunde. Ill. von Kathrin Schärer. Zürich: SJW, 2011
  • Zum Mitnehmen. Bilderbuch mit Ill. von Miriam Zedelius. Zürich: Atlantis, 2012
  • Nur wir alle. Bilderbuch mit Ill. von Kathrin Schärer. Zürich: Atlantis 2012
  • Leo, Dünen, Strand und mehr. Eine Schatzsuche. Bilderbuch mit Ill. von Suse Schweizer. Zürich: Atlantis: 2012
  • 10 Wünsche. Ill. von Kathrin Schärer. Zürich: SJW, 2012
  • Bill und Fabienne/Bill et Fabienne. Zürich: Atlantis, 2012
  • Das Beste überhaupt. Ill. von Kathrin Schärer. Zürich: Atlantis, 2013
  • Eine schlimme Geschichte. Ill. von Kathrin Schärer. Zürich: SJW, 2013
  • Da bist du ja! Zürich: Atlantis, 2014
  • Wanda will weg. Zürich: SJW, 2014
  • Pass auf mich auf! Bilderbuch. Zürich: Atlantis, 2015
  • Aber nein! Zürich: SJW, 2015
  • Rigo und Rosa. Bilderbuch. Zürich: Atlantis, 2016
  • böse. Bilderbuch. Zürich: Atlantis, 2016
  • Fips hört ein PIEPS. Zürich: Atlantis, 2016

Auszeichnungen:
  • Goldene Schallplatte für „Luege, was der Mond so macht“
  • 2003 Ehrenurkunde des Österreichischen Staatspreises für Kinderlyrik
  • 2011 Kinderbuchpreis des Landes Nordrhein-Westfalen
  • 2012 IBBY-Ehrenliste

Textausschnitt aus „Tram und Trampel“ [Bilderbuch]
Danach war das Volksfest zu Ende und Nr. 9 musste heim ins Depot. „Weißt du“, brummte der Tramführer, „du hast mir einen ganz schön strengen Tag beschert!“ Nr. 9 quiekte. „Dass du mir das nicht nochmals machst, sonst wirst du verschrottet, du alter Klapperkasten.“ Nr. 9 rumpelte und zitterte. „Wolltest du mich ärgern?“ Nr. 9 schnaubte durch die Ventile und das hiess wohl „nein“. „Oder wolltest du weglaufen?“ Nr. 9 schnaubte wieder. „Oder wolltest du etwas erleben und den Kindern eine Freude machen?“ Jetzt bimmelte Nr. 9 und das hiess bestimmt „ja“.
„Nun gut“, sagte der Tramführer, „morgen früh rede ich mit der Chefin. Vielleicht bekommst du einen Kinder-Spezialauftrag. Mal sehen. Aber bleib mir bloss auf den Schienen. Keine Ausflüge mehr rüber zum Zirkus! Versprochen?“
Das Tram bimmelte wie verrückt.
Seither gehört das Tram den Kindern. Sie freuen sich, wenn ihr Märlitram vergnügt durch die Kurve zum Bahnhof quietscht.

„Wasser-Hasser“
Es git Sache, die hei mir Chatze nid gärn. Erschtens: Wasser. Zwöitens: Hüng. U i dere Gschicht chunnt grad beides vor. Leider.
I hasse Wasser. Ussert i mym Schäli. Am liebschte hanis, wes drei Tag alt isch. De schmöckts fein.
Hütt hets grägnet. D Frou Bill isch zur Türen uus. ‚Zyt für nes Aabentüür‘, hani grad ddänkt. Aber da steit si plötzlech wider ir Tür u brümelet öppis vo „sturms Huen“ u „Schirm vergässe“ u „Schyswätter“ u so. Si nuuschet u geit u itz isch Rue.
I ha zum Fänschter uus gluegt: „Ja. Schyswätter. Räge isch Wasser u Wasser isch e Seich.“ Drum bini de halt chli ir Wohnig ume turnet: Ufe Tisch (darfi eigetlech nid) übere uf ds Büechergstell (darfi eigetlech o nid) u vo dert e grosse Ggump uf ds Sofa (eigetlch verbotte) u vo dert uus wider ufe Tisch. Das isch nid nume verbotte, sondern o chli tumm gsi: Di grossi Bluemevaase, wo dä komisch Struuss drinne gstande isch, isch um. Paff. Ds Wasser isch übere ganz Tisch ggloffe u abe plätscheret. Ei riise Glungge am Bode u der ganz Tisch pfludinass. U mii hets o no verwütscht: Di linggi Vorderpfoote isch o nass worde. Gruuuuusig!
I ha die Sach aagluegt u ha gwüsst: Das chunnt nid guet aa bi der Frou Bill.
D Glungge u ds schlächte Gwüsse sy geng grösser worde. I ha ddänkt: Es isch besser, wenn i ga. Für immer. Adiö Lieblingsfuetter. Adiö Chatzechorb. Adiö Frou Bill. Still u truurig bini zum Fänschter use gschliche u ufem gwohnte Wäg über Simse u Stange aben uf d Gass. E letschte Blick obsi: „Adiö, du schöni Zyt.“ I ha ganz nassi Ouge übercho. Vilech vom Räge.

„Angscht“
Mys Mami het Angscht i re Höhli.
My Papi het Angscht vor de Müüs.
U i ha geng Angscht es gäb Chööli
u Läberli Zmittag bi üs.

Zurück